Allgemeine Berichte | 09.09.2016

Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Pilotprojekt Aubachtal

Aubachtal erhält Auszeichnung für sein Pilotprojekt.Privat

Aubachtal. Vor dem Jahr 2013 war im Aubachtal zwischen Oberraden und dem Stausee Oberbieber in den letzten Jahren ein starkes Aufkommen des Drüsigen Springkrauts (Impatiens glandulifera) zu verzeichnen gewesen. Diese nicht heimische Pflanze, ein sogenannter Neophyt, verdrängt aufgrund seiner Konkurrenzkraft die ökologisch wertvolle, heimische Vegetation. Weil ihre Ausbreitung auf Kosten von einheimischen Arten erfolgen kann, tragen sie weltweit zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Die Untere Naturschutzbehörde wurde daraufhin von verschiedenen Bürgern und Ulrich Müller vom Heimat- und Verschönerungsverein Oberbieber e. V. gebeten Maßnahmen zur Bekämpfung zu ergreifen, um das ursprüngliche Landschaftsbild des Aubachtals mit seinem hohen Erholungswert für die Bevölkerung wieder herzustellen. Da es sich beim Aubachtal weder um ein Naturschutzgebiet noch um ein anderweitig geschütztes Gebiet handelt, kamen geförderte Maßnahmen über die Biotopbetreuung oder andere Naturschutzfördermaßnahmen vorliegend nicht in Betracht. Zwar hat der Landkreis Neuwied als Untere Naturschutzbehörde keine Zuständigkeit gemäß BNatSchG, jedoch hat der Kreis in einem Pilotprojet „Aubachtal“ zusammen mit den Anrainerortsgemeinden und engagierten Bürgern die Möglichkeit gesehen, dass das Indische Springkraut mit vertretbarem Aufwand bekämpft werden kann. Und so wurde bereits 2013 gemeinsam mit betroffenen Kommunen, Fachbehörden, land- und forstwirtschaftlichen Grundeigentümern und Bewirtschaftern sowie Ehrenamtlichen ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, die weitere Ausbreitung des Springkrauts im Aubachtal zu verhindern und die Flächen für die heimische Vegetation zurückzugewinnen. In dem Pilotprojekt zur Bekämpfung des Springkrauts im Aubachtal wurde an der nördlichen Verbreitungsgrenze des Neophyten ein Beweidungsvorhaben initiiert, sowie südlich gelegene, stark befallene Flächen der Beweidung zugeführt.

Das Aubachtal wurde deshalb ausgewählt, weil es sich um ein abgeschlossenes Bachtal handelt, bei dem eine Bekämpfung von der Quelle entlang des Baches hauptsächlich mit Beweidung möglich ist. Dort wo nicht beweidet werden kann, sollte das Bachtal besser belichtet werden, damit sich nach beiarbeiten dem Mähen und Mulchen wieder nach Einsaat eine Grasnarbe bilden kann, um Vertrittschäden durch Weidevieh möglichst zu minimieren. Einzelne Gehölze sollten dabei in den schattigen Bereichen entfernt werden. Ohne den Fürst zu Wied, der als Großeigentümer bereit war die große Fläche zur Verpachtung zur Verfügung zu stellen, wäre das Projekt in der Form nicht umsetzbar gewesen. So beweidet der Landwirt Arno Kroll mit seinen Charolais-Rindern auf fürstlichen Flächen das untere Aubachtal. Zudem im oberen Aubachtal Thomas Neumann mit Schafen und Scotish Highland-Rindern auf eigenen Flächen. Der 1. Kreisbeigeordnete und zuständige Umweltdezernent Achim Hallerbach betonte: „Derartige Projekte beweisen, wie wichtig es ist, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Zum Erfolg eines solchen Vorhabens gehören viele Unterstützer und in diesem Fall waren alle bereit ihr Möglichstes zum Erfolg beizutragen. So wurde von den Anrainerortsgemeinden sichergestellt, dass ein weiterer Eintrag von Springkrautsamen aus ihren Ortslagen nicht erfolgt. Dazu haben sie auch Flächen zur Verfügung gestellt und Arbeiten mittels Bauhof erledigt. Weitere Ehrenamtliche aus diesen Ortsgemeinden gehen schon seit Jahren hin und entfernen neue aufkeimende Springkrautstandorte mittels Freischneider und per Hand.“

Es werden aber auch immer wieder die Bürger von den einzelnen Teilnehmern des Projektes aufgefordert überall dort das Springkraut per Hand zu entfernen, wo sie es gerade finden. Auch Vertreter der ansässigen Naturschutzgruppen kommen immer wieder ins Aubachtal und entfernen Springkraut, dann meistens per Hand. Die fürstlich-wiedische Verwaltung kümmert sich die Entfernung des Springkrauts im Wald. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Springkrauts im Aubachtal laufen seit 2013 mit beachtlichen Ergebnissen. Der jährliche Erfolg der Maßnahmen wird seitens des Kreises im Rahmen eines Monitorings unterstützt und Gerätschaften und Saatgut zur Verfügung gestellt.

Aubachtal erhält Auszeichnung für sein Pilotprojekt.Foto: Privat

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