Themenreihe „Erinnern für die Zukunft“ der Volkshochschule Meckenheim Rheinbach Swisttal mit Wachtberg
Peter Baus spannte immer wieder den Bogen zur allgemeinen Kriegslage
Rheinbach. Ist der Frieden, in dem wir leben, und die Zusammenarbeit der Völker - zumindest in der Europäischen Union und den Vereinten Nationen - eine Selbstverständlichkeit? Vor 100 Jahren tobte der folgenschwerste und blutigste Krieg, den die Welt bisher gesehen hat: der Erste Weltkrieg - die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu anderen Ländern wird der Erste Weltkrieg aufgrund der späteren Gräueltaten des Nazi-Regimes und der Tatsache, dass dieser überwiegend nicht auf deutschem Boden ausgetragen wurde, in der deutschen Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen, so der Stabshauptmann a.D. Peter Baus, Referent des Vortrags „Der Erste Weltkrieg bei Arras und an der Somme“.
Der Vortrag fand im Rahmen der Themenreihe „Erinnern für die Zukunft“ der Volkshochschule Meckenheim Rheinbach Swisttal mit Wachtberg statt, die an relevante Ereignisse der deutschen und europäischen Vergangenheit erinnert, die für ein Verständnis der Notwendigkeit eines friedlichen und demokratischen Miteinanders von besonderer Bedeutung sind, so der VHS-Direktor Adrian Grüter zur Einführung dieses Abends. Haben wir aus der Vergangenheit gelernt? Was könnten wir besser machen?
Zwei relevante Begebenheiten
Peter Baus ging zunächst auf die Vorgeschichte zum Ersten Weltkrieg ein, um die Zuhörer in die Ausgangs- und Gefühlslage vor Beginn des Krieges zu versetzen. Die Ausrufung des Deutschen Kaisers in Versailles nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 und die Nichtfortführung der Bündnispolitik nach Absetzung des politisch versierten Kanzlers Fürst von Bismark durch den jungen Wilhelm II. seien zwei besonders relevante Begebenheiten.
Zudem hätten der starke Nationalismus in den Ländern und die Staatsergebenheit ihren besonderen Beitrag geleistet. Der überhebliche Nationalstolz und die dadurch geschürte Erwartung eines schnellen Krieges - „bis zum Herbst sind alle wieder daheim“ - führte 1914 in der Stadtbevölkerung zu äußerst patriotischer Stimmung und Kriegsbegeisterung. Jedoch: Es kam anders.
Der Militärexperte Baus ging sehr sachlich auf die ursprünglichen Kriegspläne und die dann erfolgten verschiedenen Feldzugführungen ein. Er erläuterte immer wieder die aufgetretenen militärischen Probleme, die schließlich zu den verlustreichen Stellungskriegen geführt hätten. Während Baus detailliert auf die Besonderheiten der verschiedenen Schlachten bei Arras und an der Somme einging, spannte er zugleich immer wieder den Bogen zur allgemeinen Kriegslage in Europa und dem Gesamtzusammenhang der stattfindenden Feldzüge. Fragen der Teilnehmer wurden geschickt und kenntnisreich in die Ausführungen einbezogen.
Unterfüttert wurden die Ausführungen durch Kriegsfotos von den Schlachtfeldern und Landkarten zur Orientierung. Hierbei wurde sehr deutlich, wieso der Erste Weltkrieg als moderner Maschinenkrieg bezeichnet wird und eine neue „moderne“ Kriegsführung erforderte. Während bei Kriegsbeginn die Soldaten noch mit Bajonetten an den Gewehren in den Krieg marschierten (eine Ausstattung für einen Präsenzkrieg auf dem Schlachtfeld, wie dies noch in den 1870ern üblich war), bedurfte es durch das Aufkommen der Maschinengewehre und Granatwerfer neuer Kriegstaktik. Dies führte zu Kriegsführung aus Grabensystemen - und Gegengrabungen zur Minenlegung und leider auch den grauenvollen, erstmaligen Einsatz von Giftgas.
Zahllose Denkmäler
Neben dem Erinnern an die vergangenen Kriegsauseinandersetzungen wurde aufgezeigt, wie die früheren Kriegsparteien heutzutage mit der Erinnerung umgehen. Neben zahllosen Erinnerungsdenkmälern und Kriegsgräberstätten regt besonders der im Jahr 2014 vom französischen Staatspräsident Francois Hollande eingeweihte „Ring der Erinnerung“ zum Nachdenken an. In dieser kreisförmigen Gedenkstätte sind erstmalig alle Namen der Kriegsgefallenen in rein alphabetischer Reihenfolge eingraviert, unabhängig von ihrer ursprünglichen Nationalität - die ursprünglichen Todfeinde in der Erinnerung wieder vereint.
Präsident Hollande sagte in seiner Einweihungsrede: Jedes Mal, wenn „Nationalismus“ und „Ideologien des Hasses“ wieder auftauchten, müsse an die höllische Spirale vom Sommer 2014, den Beginn des Ersten Weltkriegs, gedacht werden. „Die Erinnerung ist nicht für die Vergangenheit gemacht, sondern für die Gegenwart und die Zukunft.“
Die nächste Veranstaltung der Reihe „Erinnern für die Zukunft“ findet am Donnerstag, 1. Oktober, statt. Das Thema lautet: „Vor 25 Jahren: Die deutsche Wiedervereinigung - Eine Sternstunde für Deutschland und Europa“. Kontakt: Adrian Grüter, Schweigelstraße 21, 53359 Rheinbach, Tel. (0 22 26) 92 19 20 oder adrian.grueter@vhs-rheinbach.de.
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