Jecke Karnevalisten feierten in der Kulturwerkstatt den Ausklang der närrischen Session
Panikorchester nach letztem Platzkonzert offiziell verabschiedet
Erlös von versteigertem Taktstock geht an den Oberwinterer Prinzen für die Kinderhospiz Bonn
Remagen. Einen Superausklang der närrischen Session feierten Remagener, Oberwinterer, Unkelbacher und Kripper Jecken am Karnevalsdienstag gemeinsam mit allen Regenten aus Remagen, Kripp und Oberwinter in der Kulturwerkstatt. Proppenvoll präsentierte sich der Saal mit bunt kostümierten Narren und einer großen Anzahl von Abordnungen der Karnevalsvereine. Ebenso voll präsentierte sich die Bühne, die eigens für das Remagener Dreigestirn mit Prinz Werner, Jungfrau Wilma (Wilfried) Scharz und Bauer Wolfgang Reisdorff mit Hofdamen, das Oberwinterer Prinzenpaar Micha und Patty Rautenberg mit Hofstaat sowie das Kripper Prinzenpaar Jörg und Manuela Laux mit Hofstaat, von den Helfern der Kulturwerkstatt kurzerhand zum „Prinzensaal“ umfunktioniert worden war. Mit dabei natürlich alle „Mann“ des Remagener Panikorchesters um Tommy Pieper und Billy Beyer, die am Veilchendienstag zu ihrem wirklich letzten Platzkonzert ihrer offiziellen Musikerkarriere angetreten waren. Schon der Einzug der Tollitäten aus der Gesamtstadt wurde bei Superstimmung im Saal riesig gefeiert. Mit dabei natürlich ebenso die offiziellen närrischen Begleitungen aus allen Ortsteilen. Ob Möhne oder KG, ob Stadtsoldaten oder Senatoren, alles, was in der närrischen Zeit von Rang und Namen hat, ließ sich diesen gemeinsamen Abend nicht entgehen. Die Moderation oblag dem Stadtsoldatenkommandanten Marcel Möcking, der gewohnt locker, flockig und humorvoll durch ein kleines Programm führte. Denn neben dem kleinen Programm sollte vor allem die rundum gelungene Session gefeiert werden. Und dies taten wirklich ausnahmslos alle. Tänzerisch begeisterten erneut die Showtanzgruppe der Rot-Weißen Funken Unkelbach und die Remagener Twirling Sticks. Für den richtigen Ton zwischendrin sorgte DJ Alex Lembke und das Team der Kulturwerkstatt trug großartig Sorge dafür, dass niemand hungern oder dürsten musste.
„Paniker“ ganz privat beim Abschied
Ein großer Programmpunkt galt natürlich den Remagener Panikern, die ein letztes Mal nach 32 Jahren zum Abschluss vor ihrem Eintritt in den musikalischen Ruhestand ihre Instrumente bedienten und mit schmissigen Klängen den Saal zum Kochen brachten. Den Taktstock schwang Tommy Pieper. Sein Lob galt vor allem den Panikerfrauen für ihr großes Verständnis in den vergangenen 32 Jahren für ihre Panikermänner. So mancher Auftritt habe länger gedauert als gedacht. Und manchmal sei auch einer von ihnen nach dem Auftritt mit Ausklang im Garten schlafend vorgefunden worden. Die Frauen ihrerseits überraschten ihre musikalischen Partner mit einem Lied, das sie eigens in der Musikschule Remagen einstudiert hatten. Ein Lob an die Paniker sprach noch Pastor Frank Klupsch aus, der sich -trotz seiner Anstrengungen für den bevorstehenden Aschermittwoch- von den Panikern verabschieden und ein letztes kleines Rededuell mit Tommy Pieper ausfechten wollte. Weitere Anerkennungen gab es noch vom Team der Kulturwerkstatt um Rolf Plewa, das es sich nicht nehmen ließ, jeden Paniker mit einem Foto von der Schlüsselübergabe und einem Abschiedstrunk zu erfreuen.
Mit einem guten Werk in den Ruhestand
Und damit aus dem Abschied auch noch etwas ganz Gutes wird, wurde der Taktstock, den Tommy Pieper 32 Jahre lang mit anhaltender Vehemenz geschwungen hatte, versteigert. Der Stammtisch jecke Töön ersteigerte ihn für 444,44 Euro, und ein paar private Spender legten noch etwas dazu, sodass die närrische Summe von 555,55 Euro zusammen kam. Diese Summe wurde dann sofort dem Oberwinterer Prinzenpaar übergeben, das während seiner ganzen Session für die Kinderhospiz in Bonn gesammelt hatte. Unzählige Male wurde das Ausmarschlied der Paniker gesungen und damit dieses nicht in den Ruhestand geht, überreichte Tommy Pieper dem Musikkorps der Stadtsoldaten eine Urkunde, die sie dazu berechtigt, dieses Ausmarschlied auch in Zukunft erklingen zu lassen.
Das Lob aller Regenten für eine unvergessliche Session galt allen Karnevalisten, bevor um Punkt 0 Uhr der ganze Saal sang: „Am Aschermittwoch ist alle vorbei“. Doch vorbei war es noch nicht ganz, denn bis in die frühen Morgenstunden wurde der rundum gelungene Karnevalsausklang noch ausgiebig gefeiert. AB
Kehraus mit allen Prinzenpaaren und Begleitungen von Remagen, Kripp und Oberwinter.
Mit dabei in der kulturwerkstatt waren auch die Möhnen, Senatoren und Elferräte.
