Allgemeine Berichte | 28.09.2018

Matinee in der Villa Bellestate in Holzweiler

Perfekte musikalische Balance

Das klassische Duo Melagrana begeisterte mit Klarinette und Klavier

Mane Davtyan (l.) und Lina Neuloh hatten ein ebenso anspruchsvolles wie abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. privat

Grafschaft-Holzweiler. Die Hausherrin Prof. Dr. Gisela Maerker-Alzer eröffnete das Konzert des Duos Melagrana, das vom Grafschafter Kunstverein Villa Bellestate in Zusammenarbeit mit der Landesstiftung Villa Musica, Mainz, in der Villa Bellestate jüngst veranstaltet wurde.

Das Duo mit Lina Neuloh, Klarinette, und Mane Davtyan, Klavier, begeisterte das Publikum mit Schumann, Weber, Poulenc und Brahms mit einem herbstlichen Kammerkonzert in mehrfacher Hinsicht. Es war eine Matinee der perfekten Balance. Die wechselnde Moderation durch die beiden Künstlerinnen informierte über die Persönlichkeiten der Komponisten und die Entstehung der Kompositionen und stimmte das Publikum auf die Musik ein, ohne die bemerkenswerten Informationen in den Vordergrund treten zu lassen.

Vor allem beglückte die musikalische Ausgewogenheit und das idealtypische musikantische Zusammenspiel von Lina Neuloh und Mane Davtyan die Zuhörer im Salon der malerischen Villa Bellestate. Schon Robert Schumanns Fantasiestücke op. 73 berührten die Herzen des Publikums erst „zart und mit Ausdruck“, dann „lebhaft leicht“ und dann „rasch und mit Feuer“, gleichlautend mit den Satzbezeichnungen des Komponisten.

Das thematische Material des folgenden „Grand Duo concertant“ op. 48 von Carl Maria von Weber weist echte Ohrwurmqualitäten auf. Das beliebte Werk wurde von den beiden exzellenten Musikerinnen ebenso feurig wie pointiert zum Besten gegeben. Die sehr wirkungsvolle Gegensätzlichkeit der Sätze „Allegro con fuoco“, „Andante con moto“ und „Rondo. Allegro“ kosteten Lina Neuloh und Mane Davtyan genüsslich aus. Mit Bravorufen und begeistertem Applaus wurden sie in die Pause entlassen.

Als Krönung der musikalischen Sonntagsfreude folgten zwei Sonaten: Die Klarinettensonate von Francis Poulenc gehört zu den nur drei Bläsersonaten, mit denen der französische Neutöner bleibende und neue Maßstäbe für Gattung und Stilistik setzte. Mit ihrem humorvollen und emotionalen Spiel gelang den beiden Musikerinnen das Kunststück, für im Jahre 1962 komponierte Musik echte Begeisterung, Bewunderung und Freude zu wecken. Johannes Brahms‘ Sonate Es-Dur op. 120 Nr. 2 ist ebenfalls ein zentrales Werk im Klarinetten-Repertoire. Es atmet Licht, Leichtigkeit und Freundlichkeit, veredelt durch Altersmilde und bewundernswerte kompositorische Effizienz. Das von Lina Neuloh zu Anfang geäußerte Motto „Ich wünsche Ihnen und uns ein Konzert voller Freude“ fand in diesem unsterblichen Musikstück seine vollkommene Erfüllung.

In das aktuelle musikalische Glück nach der Zugabe, einem exzellenten Arrangement von George Gershwins erstem Prélude, mischte sich ein gehöriges Quäntchen Vorfreude auf die nächste Matinee in Holzweiler am 9. Dezember mit dem jungen aufstrebenden, aus Bonn stammenden Pianisten Fabian Müller.

Mane Davtyan (l.) und Lina Neuloh hatten ein ebenso anspruchsvolles wie abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Foto: privat

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