Allgemeine Berichte | 22.06.2016, 10:12 Uhr

Spenden statt Geschenke zum 75. Geburtstag

Paul Giersberg spendet Restaurierung für Wegekreuz

Witterung und Farbe hatten dem Denkmal zugesetzt

v.l.: Roland Gassert, Ernst Bugl, Paul Giersberg und Bürgermeisterin Renate Offergeld. -CEW-
172

Wachtberg-Berkum. Bei schönstem Sonnenschein übergab Altbürgermeister Paul Giersberg am 16. Juni um 11 Uhr zusammen mit dem Restaurator Roland Gassert und Ernst Bugl von der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg das restaurierte Wegekreuz an der Oberdorfstraße Ecke Stumpebergweg in die Obhut der Gemeinde Wachtberg, vertreten durch die Bürgermeisterin Renate Offergeld. Paul Giersberg verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass das frisch renovierte Denkmal lange so ansehnlich erhalten bliebe, zumal auch die Nachbarschaft zugesagt habe, ein Auge auf den Zeitzeugen aus dem Jahre 1716 zu haben. Viele Jahre hatten verschiedene Bürger Wachtbergs dem Denkmal etwas Gutes tun wollen und hatten dem Gestein des Votivkreuzes teilweise einen Bärendienst erwiesen. In bester Absicht hatten Wohlmeinende das Denkmal mit Farbe und Lacken vor den Einflüssen von Wind und Wetter zu schützen versucht. Im Laufe der Zeit hatte das Wegekreuz durch die Witterungseinflüsse und die Farbpigmente nicht nur ästhetisch, sondern auch in der Substanz Schaden genommen. So kam es gerade recht, dass Paul Giersberg der Meinung war, in seinem Alter bräuchte er keine persönlichen Geschenke mehr. Deshalb hatte er anlässlich seines 75. Geburtstages um Geldspenden gebeten. So wurde ein Großteil der notwendigen Mittel aufgebracht, um das Wegekreuz wieder in einen ansehnlichen Zustand bringen zu lassen.

Handwerkliches Geschick war gefragt

Weil das Votivkreuz nicht von seinem Ort entfernt werden sollte, war die Restaurierung vor Ort notwendig. Die Restaurateure musste nach dem Geburtstag im Dezember 2015 den Winter abwarten, um bei wärmerem Wetter ans Werk gehen zu können. Trotzdem hatten die Arbeiten immer wieder wegen der wiederkehrenden Regenphasen unterbrochen werden müssen. Vor allem für das Beiarbeiten an den Fehlstellen musste auch das Wetter stimmen, damit sich die auf den Grundstein abgestimmte Füllmasse mit dem ursprünglich vorhandenen Material verbinden konnte. Die Füllmasse wurde bereits werksseitig in der richtigen Farbe und Konsistenz gefertigt, damit die Materialien optimal miteinander kombiniert werden konnten. Nur an einigen, im Laufe der Jahre verfärbten Bereichen musste die Farbe vor Ort angepasst werden.

