Pfarrer Werner Zupp beendet seine Tätigkeit als Pfarrer in der Neuwieder Evangelischen Kirchengemeinde
Pfarrer Zupp feierlich verabschiedet
Neuwied. „Als ich damals im Mai 1987 als weiterer Pfarrer neben Henning Popp und Rainer Ollesch meinen Dienst in Neuwied antrat hatten wir etwa 3.500 Gemeindemitglieder in unserer Gemeinde, von denen viele durchaus engagiert am kirchlichen Leben teilgenommen haben. Heute sind es insgesamt rund 5000 Gemeindeangehörige, die zur neuen Evangelischen Kirchengemeinde Neuwied gehören“, berichtet der jetzt aus dem Dienst ausscheidende Werner Zupp, der in Trier geboren wurde und dort in einem christlichen Elternhaus mit drei Geschwistern großgeworden ist.
Später dann als Pfarrer in Neuwied arbeitete Zupp sowohl im Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) als auch im Deutsch-Israelischen Freundeskreis sowie im Innenstadt-Netzwerk mit und konnte so manche interreligiöse Veranstaltung gemeinsam mit katholischen und anderen Glaubensgemeinschaften sowie mit der Kommune in engagierter Weise mitorganisieren. Werner Zupp begann nach dem Abitur ein Studium der Theologie (1977 bis 1980) an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Bei der Rheinischen Landeskirche legte er sein erstes theologische Examen ab und setzte dann sein Studium an der traditionsreichen Universität in Tübingen (bis 1984) fort, um dann später auch das 2. Examen bei der Rheinischen Landeskirche erfolgreich abzuschließen. Zur weiteren beruflichen Ausbildung gehörte zudem die Tätigkeit (bis 1986) als Vikar in Wuppertal-Barmen ebenso wie später das zur letztendlichen Pfarrer-Berufung gehörende „Hilfsprediger“-Jahr, das er ebenfalls in Wuppertal-Barmen absolvierte. Schließlich fand die Einführung des jungen Pfarrers am 4. Mai 1987 in der Neuwieder Marktkirche statt , nachdem das damalige Presbyterium sich für ihn ausgesprochen hatte. Diese Einführung wurde durch den damaligen Superintendenten Pfarrer Henning Popp in der Marktkirche vorgenommen, sodass Werner Zupp nunmehr 35 Jahre lang in Neuwied segensreich gewirkt hat.
Nach der „Bestallung“ des jungen Pfarrers bezog das Ehepaar Kirsten und Werner Zupp mit den beiden Kindern in ein Haus in der damaligen Pfarrstraße , die heute „Pfarrer-Werner-Mörchen-Straße“ heißt und wurde dort rasch heimisch. Das große Haus auf dem schönen Kirchenareal wurde Heimat der Familie und später, mit dem modernen Gemeindehaus bzw. mit dem Café Auszeit eine Begegnungsstätte für viele Gemeindemitglieder und für weitere an Religion, Kunst, Literatur und Musik interessierte Menschen, wobei es sowohl hinsichtlich der Betreuung von Asylsuchenden als auch während der unseligen Coronazeiten durchaus schwierige Zeiten zu bewältigen galt. In seiner Rückschau anlässlich seines Abschiedsgottesdienstes in der Marktkirche sowie bei einer Abschiedsfeier im Kirchhof im Beisein von vielen Freunden, Mitarbeitern und anderen Weggefährten dankte Pfarrer Werner Zupp all den Menschen, die ihm während seiner Amtszeit zur Seite gestanden und an der Gestaltung dieser City-Kirchengemeinde mitgearbeitet haben. Gemeinsam nahmen der Superintendent des Kirchenkreises Neuwied, Detlef Kowalski sowie der Vizepräsident der Landeskirche, Pfarrer Christoph Pistorius, die sogenannte „Entpflichtung“ (aus den Verantwortlichkeiten eines amtierenden Pfarrers) vor, die von der katholischen Gemeindereferentin Petra Frey, von Helga Knöbel, Tanja Pleiß, Luisa Kappes und Lendara Grieß mit Fürbitten begleitet wurde. Mit dabei waren natürlich auch die Pfarrerin Julia Arfmann-Knübel und Pfarrer Tilmann Raithelhuber sowie die Presbyteriumsmitglieder mit ihrem Sprecher Christian Schultze aus der eigenen Gemeinde, die künftig ohne Werner Zupp klar kommen müssen, der allerdings noch ein paar Wochen lang bleibt, um einen ordnungsgemäßen Übergang zu ermöglichen. Viele Gäste in der Kirche (darunter die Fürstenfamilie zu Wied, Oberbürgermeister Jan Einig mit dem gesamten Stadtvorstand, der katholische Dechant Peter Dörrenbächer sowie viele Weggefährten dankten dem immer auch weltoffenem Pfarrer für die vielen Jahre, in denen sie sich gemeinsam um das Wohl der evangelischen Gemeinde, aber auch um das Wohl aller Neuwieder Bürger und Bürgerinnen bemüht haben. jüg
