Eine besondere Familiengeschichte in Sayn
Ort der Vorfahren besucht
Bendorf-Sayn. Am 13. November 1784 heiratete der am 13. Oktober in Leutesdorf geborene Kerzenmacher Anton Frickel die einzige Tochter des Landwirts Schmitt in Sayn. Unter dem Namen Frickel wurde der Hof über mehrere Generationen bis in die 1920er Jahre betrieben. Ein Enkel des besagten Anton Frickel, Peter Frickel, geboren am 14 September 1839, erlernte den Beruf des Tischlers und Spenglers und arbeitete einige Jahre in Köln, wo er heiratete. In den 1860er Jahren wurde er von Ernst von Bandel angeworben, um auf den Höhen des Teutoburger Waldes bei Detmold das Hermannsdenkmal mitzubauen. Nach der Fertigstellung und Einweihung des Denkmals durch Kaiser Wilhelm I im Sommer 1875 blieb Peter Frickel in Detmold als Handwerker tätig. Seine Frau Walburga gebar zwölf Kinder, von denen vier im ersten Lebensjahr verstarben. Sieben der Kinder heirateten, fünf von ihnen verließen Detmold und zogen in verschiedene Teile Deutschlands und bekamen eigene Kinder. Die Nachfahren von fünf dieser Stämme trafen sich nun in Sayn zu einem Familientag, dem Ort, an dem die Familiengeschichte der Frickels vor 261 Jahren begann. Das Programm des Treffens begann in Hein’s Mühle, es folgte eine mundartliche Führung durch Sayn mit Frau Löcher, ein Besuch im Pfarrhausarchiv mit Erläuterungen zur Familiengeschichte durch Dietrich Schabow und abends dann der große Familienabend im Hotel Lindenhof, bei dem es viel zu erzählen gab. Die insgesamt 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren überwiegend erstmals am Ort ihrer Vorfahren, werden aber alle gerne wiederkommen.
Peter und Walburga Frickel mit Kindern.
Das große Familientreffen in Sayn. Fotos: privat