3. Oktoberfest in Montabaur begeistert rund 1.400 Besucher an einem Abend
O’zapft is – a Riesengaudi in Montabaur
„Würzbuam“ und hervorragende Organisation bringen echt bayerisches Flair in den Westerwald
Montabaur. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Diese Frage kann berechtigt gestellt werden, betrachtet man die Erfolgsgeschichte des Oktoberfestes in Montabaur näher. Ein Besuch des Oktoberfestes in München erübrigt sich, da Stimmung und Ambiente dort nicht besser als in Montabaur sein können. Bereits eine Stunde vor dem offiziellen Fassbieranstich, und der damit verbundenen Eröffnung des Oktoberfestes, zogen die Massen in das Riesenzelt ein. Freitags, an einem frühen Abend, war das Zelt mit gut 1.400 Menschen zum Bersten gefüllt. Wo gibt es das sonst noch? Es fiel auf, dass – bis auf ganz wenige Ausnahmen – alles im bayerischen Dresscode gewandet war. Die Madln im attraktiven Dirndl, dabei nicht mit ihren Reizen geizend, die Buam zeigten voller Stolz ihre strammen Wadln in knackigen Krachledernen.
Prächtiges Programm sorgte für ausgelassene Stimmung
Zur Einstimmung auf das Oktoberfest spielte der Musikverein Heiligenroth schmissige Melodien, die zum Einzug der Massen passte. Als Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland den Zapfhahn mit Hilfe eines Schlegels in das 50 Literfass besten bayerischen Oktoberfestbieres trieb – übrigens beidhändig mit fünf Schlägen, und ohne zu Spritzen –, brandete erster Beifall auf. Mit dem traditionellen Ausruf „O’zapft is“ war nun unter dem Jubel des Feiervolkes das 3. Oktoberfest in Montabaur endlich offiziell eröffnet. Das war auch gleichzeitig der Startschuss zu einer rauschenden Partynacht, die keine Wünsche offen ließ. Bürgermeisterin Gabi Wieland ließ es sich nehmen, die ersten Masserl Freibier persönlich unter die Leute zu bringen. Das Vorspiel war beendet, nun konnte es mit dem Hauptakt weitergehen.
Unter dem grenzenlosen Jubel der Meute betraten die „Würzbuam“ die Bühne. Diese Formation ist im Westerwald nicht unbekannt, da sie bereits im Vorjahr äußerst erfolgreich das Oktoberfest in Montabaur bereicherte. Unglaublich: Als die Jungs mit „Hulapalu“ von Andreas Gabalier loslegten, standen fast alle Besucher auf ihren Bänken, die wollten nichts außer Feiern. Schlag auf Schlag boten die „Würzbuam“ einen wilden Ritt durch die moderne Volks- und Schlagermusik, immer verbunden mit einem Touch bayerischer Elemente. Egal welcher Song gespielt wurde, das Publikum kannte die Texte auswendig – sie wollten nicht nur die Musiker, sondern auch sich selbst feiern. Ein Höhepunkt direkt am frühen Abend war der Moment, als Thomas sich mit seiner Trompete von der Bühne begab, sich einen Weg durch die Massen bahnte, auf einen Tisch inmitten der Besucher stieg, und dann das „Westerwald-Lied“ als Solo blies.
Aus weit über 1.000 Kehlen wurde unser Heimatlied mitgesungen, in diesem Moment wäre der Deckel fast vom Kessel geflogen. Mehr Jubel, Trubel, Heiterkeit geht einfach nicht!
In diesem Modus verlief der gesamte Abend: Die „Würzbuam“ in absoluter Topform, ganz exzellente Musiker und Sänger, die durch ihre musikalische Virtuosität immer wieder Beifall auf offener Bühne herausforderten, und auch erhielten. Es war ein ewiges Geben und Nehmen zwischen der Band und dem Publikum. Angestachelt durch die Feiernden, gaben die Jungs echt das Letzte, ohne dabei den Spaß und die Spielfreude zu verlieren. Die „Würzbuam“ waren der Garant für den gelungenen Auftakt des Oktoberfestes in Montabaur.
Bayrischer wird der Westerwald nicht
„BLICK aktuell“ hatte Gelegenheit, mit Oliver Krämer vom Kulturbüro der VG Monatabaur zu sprechen, die das 3. Oktoberfest veranstaltet und organisiert. Oliver Krämer bekam ganz einfach das glückliche und zufriedene Lächeln ob des grandiosen Erfolges nicht aus dem Gesicht.
Er erklärte, dass wie in den letzten Jahren das Zelt innerhalb kurzer Zeit restlos ausverkauft war. Obwohl in diesem Jahr das Zelt nochmals vergrößert wurde, somit über 1.400 Karten zur Verfügung standen, gingen die Karten für beide Veranstaltungstage weg wie warme Semmeln. Sehr stolz zeigte sich Oliver Krämer darüber, dass die Besucher nicht nur aus Montabaur zum Oktoberfest kommen, sonders aus der gesamten Region des Unterwesterwaldes. Die Arbeit und die Mühen, das Oktoberfest zu organisieren, seien im Handumdrehen vergessen, wenn man betrachtet, welche Freude und Anerkennung durch die vielen Gäste erfolgt.
Im Gegensatz zu vielen anderen Oktoberfesten, wo vor einer Halle, oder einem Zelt, häufig eine Imbissbude steht, wurden in Montabaur echt bayerische Schmankerln gereicht. Serviert wurde sehr umweltfreundlich auf Porzellantellern mit Messer und Gabel aus Edelstahl: Hausgemachter Wurstsalat, Leberkäsesemmel, Leberkäs, Weißwurst, Brezeln und halbe Hendl, dazu wurden Oktoberfestbier und Weißbier gereicht. Mehr Bayern geht nicht mehr im Westerwald.
Am Samstag spielten das Blasorchester Daubach und die Band „Bayernmän“, auch diese Kombination ist wieder Garant für ein Fest für die Region, und die Menschen aus dem Westerwald.
Die „Würzbuam“ heizen mächtig ein.
Partystimmung auf den Bänken.
Der MV Heiligenroth spielte zum Auftakt des Oktoberfestes.
Bürgermeisterin Gabi Wieland beim gekonnten Fassanstich.
