Allgemeine Berichte | 05.07.2017

Pfarrer Günter Lülsdorf feierte das 25-jährige Jubiläum seiner Priesterweihe

„Pflegen Sie Ihren Pfarrer gut, damit Sie ihn noch lange haben!“

Nach 20 Jahren in Erpel ist der Seelsorger in seiner Gemeinde längst voll integriert.

Flankiert von Pfarrer Andreas Arend und Diakon Reers dankte der Subsidiar, dass er in Gottes Dienst gerufen worden war.DL

Erpel. Mit einem vom Erpeler Kirchenchor musikalisch gestalteten Gottesdienst in Sankt Severinus feierte Pfarrer Günter Lülsdorf am 26. Juni das 25-jährige Jubiläum seiner Priesterweihe. „Ich freue mich, dass Sie, meine Schwestern und Brüder im Herrn, gemeinsam mit mir heute Gott danken, dass er mich auf den Tag genau vor auf 25 Jahren zusammen mit weiteren 27 Kandidaten in seinen Dienst gerufen hat“, so der Jubilar. Kurz zuvor war er mit Pfarrer Andreas Arend, Monsignore Franz Lurz, Subsidiar Klaus Theis, Diakon Winfried Reers und weiteren Geistlichen in die Kirche eingezogen, die bis auf den letzten Platz besetzt war, ein Zeichen, dass Günter Lülsdorf längst in der Alten und Freien Herrlichkeit am Fuße der Ley angekommen ist. „Hier ist Günter Lülsdorf tief verwurzelt und nicht nur mit den Gläubigen eng verwachsen“, so Hans Simon, der geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstands Sankt Severinus. So ist der Pfarrer inaktives Mitglied etlicher Vereine, zelebriert vor dem Rathaussturm der Karnevalisten eine „kölsche Mess‘“ sowie eine Weinfestmesse zum Weinfest und auch die beliebte Bergmesse samt Fahrzeugsegnung Anfang Juni auf dem Basaltplateau der Erpeler Ley hat Lülsdorf vor Jahren ins Leben gerufen.

„Er ist ganz nah an den Gläubigen“, bescheinigte Hans Simon dem Menschenfreund, der nicht nur Verständnis für die Sorgen und Nöten der Menschen hat, sondern auch viel Sinn für die nun einmal vorhandenen menschlichen Schwächen seiner Schäfchen. Basis dafür sind wahrscheinlich nicht zuletzt seine selbst gemachten weltlichen Erfahrungen. Denn Günter Lülsdorf ist ein richtiger Spätberufener. Die Sinnfrage habe für ihn zwar immer ein große Rolle gespielt, aber erst mit Anfang 40 entschied sich der Industriekaufmann zunächst Diakon zu werden, um sich dann während der Ausbildung am erzbischöflichen Institut in Köln zu entschließen, den Priesterberuf zu ergreifen. Nach dem Studium in Bonn wurde er dann am 26. Juni 1992 von Erzbischof Joachim Kardinal Meisner im Dom zu Köln zum Priester geweiht. Fast auf den Tag genau fünf Jahre später wechselte er von Sieglar und Sankt Augustin nach Erpel, wo sich der inzwischen 77-Jährige immer noch als Subsidiar um seine Gemeinde kümmert.

„Bei seiner Antrittspredigt am 31. August 1977 hat er erklärt, dass er den Schwerpunkt seiner seelsorgerischen Arbeit im Gespräch sehen würde. Und das hat unser Pfarrer bis heute auch so beibehalten. Er geht offen auf die Leute zu, unabhängig welcher Religion sie angehören, ob sie an Gott glauben oder nicht“, hob Hans Simon hervor. Entsprechend würden auch bei der kleinen Feier nach der Messe, zu der Lülsdorf Weggefährten und Vertreter der örtlichen Vereine ins Pfarrheim eingeladen habe, keine großen Reden geschwungen, damit ausreichend Zeit für Gesprächen bleibe.

„Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns“, intonierte der Erpeler Kirchenchor unter Leitung von Martin Monter auf der Orgel-Empore von Sankt Severinus und schlug o den Bogen zum Leben von Günter Lülsdorf. „Für mich war der Primizspruch aus dem zweiten Brief von Paulus an die Korinther richtungsweisend: Wir verkünden nämlich nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn, uns aber als eure Knechte um Jesu willen!“, erklärte der Jubilar. Dem priesterlichen Amt als Dienst, als radikales Dasein für andere, widmete auch Andreas Arend seine Predigt, bevor er der Gemeinde riet:. „Pflegen Sie Ihren Pfarrer gut, damit Sie ihn noch lange haben!“ Das steht für die Erpeler außer Frage. „Sie sind längst einer der Unseren geworden. Sie reichten sich nicht nach der Meinung von Mehrheiten, sondern treten für Ihre Überzeugung ein, auch wenn diese einmal nicht populär sein sollten. So machen Sie Politik ohne Politiker zu sein“, bescheinigte Bürgermeisterin Cilly Adenauer dem Jubilar.

- DL -

Flankiert von Pfarrer Andreas Arend und Diakon Reers dankte der Subsidiar, dass er in Gottes Dienst gerufen worden war.Foto: DL

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