Allgemeine Berichte | 12.12.2016

Alle Vereine machten beim Melsbacher Weihnachtsmarkt mit

Ortsbürgermeister Klein hat Pläne für eigene Weihnachtshütten

Es gab Tschai-Tee von den Pfadfindern und Feuerlachs von den Alten Herren

Ortsbürgermeister Klein hat Pläne für eigene Weihnachtshütten

Melsbach. Dichtes Gedränge herrschte auf dem schnuckeligen Marktplatz von Melsbach. Zwischen den teils historischen Gebäuden hatten die Standbetreiber ihre Buden und Zelte aufgeschlagen. Es duftete nach Glühwein und Waffeln, Plätzchen, herzhaften Würstchen und gegrilltem Lachs. Der Weihnachtsmarkt in der 2000-Einwohner-Gemeinde ist ein gesellschaftliches Ereignis. So gut wie niemand lässt es sich entgegen, hier mal eine zeitlang zu verweilen. So wurde das vorweihnachtliche Event bei strahlendem Wintersonnenschein auch in diesem Jahr wieder zu einem vollen Erfolg für die Gemeinde und die vielen beteiligten Vereine und Gruppen. Ortsbürgermeister Holger Klein steht mitten im Getümmel und organisiert die Abläufe. Am Vormittag hatte er den Weihnachtsmarkt mit einem Grußwort eröffnet. Nach ihm sprachen Verbandsgemeindebürgermeister Hans-Werner Breithausen und Pfarrer Heiko Erhard von der evangelischen Kirche. Um 13 Uhr sangen die Männer vom Melsbacher Gesangverein „Die Romeos“ weihnachtliche Lieder. Um 14.30 Uhr waren die Kinder von der Kindertagesstätte und der Grundschule in der Programmfolge dran und trugen Gedichte und Lieder vor. Anschließend wurden die Kleinen für ihren Auftritt mit dem Besuche einer Aufführung des Hohenloher Puppen- und Figurentheaters von Petra Schuff mit dem Stück „Ritter Rost feiert Weihnachten“ belohnt. Dafür hatte sich der Förderverein von Kita und Grundschule eingesetzt. Ab 15.30 Uhr unterhielt der Moderne Fanfarenzug Irlich die Melsbacher Weihnachtsmarktbesucher mit musikalischen Beiträgen.

Besuch des Nikolauses

Von diesen Tönen angelockt, erschien am Spätnachmittag der Nikolaus auf dem Weihnachtsmarkt und beschenkte die Kinder. Seit sechs Jahren veranstalten die Dorfvereine von Melsbach gemeinsam den Weihnachtsmarkt. Vorher hatte die CDU 30 Jahre lang den Weihnachtsmarkt organisiert. Als das aus personellen Gründen nicht mehr ging, setzten sich die Dorfvereine zusammen und beschlossen, den Melsbacher Weihnachtsmarkt am Leben zu erhalten und gemeinsam durchzuführen. Die seitdem an der Veranstaltung beteiligten Vereine sind der Tennisverein, der Reiterverein, der Burschenverein, der Sportverein SV Melsbach mit der Fußballabteilung und der Damengymnastikabteilung, die Pfadfinder, die Freie Wählergruppe, der Männergesangverein „Die Romeos“ und der Förderverein des Kindergartens und der Grundschule. Der Verschönerungsverein verkauft auf dem Markt Tannenbäume aus dem heimischen Revier. Somit sind fast alle Vereine der Ortschaft an der Ausrichtung des Melsbacher Weihnachtsmarktes beteiligt.