Die Gesamtfinanzierung der Restaurierung konnte bewerkstelligt werden, indem die Hälfte des Betrags von Geburtstagsgästen gespendet wurde. Ein Viertel wurde durch Paul Giersberg in handwerklicher Eigenleistung erbracht und die Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg brachte den verbleibenden Betrag auf. Mit Geräten und Tatkraft war auch die Feuerwehr beteiligt, um einige Fremdschichten auf dem Denkmal zu entfernen. Bis 1978 hatte das Votivkreuz auf der anderen Straßenseite gestanden. Bei der Umsetzung des schweren Steingebildes hatte das Kreuz Schaden genommen, der seinerzeit nicht fachgerecht repariert worden war. Auch hier habe es dringenden Handlungsbedarf von fachkundiger Seite gegeben. Um die Kosten in einem realisierbaren Rahmen zu halten, hatte Paul Giersberg einen Teil der zähen Handarbeit unter Anleitung von Roland Gassert selbst geleistet. Stundenlang hatte er die Farben und organische Ablagerungen mit chemischen und mechanischen Mitteln in mühevoller Kleinarbeit entfernt. Roland Gassert ersetzte derweil weggebrochene Teile des Denkmals und besserte Stücke aus, die dem Lauf der Jahrhunderte nicht standgehalten hatten. Das Material des Votivkreuzes wurde vor einigen Jahren als Lavastein aus der Eifel identifiziert, als die Denkmäler und Wegekreuze in Wachtberg katalogisiert wurden. Roland Gassert lobte das Denkmal als ein Besonderes seiner Zeit. Es stelle bildhauerisch eine handwerklich, künstlerisch und fachlich gute Arbeit dar, die bereits zur Zeit ihrer Entstehung einen hohen Wert gehabt habe. Dies zeige sich nicht nur in der Standfestigkeit des Objekts, sondern auch in der Aufteilung und der anatomisch guten Darstellung der Jesus-Figur. Die unterschiedliche Färbung der Steinpartien ist laut Roland Gassert auf die verschiedenen Witterungseinflüsse zurückzuführen, denen das Denkmal im Laufe der Jahre ausgesetzt war. Auf eine Lasierung habe man verzichtet, um den ursprünglichen Charakter des Wegekreuzes zu erhalten. Bürgermeisterin Renate Offergeld dankte Paul Giersberg im Namen der Gemeinde und hob seine Initiative für Wachtberg heraus. Nur diese Bemühungen haben die Renovierung des Wegekreuzes maßgeblich ermöglicht.

Die Infotafel zeigt den Zustand des Votivkreuzes vor der Restaurierung.

Die Infotafel zeigt den Zustand des Votivkreuzes vor der Restaurierung.

v.l.: Roland Gassert, Ernst Bugl, Paul Giersberg und Bürgermeisterin Renate Offergeld. Fotos: -CEW-

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Heizung
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Imageanzeige
Innovatives aus Weißenthurm
Zukunft trifft Tradition KW 42
Empfohlene Artikel
achtung baustelle
679

Meckenheim. In Meckenheim wird die Verkehrsführung auf der A565, zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Merl und Bonn-Hardtberg, im Rahmen der laufenden Fahrbahnsanierung angepasst. Ab dem heutigen Freitag, dem 16. Oktober, steht im Baustellenbereich in Fahrtrichtung Koblenz nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis zum 13. November andauern.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
95

Plaidt. Am 12.10.2026 gegen 16:10 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der Bundessstraße 9 in Fahrtrichtung Koblenz, im Bereich der Auffahrt von der B 256/Plaidt aus kommend. Ein derzeit nicht näher bekanntes Gespann, bestehend aus einem Zugfahrzeug und einem Anhänger, befuhr die besagte Auffahrt und verlor im Kurvenbereich Teile seiner unzureichend gesicherten Ladung in Form von zwei Betonblöcken.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
50

Remagen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 13. auf 14. Oktober 2026, wurden in der Innenstadt von Sinzig mehrere geparkte Pkw durch bislang unbekannte Täter beschädigt. Betroffen waren unter anderem Bereiche der Barbarossastraße sowie der Parkplatz an der Harbach-/Ausdorferstraße.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Kolpinger wandern rund um Lahnstein
0

Lahnstein. Bei bestem Herbstwetter machten sich die Wanderer der Kolpingfamilie St. Barbara Lahnstein auf, um erst ein Stück an der Lahn entlang zu wandern, ehe in Hohenrhein die C.S. Schmidt Brücke überquert wurde. Über den Rheinsteig wurde hoch zum Kurzentrum gestiegen, von wo ganz entspannt, vorbei am Tennispark und den Ferienhäusern, durch die Grenbach zurück nach Lahnstein gewandert wurde. Nach 11 km Wanderung ließ man den Tag in der Gaststätte Winzerhaus fröhlich ausklingen.

Von Ferdinand Müller aus Lahnstein

Weiterlesen