Allgemeine Berichte | 30.05.2025, 12:02 Uhr

Evangelische Kita Allerheiligenberg

Präventionsprojekt „Deine Grenze, meine Grenze – Stopp und Nein“

Präventionsprojekt „Deine Grenze, meine Grenze – Stopp und Nein“
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Lahnstein. Jede Kita in Rheinland-Pfalz benötigt ein Schutzkonzept für ihre Betriebserlaubnis.

Ein Kita-Schutzkonzept ist eine schriftliche Regelung, die definiert, wie eine Kita ihre Kinder vor Gewalt und Missbrauch schützt. Es dient der Prävention und dem Schutz der Kinder, indem es für Faktoren und Anzeichen von Kindeswohlgefährdung sensibilisiert und klare Handlungsweisen bei Verdacht oder Vorliegen von Gewalt vorsieht. Die Umsetzung des Schutzkonzepts ist seit 2021 in Deutschland gesetzlich verpflichtend.

Auch unserer Landeskirche der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist der Kinderschutz und dessen Umsetzung von großer Wichtigkeit. So werden Mitarbeitende regelmäßig geschult und können sich jederzeit Beratung und Unterstützung beim dort eigens eingerichteten Kinderschutzdienst einholen.

Inhalte sind unter anderem:

Risikoanalysen, Handlungs- und Notfallpläne, Beschwerdemanagement, Krisenpläne bei Kindeswohlgefährdung, Sensibilisierung, Erziehungspartnerschaft und ganz wichtig PRÄVENTION, also das Verhindern im Vorfeld.

Deutlich muss hier gesagt werden, dass neben Übergriffen durch Erwachsene auch das Thema Übergriffe unter Kindern in den Blick zu nehmen ist:

Beißen, treten, schubsen sind gewaltsame Handlungen, die nicht geduldet werden dürfen.

„Mein Körper gehört mir“ – vielen ist der nun schon mehr als 25 Jahre alte Slogan der Pro Familia noch ein Begriff und ist heute mehr denn je von großer Bedeutung. Denn seit dem Jahr 2000 steht auch das Züchtigen, also schlagen der eigenen Kinder (wozu auch der „Klaps“ gehört) unter Strafe.

Das Team der Ev. Kita Allerheiligenberg greift all dies in einem immer freitags stattfindenden Präventionsprojekt „Meine Grenze, deine Grenze – Stopp und Nein“ auf, bei denen die Kinder Handwerkszeug an die Hand bekommen, mit dem sie sich im Notfall und bei Übergriffen angemessen, also gewaltfrei zur Wehr setzen können.

Mit selbstgeschriebenen und gezeichneten Geschichten aus dem Kita-Alltag greifen die päd. Fachkräfte dieses Thema auf und befähigen die Kinder, sich in Notfällen unter Kindern (regelmäßiges Ärgern, Spielzeuge wegnehmen, ungefragt geküsst zu werden, aus einer Rangelei wird plötzlich ernst) Hilfe zu suchen.

Hierbei werden sie von den zwei Freunden „Stopp“ und „Nein“ begleitet.

Ein eigens von der Kita dazu geschriebenes und vertontes Lied mit entsprechenden Handbewegungen gibt auch den Jüngsten die Möglichkeit, sich bemerkbar zu machen:

„Stopp, Nein, ich will das nicht, lass das sein…“

So hören und/oder sehen Freunde und Erwachsene, dass ein Kind in Not ist und Hilfe benötigt.

Wichtig: Es handelt sich hier um ein Notsignal und Wörter, die Kinder auch nur in der Not anwenden sollen. Dies wissen die Kinder und unterstützen sich gegenseitig.

Auch Eltern melden zurück, dass die Kinder ihre „zwei Freunde“ auch außerhalb der Kita einsetzen. Wenn ihnen zum Beispiel die Verkäuferin ungefragt über die Wange streichelt oder die Tante ungefragt einen „feuchten Schmatzer“ aufdrückt.

Denn auch eine solch ungefragte Handlung stellt eine Übergriffigkeit dar.

So geraten die Erwachsenen manchmal in Erklärungsnot – und empfinden die Reaktion ihres Kindes vielleicht als unangenehm. Doch es ist notwendig, dass Kinder lernen, Nein zu sagen und sich bemerkbar machen, wenn ihnen eine Situation „komisch“ erscheint. Dies ist gelebter Kinderschutz.

Kindern keine Angst machen, aber sie stärken, mutig für sich und ihre Bedürfnisse einzustehen und sie befähigen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu schützen, ist das Ziel dieser Präventionsmaßnahme.

Die evangelische Kita Allerheiligenberg freut sich, dass dieses Lied „Ich hab zwei Freunde Stopp und nein…“ dabei hilft Kinder zu schützen und zu stärken.

Unbedingt mal vorbeischauen und anhören.

Denn seit dem 30-jährigen Jubiläum der Kita gibt es eine Jukebox, mit diesem und 2 weiteren selbstgeschriebenen Liedern der Kita.

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