Allgemeine Berichte | 26.02.2019

#StelterGate: Einordnung von Komiker Kai Kramosta aus Nickenich

Pfundskerl: „Witze über Doppelnamen sind harmlos“

Comedian Kai Kramosta zu „Steltergate“. Quelle: Kai Kramosta / Copyright: Damir Susak

Köln/Nickenich. Am Freitagabend, 22. Februar, kam es während der TV-Sitzung im Kölner Gürzenich zu einem Eklat. Komiker und Kabarettist Bernd Stelter hatte bei der Karnevals-TV-Aufzeichnung des WDR Witze über Doppelnamen bei Frauen gemacht. Während seines Auftritts, bei dem der Comedian den Fokus auf Annegret Kramp-Karrenbauer gelegt hatte, wurde er plötzlich unterbrochen. Eine Zuschauerin aus dem Publikum hatte zuvor Pfiffe aus den hinteren Reihen verlauten lassen. Nachdem Bernd Stelter kurz zur Ruhe im Saal bat, störte sie den Auftritt, in dem Sie einfach vor ihn auf die Bühne trat. Gabriele Möller-Hasenbeck aus Weimar machte ihrem Ärger über Stelters Doppelnamen-Witz Luft.

Screenshot. Quelle: Twitter / aktuelle Stunde

Screenshot. Quelle: Twitter / aktuelle Stunde

Einer, der schon seit etlichen Jahren im Kölner Karneval gehörig mitmischt ist Comedian und Kabarettist Kai Kramosta aus Nickenich. Wir haben ihn nach seiner Einschätzung zum Auftritt von Bernd Stelter und zur Reaktion der Zuschauerin gefragt:

BLICK aktuell: Wie viel Humor verträgt der Karneval aus ihrer Sicht und wie sehen Sie die Reaktion der Zuschauerin ?

Kai Kramosta: Die Debatte ist wie Konfetti, es streut in alle Richtungen und nachher ist es dreckiger als vorher. Witze über Doppel-Namen sind absolut harmlos und ein guter Satiriker wie Bernd Stelter kann dies intelligent aufs Korn nehmen. Ich denke, die Frau aus Weimar, die ihn zur Rede stellte, kann nicht über sich selbst lachen - wie schade! Mir ist so etwas auch schon passiert. In Düren kam eine Dame auf die Bühne, da sie mit einer meiner Scherze nicht zufrieden war (dort machte ich mich über Dicke - also mich selbst - lustig). Manche sind eben humorlos - das ist okay, die sollten dann aber nicht zu solchen Veranstaltungen gehen.

BLICK aktuell: Über welche Themen sollten Komiker heutzutage keine Witze mehr machen bzw. welche Grenzen gibt es aus ihrer Sicht auf der karnevalistischen Bühne?

Kai Kramosta: Gibt es Grenzen in der Comedy? Natürlich, aber die muss jeder Künstler für sich selbst festlegen. Die meisten treten nach oben und machen keine Witze über Menschen, die sich nicht wehren können. Das finde ich einen guten Ansatz. Politiker z.B. müssen mit Scherzen leben, das gehört eben zum Job. Zum Schluss noch mein Lieblingswitz über Doppel-Namen: „Eine Frau und ein Mann heiraten, beide heißen Müller - nach der Hochzeit heißt sie Müller-Müller; ja, sie wollte unbedingt ihren Mädchennamen behalten.“ Aber nicht, dass ich jetzt Besuch aus Weimar bekomme.... -CF-

Comedian Kai Kramosta zu „Steltergate“. Quelle: Kai Kramosta / Copyright: Damir Susak

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