Gut ein Dutzend Standangebote hat der Markt zu bieten, mit Kunsthandwerk, Dekomaterial und viel Selbstgebasteltem. Natürlich kommt auch das kulinarische Angebot nicht zu kurz. Die FWG-Frauen um ihre Vorsitzende Annelore Siebenmorgen zum Beispiel bieten einen sehr leckeren Bratapfel-Likör mit Sahnehäubchen an. Mit Christel Kutscher kann man an diesem Stand schön über die Entwicklung von Melsbach und die alte Ortsstruktur reden. Marmelade, Honig vom heimischen Imker, Spirituosen, Liköre und auch der Feuerlachs an der offenen Flamme bei Martin Helbich verleiten zum Konsum. Martin Helbich ist Vorsitzender der Alten Herren Melsbach. Die Grillpfanne aus Edelstahl mit den Halterungen für den Lachs hat er selbst konstruiert. Bernd Seuser, ein ausgebildeter Edelstahlschweißer, hat das Kunststück vollendet. Die Holzbretter, auf denen der Lachs befestigt wird, kommen aus Norwegen, sagt Martin Helbich. Nach circa 45 Minuten nah an der offenen Flamme ist der Fisch gar und essbar. Sehr köstlich! Eine Besonderheit in diesem Jahr ist, darauf verweist Ortsbürgermeister Holger Klein, die angebotene Weihnachtsdeko aus Schiefer, die von Angela Schmidt hergestellt wird.

Einnahmen für einen guten Zweck

Ungefähr die Hälfte der Einnahmen des Weihnachtsmarktes stellt die Gemeinde für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung. Meist bekam der Förderverein von Kita und Grundschule das Geld, um damit Anschaffung zu finanzieren. Im vorigen Jahr waren es 1.500 Euro. Einen Teil des Geldes behält die Gemeinde ein, um sich damit in den nächsten Jahren eigene Weihnachtshäuschen zu finanzieren, erklärt Ortsbürgermeister Klein. In Anbetracht der guten Besucherzahlen in diesem Jahr, dürfte dieses Ziel schnell erreicht sein.

Stockbrot und Pfadfinder-Tee

Mit einem kleinen Zeltlager hatte sich die christliche Melsbacher Pfadfindergruppe „Philipp Melanchthon“ auf dem Weihnachtsmarkt niedergelassen. Jan Bollenbacher ist Gauführer für die Stämme Melsbach und Oberdreis. Er erklärt: „Melanchthon war ein Freund von Martin Luther und hat hier in Melsbach auch gepredigt. Nach seinem Namen ist der Pfadfinderstamm hier in Melsbach benannt. Die Gruppe ist ungefähr 20 Mitglieder groß, das Alter spielt dabei keine Rolle. Pfadfinder sind dabei von sechs Jahren bis zu einem nach oben offenen Alter.“ Da ist es keine Seltenheit, wenn in einem Stamm gleich drei Generationen vertreten sind.

Das ist zum Beispiel bei Brigitte Soulier der Fall, die sich als „Oma“ der Melsbacher Pfadfinder bezeichnet. Ihr Enkel Florian ist Anführer der Gruppe Philipp Melanchthon. Auf dem Markt lassen die Pfadfinder Kinder Stockbrot am offenen Feuer backen und schenken den Pfadfinder-Tee „Tschai“ aus, der aus vielen verschiedenen Säften gekocht wird, mit vielen Früchten, Nüssen, Rosinen und ganz toll schmeckt. In der Woche nach dem Melsbacher Weihnachtsmarkt verteilen die Pfadfinder das Friedenslicht in der Kirche in Altwied. Das Licht wird aus Bethlehem nach Deutschland getragen.

Gut besucht war auch der Stand der Melsbacher Turnerfrauen. Der Verein hat 20 aktive Turnerinnen und über 50 Mitglieder insgesamt. Trainiert wird in Melsbach in der Schulsporthalle. Sabine Daun ist die Trainerin. Auch sie beteiligt sich am Verkauf der angebotenen Waren. Alles ist selbst gemacht, die Socken sind besonders beliebt.

Der Erlös wird komplett für einen karitativen Zweck gespendet, im vorigen Jahr wurde mit der Spende die DRK-Palliativstation in Neuwied bedacht.

Ortsbürgermeister Klein hat Pläne für eigene Weihnachtshütten
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