Allgemeine Berichte | 05.07.2022

Festgottesdienst und Pontifikalamt zu Peter und Paul und Schützenfest in Remagen

Pastor Frank Klupsch gab seinen Abschied bekannt

Pastor Frank Klupsch im Interview mit BLICK aktuell

Pastor Frank Klupsch verlässt Remagen nach 16 Jahren.  Foto: AB

BLICK aktuell: Der Festgottesdienst am vorletzten Samstag mit Abt Benedikt zu Peter und Paul eröffnete nicht nur das Schützenfest, sondern feierte auch 120 Jahre neue Pfarrkirche und 360 Jahre Kirchenturm.

Frank Klupsch: Ja, ich denke es war ein würdiger Anlass, diese Jubiläen mit dem Patronatsfest und der Eröffnung des Schützenfestes zu verbinden. Wir können Pastor Karl Müller dankbar sein, dass er damals mit der Gemeinde den Mut hatte, dieses herrliche Gotteshaus zu bauen. Müller war von 1887-1918 Pastor von Remagen.

BLICK aktuell: Der Gottesdienst war sehr feierlich und musikalisch festlich gestaltet. Aber zum Schluss gab es dann noch einen überraschenden Wermutstropfen mit der Ankündigung Ihres Weggangs?

Frank Klupsch: Wenn Sie das so sagen. Ja, natürlich. Es gibt nie einen günstigen Zeitpunkt für solch eine Information an die Gemeinde. Aber am Samstag war halt die halbe Stadt vertreten und damit eine breite Öffentlichkeit.

BLICK aktuell: Sie werden Remagen endgültig im Oktober verlassen?

Frank Klupsch: Ja, es ist der Wunsch des Bischofs, dass ich die Stelle nach insgesamt 16 Jahren wechsle.

BLICK aktuell: Und Sie werden jetzt kein Dekan in einem der neuen pastoralen Räume?

Frank Klupsch: In all den Monaten der Corona-Pandemie, in denen ich froh war, in und für unsere Gemeinden da zu sein, aber auch in der Sondierungsphase und im Zugehen auf mein silbernes Priesterjubiläum, ist in mir der Entschluss gereift, gerne weiterhin als Pastor meinen Dienst in unserer Kirche zu verrichten, denn die Kirche lebt vor Ort. So werde ich im Dezember eine neue Pfarreiengemeinschaft übernehmen.

BLICK aktuell: Sind Sie froh mit dieser Entscheidung?

Frank Klupsch: Nach 16 Jahren Abschied zu nehmen ist nicht so einfach, auch nicht für einen Pastor. Ich tue es mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Lachend, weil ich dankbar bin für die große Wegstrecke, suchend wo Christus ist, die ich mit Ihnen und Euch allen gehen durfte, oft in guten und auch schweren Stunden. Dankbar für all die Unterstützung und Zusammenarbeit, die Weg- und Gebetsbegleitung sowie manch gute Freundschaft!

Weinend, das ist sicherlich verständlich, weil der anstehende Wechsel für mich Abschied bedeutet. Abschied ist immer auch mit Loslassen, Schmerz und Trauer verbunden, dies spüre ich schon jetzt im Gespräch mit Ihnen, da ich die schöne Stadt Remagen, unser Dekanat und damit ein Stück liebgewordene Heimat sowie liebgewordene Menschen dankbar verlassen werde. Aber wie heißt es im Lukasevangelium: „Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Unnütze Knechte sind wir; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan“ (LK 17,19). Daran muss ich mich natürlich jetzt auch messen lassen.

BLICK aktuell: Wohin werden Sie wechseln und warum erst im Dezember, wenn Sie sich schon im Oktober in Remagen verabschieden?

Frank Klupsch: Nach all den Diensten, die ich in den vergangenen 16 Jahren geleistet habe als leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Remagen, Pfarrverwalter der PG Sinzig, Leiter des Dekanates, Mitarbeit in einer Stabstelle des Bistums und mehr, hat mir das Bistum eine mehrmonatige Auszeit angeboten. Da ich aber über das Weihnachtsfest gerne in einer Gemeinde bin, habe ich mich entschieden, nur eine mehrwöchige Auszeit zu nehmen. Diese soll mir die Gelegenheit geben, den Schalter umzulegen und für den neuen Anfang offen zu sein. Im Dezember werden ich dann die Pfarreiengemeinschaft Bendorf übernehmen. Auch am Rhein.

