Allgemeine Berichte | 10.01.2015, 10:52 Uhr

Jahresbericht des Rhein-Sieg-Kreises

Prävention, Intervention und Wege zur Besserung

Fachkräfte des Schulpsychologischen Dienstes auch in 2014 stark nachgefragt

Rhein-Sieg-Kreis. Eigentlich ist Tim ein pfiffiger Schüler. Jedoch machen ihm seine Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten und ständigen Konflikte mit den Mitschülerinnen und Mitschülern das Lernen und Leben in der Klasse schwer. Die Schule sieht hier eine dringende sonderpädagogische Unterstützung für Tim. Die Eltern für Tim sind erleichtert, dass er diese nun im Rahmen des gemeinsamen Lernens in seiner Schule und damit in vertrauter Umgebung erhält. Doch wie sieht der weitere schulische Weg für Tim aus? Welche konkreten Lernbedingungen und Hilfen benötigt Tim? Das versuchen Eltern und die Klassenlehrerin gemeinsam, mit einer Fachkraft des schulpsychologischen Dienstes zu klären.

„Für Schulen, Lehrkräfte, Eltern und Kinder stellen die aktuellen Veränderungen, die mit dem Aufbau eines inklusiven Schul- und Bildungssystems verbunden sind, Chancen, aber auch Herausforderung dar“, so Johanna Härtel, Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes des Rhein-Sieg-Kreises. „Dabei möchten wir alle Beteiligten in diesem Prozess unterstützen.“ So stehen 13 Fachkräfte des Schulpsychologischen Dienstes den 200 Schulen mit mehr als 80.000 Schülerinnen und Schülern und den Bürgerinnen und Bürgern in den 19 Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises mit Rat und Tat zur Verfügung.

Der Fokus ist dabei auch auf Prävention gerichtet. Entsprechend hat der Schulpsychologische Dienst im vergangenen Jahr seine präventiven Angebote für Lehrkräfte und Schulen noch einmal deutlich ausgebaut. Insbesondere Fortbildungen für Sonderpädagogen im gemeinsamen Lernen, Lehrersprechstunden, Supervisionsgruppen und spezielle Begleitung für Kollegien, deren Schulen sich im Veränderungsprozess befinden, fanden eine große Resonanz. Wie groß der Bedarf an Beratungen im schulischen Alltag ist, zeigen die mehr als 350 Einzelanfragen von Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrern. Soziale Konflikte in Klassen (zum Beispiel Mobbing), der Umgang mit schwierigen Schülerinnen und Schülern, Störungen des Unterrichts, Leistungs- und Schulverweigerung, aber auch mangelnde Kooperation oder Konflikte mit Eltern waren Anlässe, eine Beratung und Unterstützung durch den Schulpsychologischen Dienst zu erbitten.

Hilfe für Schüler jeden Alters

Auch viele Eltern suchten wegen schulischer Schwierigkeiten ihrer Kinder Rat bei den schulpsychologischen Fachkräften. Mit mehr als 1.000 Einzelfallberatungen und rund 800 Neuanmeldungen im vergangenen Jahr war die pädagogische Unterstützung hier weiterhin hoch. Standen bei Grundschülerinnen und Grundschülern unter anderem Lern- und Konzentrationsstörungen sowie Fragen der sonderpädagogischen Unterstützung im Vordergrund hatten ältere Schülerinnen und Schüler Probleme mit Mobbing, mangelnder Lernmotivation und gravierenden psychischen und familiären Belastungen.

Eine besondere Herausforderung für die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen stellten im vergangenen Jahr auch die zahlreichen Kriseneinsätze nach belastenden Ereignissen in Schulen oder bei erheblichen psychischen Auffälligkeiten einzelner Kinder oder Jugendlicher dar. Neben der schulpsychologischen Krisenintervention in akuten Situationen konnten die speziell geschulten Psychologen des Schulpsychologischen Dienstes in Kooperation mit Schulträgern, der Polizei und anderen Partnern an der Entwicklung von Krisenkompetenz und dem Aufbau von Krisenteams in Schulen mitwirken.

„Der Ausbau der präventiven Angebote mit dem Ziel, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften sowie Kooperationspartnern bei den Herausforderungen im Schulalltag und einem sich verändernden Schulsystem zu unterstützen, wird auch im neuen Jahr ein Schwerpunkt der Aktivitäten des Schulpsychologischen Dienstes sein“, so Maria Buchholz-Engels, Leiterin der Psychologischen Beratungsdienste des Rhein-Sieg-Kreises.

Pressemitteilung

Rhein-Sieg-Kreis

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