Tag der Chancengarantie in Koblenz
Partner des Ovalen Tischs ziehen Bilanz
Für die berufliche Integration von Flüchtlingen ist der Spracherwerb erforderlich
Koblenz. Der enorme Zustrom von Flüchtlingen beschäftigt die Bundesrepublik seit gut einem Jahr. Für die Wirtschaft bedeutet die Zuwanderung eine Chance, um den wachsenden Fachkräftemangel auszugleichen. Eine berufliche Integration der geflüchteten Menschen ist jedoch zugleich eine große Herausforderung. Um diese zu meistern, kooperieren im nördlichen Rheinland-Pfalz die IHK Koblenz und die Arbeitsagenturen Bad Kreuznach, Koblenz-Mayen, Montabaur und Neuwied. Ziel ist es, qualifizierten Flüchtlingen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dies wurde in der am Ovalen Tisch vereinbarten Chancengarantie umgesetzt. Das Prinzip der Chancengarantie ist ein Baustein der beruflichen Integration junger Flüchtlinge, das auf Initiative der rheinland-pfälzischen IHK erarbeitet wurde.
Um Flüchtlingen möglichst schnell den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, sind Deutschkurse für den Spracherwerb sowie die Erfassung der Kompetenzen der jungen Menschen notwendig, sodass sie die Möglichkeit bekommen, durch Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Ausbildungsplätze als qualifizierte Kräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen.
Vorläufige Bilanz gezogen
Am 13. September führten die Kooperationspartner in Koblenz, Montabaur, Neuwied und Simmern Vermittlungsveranstaltungen durch. An diesem Tag konnten Flüchtlinge, die eine Kompetenzfeststellung bereits erfolgreich abgeschlossen haben, auf regionale Unternehmen treffen. Jetzt zogen die Kooperationspartner in einer Pressekonferenz eine Bilanz. Dabei wurden die bisher erzielten Erfolge der beruflichen Integration von Flüchtlingen vorgestellt, Lösungen für noch vorhandene Probleme der Integration besprochen und die Aufgaben der Politik dargestellt. Staatssekretär Clemens Hoch, die Vorsitzenden Geschäftsführer der vier Arbeitsagenturen, Karl-Ernst Starfeld (Neuwied), Elmar Wagner (Bad Kreuznach), Dieter Knopp (Montabaur), Thomas Becker (Koblenz-Mayen) sowie Manfred Sattler und Arne Rössel, der Präsident und der Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, stellten die Projekte zur beruflichen Integration von Flüchtlingen vor.
Um Asylsuchenden und Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive eine Ausbildung zu ermöglichen, haben die Parteien des Ovalen Tischs mit der Chancengarantie nach intensiver Auseinandersetzung mit dieser Thematik ein systematisches Vorgehen vereinbart. Zahlreiche Projekte der einzelnen Kooperationspartner kamen so zustande.
Aktionsprogramm verabschiedet
Die Vollversammlung der IHK Koblenz hat im Dezember 2015 ein umfassendes Aktionsprogramm verabschiedet. Die insgesamt sechs Handlungsfelder umfassen die Beratung und Information von Betrieben, die berufliche Orientierung für junge Flüchtlinge, die Erfassung und Einordnung der Kompetenzen, Unterstützung junger Flüchtlinge beim Einstieg in die Ausbildung, Begleitung der Betriebe bei der Qualifizierung und Ausbildung sowie Hilfestellung bei der Existenzgründung von Flüchtlingen. Zusätzlich wurden ein Flüchtlingsfonds von über 200.000 Euro eingerichtet und zwei zusätzliche Stellen geschaffen, um eine zeitnahe Integration zu ermöglichen. Die IHK-Ausbildungsunternehmen stehen den Flüchtlingen sehr offen gegenüber. 300 Unternehmen bieten den jungen Menschen Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Ausbildung an. So soll eine nachhaltige Grundlage für eine erfolgreiche Integration erreicht werden.
Auch die Agenturen für Arbeit bringen junge Flüchtlinge mit potenziellen Ausbildungsunternehmen zusammen. Für eine erfolgreiche Vermittlung sind daher die Kompetenzchecks der IHK sehr sinnvoll, sodass die Qualifikation der jungen Leute besser eingeschätzt werden kann. Für eine erfolgreiche Integration ist in erster Linie der Spracherwerb erforderlich. Hier sind sich die Agenturen einig, dass dies stärker gefördert werden muss, denn in einer Ausbildung müssen Inhalte verstanden und Klausuren geschrieben werden. Nur durch intensive Sprachkurse im Vorfeld kann das gelingen. Im schulischen Bereich funktioniert das bereits sehr gut. Schulpflichtige Flüchtlinge sind in den Schulen gut aufgenommen worden. Eine besondere Herausforderung beim Spracherwerb stellt jedoch die Gruppe der 18-35-Jährigen dar, die nicht mehr schulpflichtig ist. Für die Politik stellen sie jedoch eine Zielgruppe dar, bei der es sich lohnt, Zeit und Kraft zu investieren.
Duales Modell
Besonders die duale Ausbildung steht im Fokus der Politiker. Für die berufliche Integration ist ein Modell entwickelt worden, das im Sommer angelaufen ist. Es gibt Sprach- und Integrationskurse des Bundesamtes. Staatssekretär Clemens Hoch betonte jedoch, dass es nach wie vor noch zu wenig dieser Kurse gibt. Es bestehe Handlungsbedarf. Es gibt ferner berufsvorbereitenden und berufsorientierten Unterricht an berufsbildenden Schulen, und es werden Praktika in Werkstätten und Betrieben angeboten, die die IHK umfangreich zur Verfügung stellt. Hoch zeigte sich zuversichtlich, dass, wenn die Projekte gut anlaufen, die jungen Menschen einen Ausbildungsplatz nachweisen können und sich auch nachweislich anstrengen, sie die Gewissheit haben können, in der Zeit ihrer Ausbildung, unabhängig vom aktuellen Bleibestatus, einen Aufenthaltstitel zu erhalten. Ziel sei es auch, dass diese Menschen auch länger in Deutschland bleiben dürften, wenn sie von den Betrieben weiter beschäftigt würden.
Die berufliche Integration von Flüchtlingen bleibt eine große Herausforderung. Hier ist Geduld und Beharrlichkeit der Kooperationspartner gefragt. Viele gute Beispiele zeigen, dass sich die Anstrengung lohnt.
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