BLICK aktuell: Am Rhein, aber auf der anderen Seite.

Frank Klupsch: Ja, auf der anderen Seite aber auch am Rhein und nicht aus der Welt. Bendorf ist von der Größe der Pfarreiengemeinschaft mit Remagen zu vergleichen und ich freue mich darauf, auch dort in einem Team arbeiten zu dürfen, mit einem Kooperator und einer Gemeindereferentin.

BLICK aktuell: Was haben Sie denn für Ihre Auszeit geplant, wenn Sie das verraten?

Frank Klupsch: Nach dem 16. Oktober werde ich zunächst umziehen und das Pfarrhaus räumen. Danach möchte ich eine Studienreise nach Japan machen und meine Freunde vom Telemann-Institut-Japan besuchen. Falls das dann möglich sein wird. Außerdem möchte ich mich einige Zeit in ein Kloster zurückziehen, bevor es dann im Dezember in Bendorf losgeht.

BLICK aktuell: Wie würden Sie denn Ihre Zeit hier in Remagen zusammenfassen?

Frank Klupsch: Froh und dankbar blicke ich auf die lange Wegstrecke zurück, die ich hier mit so vielen Menschen guten Willens gehen durfte: In guten und auch schweren Situationen. Dem Seelsorge- und dem Pfarrhaus-Team bin ich dabei besonders zu Dank verpflichtet. Aber auch den Kolleginnen und Kollegen in unserem Dekanat Remagen-Brohltal. Es gibt so viele wunderbare Menschen, die sich in unseren Kirchengemeinden engagieren. Das macht mich froh, auch für die Zukunft. Besonders die Messdiener lagen mir immer am Herzen, aber auch die verschiedenen Vereine, meine Schützen, der Karneval und die Feuerwehren unserer Stadt. Alles kann ich nicht aufzählen, irgendwas oder irgendwen werde ich dann vergessen. Ich fühlte mich in Remagen zuhause und ich war dankbar dafür, wo ich auch Mensch und nicht immer nur Pastor sein durfte.

BLICK aktuell: Was passiert jetzt mit dem schon legendären Nikolausbüdchen?

Frank Klupsch: Das bleibt natürlich hier vor der Kirche und hoffentlich weiter ein Ort für Begegnungen jeglicher Art.

BLICK aktuell: Wann ist denn jetzt Ihre Verabschiedung?

Frank Klupsch: Am Sonntag, 16. Oktober 2022, werde ich mich in einem Gottesdienst nachmittags in Sankt Peter u. Paul verabschieden und ein letztes Mal gerne mit hoffentlich vielen Menschen dankbar die Eucharistie feiern. Da es ein Tag nach dem Königsball ist, werden die Schützen am Nachmittag auch wieder fit sein.

Für die verbleibenden Monate wünsche ich mir ein gutes Miteinander für all die Dinge, die anstehen und die noch gemeinsam angegangen werden müssen, um einen guten Übergang zu gestalten. Dabei möchte ich allerdings nicht ständig Abschied nehmen müssen, denn dieser erfolgt erst Ende Oktober. Herzlich bitte ich dafür um Verständnis und Ihre Unterstützung für die kommenden Zeit.

BLICK aktuell: Wir danken Ihnen für Ihre Zeit und dieses Interview.

Frank Klupsch: Ich danke Ihnen sehr für diese Gelegenheit und für Ihre Begleitung in all den Jahren. Zum Schluss kann ich nur sagen: Hey Remagen – du bis en Jeföhl! Und damit meine ich nicht nur die Kernstadt, sondern auch alle mir liebgewordenen Ortsteile! AB

Pastor Frank Klupsch verlässt Remagen nach 16 Jahren. Foto: AB

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