Festliches Morgenlob mit Weihbischof Jörg Michael Peters in der Pfarrkirche St. Cyriakus Mendig
Pastoraler Raum Mayen ist offiziell gestartet
Mendig. Bisher haben die meisten Gläubigen im Bistum Trier nur vage Vorstellungen von den Veränderungen, die sich durch die Ergebnisse der Synode und daraus entstandene Reformpläne der Bistumsleitung ergeben. Seit Anfang 2022 nimmt die Strukturreform allmählich konkrete Formen an. Weitere Pfarreien auch im bisherigen Dekanat Mayen und Mendig werden zu Pfarreiengemeinschaften zusammengelegt, und aus Dekanaten werden größere Pastorale Räume. Die ersten 15 von insgesamt 35 sind schon im Januar an den Start gegangen. Darunter auch der Pastorale Raum Mayen, der aus dem Dekanat Mayen-Mendig plus Pfarreiengemeinschaft Rieden hervorgegangen ist. Offiziell erfolgte der Start jetzt in Mendig mit einem festlichen Morgenlob unter der Leitung des Trierer Weihbischofs Jörg Michael Peters in der Kirche St. Cyriakus. Anschließend gab es Gelegenheit, bei einem kleinen Fest im Pfarrgarten Erfahrungen auszutauschen und offene Fragen anzusprechen. Fest steht, dass die neuen Strukturen Veränderungen in der Gesellschaft und im kirchlichen Raum widerspiegeln. Dies wurde in allen Redebeiträgen deutlich. Die Kirche ist in der Krise, Gläubige kehren ihr den Rücken zu, es mangelt an Priestern in der Gemeinde. Eine Zeitenwende. Und es gilt, Ressourcen und Kompetenzen zu bündeln, aktive Gläubige vor Ort einzubeziehen, die Voraussetzungen für eine seelsorgerische, diakonische und missionarische Kirche zu schaffen, in der ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter, aber auch kirchliche Organisationen wie Caritas, Kitas und Schulen vernetzt sind. Organisatorische Zuständigkeiten sind beim neu formierten Leitungsteam mit Sitz in Mayen gebündelt. Es besteht aus Dekan Jörg Schuh, Margit Ebbecke und Marek Jost. Ein Team mit klar verteilten Kompetenzen. Dekan Schuh als Seelsorger, Ebbecke als Personalreferentin und Marek Jost als Verwaltungsmann bringen ihre Erfahrungen und Stärken in den organisatorischen Umbau ein.
Wie Kirche im Pastoralen Raum für Menschen da sein kann und wie sich Gläubige aktiv einbringen können, wurde an 4 Beispielen für die neuen „Orte in Kirche“ deutlich. In Nachtsheim beispielsweise engagieren sich aktive Senioren in der Gruppe „Wirken statt Welken“, bringen ihre Erfahrungen und Fähigkeiten in Projekte vor Ort ein, beispielsweise in die Anlage eines 12-Kilometer-Wanderwegs rund um den Kirchturm. In Mendig sind es aktuell 11 Frauen, die Kirche für Kinder erlebbar machen. Ihr Motto: Kirche so vielfältig, bunt und lebendig wie Kinder. In Mayen konzentriert man sich derzeitig auf die Einrichtung eines Seniorencafés als Treffpunkt für Menschen, die auch durch die Corona-Pandemie vereinsamt sind. Und Die Pfarreiengemeinschaft St. Judokus (früher Langenfeld) konzentriert sich ganz auf den Wallfahrtsort St. Jost. Natürlich wünscht man sich nicht nur beim Leitungsteam, dass im Pastoralen Raum Mayen mehr solcher „Orte in Kirche“ entstehen und sich mehr Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten und Erfahrungen vor Ort einbringen.
Das wäre auch ganz im Sinne von Weihbischof Peters, der die Kirche zwar in einer Krise, aber auch Chancen durch eine Neuausrichtung sieht. Eine neue Einheit schaffen. Durch Vielfalt, wenn jeder seine Gaben und Fähigkeiten, sein Charisma, einbringt. „Alle, die im kirchlichen Raum tätig sind, sind aufgefordert, den Auftrag der Synode umzusetzen.“ Der Grundauftrag der Kirche bleibe es, Glauben zu vermitteln.
Im Anschluss an das Morgenlob, das musikalisch vom Kammerchor Mayen unter der Leitung von Dekanatskantor Volker Kaufring und Thomas Schnorr (Orgel) gestaltet wurde, gab es Grußworte der geladenen Gäste aus Politik und Gesellschaft, in die sich neben vielen guten Wünschen hier und da auch ein wenig Skepsis mischte. Landrat Dr. Alexander Saftig wünschte dem Pastoralen Raum im Namen der kommunalen Gemeinschaft alles Gute. Hugo Nowicki, der Vorsitzende des Rates der Caritas Rhein-Mosel-Ahr betonte, dass die neue Struktur einen Ausweg aus der gegenwärtigen Krise sein könne und bot die Unterstützung der Caritas an. Es gelte, Kräfte und das an diesem Tag häufig zitierte Charisma zum Wohle der Menschen zusammenzufügen. „Auf diesem Weg wünsche ich Ihnen Mut und Gottes Segen!“. Pfarrerin Metje Steinau aus Mayen sah die Notwendigkeit für Veränderungen, wies aber auf konkrete Sorgen und Ängste der Menschen im Zusammenhang mit der Reform hin. Wo sind meine Ansprechpartner in den immer größer werdenden Räumen? Zustimmung in Form von lang anhaltendem Beifall gab es für Ihre Feststellung: „Ich hatte in den letzten Monaten Schwierigkeiten, die Veränderungen bei Ihnen zu verstehen. Aber die evangelische Kirche bleibt ein verlässlicher Partner.“
Welche strukturellen Veränderungen stehen im Pastoralen Raum Mayen noch an?
Nach Langenfeld (Pfarreiengemeinschaft St. Judokus) werden zum 1. Januar 2023 die acht Pfarreien Mayens zur Pfarreiengemeinschaft Mayen zusammengebracht. Ebenso sieben Pfarreien in Mendig, die die Pfarreiengemeinschaft Mendig bilden sollen. Die künftige Pfarreiengemeinschaft Nachtsheim besteht aus 5 Pfarreien. Die vier Pfarreiengemeinschaften bilden zusammen den Pastoralen Raum Mayen.
Sie stellten die Beispiele für „Orte in Kirche“ vor. (v.l.): Helga Wendel (Nachtsheim), Julia Seul (Mayen), Sylke Wintrick (Pfarrei St. Judokus), Sabine Stallknecht (Mendig).
Das neue Leitungsteam des Pastoralen Raumes Mayen: Dekan Jörg Schuh, Margit Ebbecke und Marek Jost (von links).
Weihbischof Jörg Michael Peters und Hugo Nowicki vom Caritas-Rat.
Pfarrerin Metje Steinau aus Mayen.
Weihbischof Jörg Michael Peters.
