Feierliche Inthronisation des Koblenzer Tollitätenpaares
Prinz Marcel und Confluentia Rebecca regieren die Koblenzer Narrenwelt
Koblenz. Nach 1974, 1995, 2008 stellt das Närrische Corps Blau-Weiß Niederberg 1962 e.V. erneut mit „Prinz Marcel – der Flammende Niederberger“ sowie „Confluentia Rebecca“ das Koblenzer Prinzenpaar für die Session 2018.
Am Samstag, 6. Januar, begann um 20 Uhr mit einem fulminanten Auftakt der „Kölner Ratsbläser e.V.“ die Prinzeninthronisation in der gutbesuchten Rhein-Mosel-Halle. Im Anschluss an die schmissigen Klänge der „Ratsbläser“ begrüßte AKK-Präsident Franz-Josef Möhlich, umringt vom AKK-Vorstand, die Gäste in der Rhein-Mosel-Halle. Besonders grüßte er den Hausherrn, den noch amtierenden Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, sowie den rheinland-pfälzischen Justizminister Herbert Mertin. Weitere hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft wurden über einen Beamer zu beiden Seiten der Bühne dem Publikum vorgestellt.
Doch bevor unter den Klängen des Fanfarenzuges „Blau-Weiß e. V. Rhens“, den Fahnenabordnungen aller Koblenzer Karnevalsvereine, gefolgt von Abordnungen Niederberger Vereine der Prinzen stellende Verein mit „Prinz Marcel – der Flammende Niederberger“ und „Confluentia Rebecca“ in die Halle einmarschierte, machte der Hofnarr Fabian seiner Tollität seine Aufwartung. Von großem Jubel begleitet, marschierten nun Prinz und Confluentia samt Gefolge in die Rhein-Mosel-Halle ein. In der traditionellen Vereidigung gelobten „Prinz Marcel – der Flammende Niederberger“ (mit bürgerlichem Namen: Marcel Müller) und seine „Confluentia Rebecca“ (Rebecca Fläschenträger) bis zum Aschermittwoch dem Muckertum den Kampf anzusagen und dem Karneval treu zu dienen. Bei der anschließenden Ansprache des Prinzen an die närrischen Untertanen war direkt klar, dass mit diesem Prinzenpaar die wohl jüngsten Tollitäten die Koblenzer Narrenwelt regieren.
„Die Erfüllung meines Kindheitstraumes“
„Mit Freude und voller Stolz finde ich das einfach ‚geil‘, hier oben auf der Bühne zu stehen und die Erfüllung meines Kindheitstraumes zu erleben“, so Prinz Marcel. Weiter versprach er, mit Unterstützung seines Närrischen Corps, mit seiner Confluentia den Närrinnen und Narren den Karneval näherzubringen und so Frohsinn und Freude zu bereiten. Bevor nun das Zepter vom Ex-Prinz „Christian dat Schängelche vom Musselstrand“ und Ex-Confluentia „Kathi“ von 2017 an die neuen Tollitäten überreicht wurde, richtete Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig sein Grußwort an die Koblenzer Tollitäten. Aufgrund der momentanen Hochwassersituation in Koblenz sprach er dem anwesenden Chef des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz Meik Maxeiner den Dank der Koblenzer Bürgerinnen und Bürger aus. Ferner bedankte er sich beim Präsidenten der AKK Franz-Josef Möhlich für seinen karnevalistischen Einsatz. Traditionsgemäß erfolgte der Gardetanz aller Funkenmariechen der AKK-Karnevalsvereine, die auch in diesem Jahr wieder von Petra Knopp und Sandra Engel trainiert wurden.
Nachdem die Bütt nach vorne gerückt, daneben ein Tisch mit verschiedenen Utensilien bereitgestellt wurde, erinnerte Franz-Josef Möhlich an vergangene Redner, die den Koblenzer Karneval stark prägten. Einer, der gekonnt vier große Karnevalisten auf der Bühne aufleben ließ, war Stephan Otto, Präsident des Katholischen Lesevereins. Angefangen hat Stephan Otto, ausgestattet mit dem garnierten Hut mit Lauch und Salat sowie der Kartoffelkette, mit der „Krombier aus der Altstadt“ dem legendären Rolli Diell. Nach einem kurzen Zwischenstück erschien er als „Altstadtführer Manfred Gniffke“ und erzählte in gekonnter Gniffke-Manier einige Anekdoten. In Anlehnung an die Nachkriegszeit sang er das noch bei vielen älteren Koblenzern bekannte Lied vom „Pferdemetzger Hillesheim“, wo man „für 1 Mark on 10“ billig Pferdefleisch kaufen konnte. Bei der zweiten Strophe wurde Stephan Otto vom „Original“ Manfred Gniffke unterstützt. Als weiteren großen Redner der vergangenen Jahre persiflierte er Werner Laube von der „Klamauk-Partei“. Seinen Ausflug in die Vergangenheit beendete Stephan Otto in Erinnerung an den großen Karl Rosenbaum mit dem braunen Hütchen, der roten Weste und dem Köfferchen. Karl Rosenbaums Lieblinge waren die Hunsrücker, die er immer wieder in kleinen Anekdoten erwähnte. Nach der letzten Strophe des Gedichtes von Karl Rosenbaum „et es scheen en Freund ze han“ brach frenetischer Applaus in der Rhein-Mosel-Halle aus. Als Dank an diesen Supervortrag wurde an diesem Abend die erste närrische Rakete gezündet.
Frenetischer Applaus für einen Supervortrag
Nach diesem Vortrag wurde die Bühne von spanischen Stieren in Beschlag genommen. Zu flotten spanischen Melodien tanzte die Showtanzgruppe vom Närrischen Corps Blau-Weiß und machte damit dem Tollitäten-Paar seine Aufwartung. Seit einigen Jahren kommen auch immer wieder neue Lieder in Kowelenzer Platt auf den Markt. Bekannt wurde Daniel Ferber als der „singende Müllmann“, heute ist er mit seinem „Kowelenz“ von den karnevalistischen Bühnen nicht mehr wegzudenken.
Auszeichnung verdienter Persönlichkeiten
Wie bei jeder Inthronisation, so wurden auch diesmal wieder Persönlichkeiten mit dem Großen Verdienstorden der AKK ausgezeichnet. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Stephan Otto, Hermann-Josef Bretz (beide sehr stark im Karneval engagiert) und Mario Blinn von der Seniorenresidenz Moseltal, der in vielfältiger Weise besonders Großveranstaltungen der AKK unterstützt. Die Showtanzgruppe der Gülser Seemöwen lud mit einem rasanten Showtanz unter dem Motto „Liebe, Herz, Schmerz“ alle zum Mitsingen ein. Trainiert von Sonja Knorr und Deborah von Paul tanzten sie zu bekannten Melodien zum Thema Liebe. Danach blieb bei Dörthe Dutt, die zum ersten Mal bei der Inthronisation auf der Bühne stand, kein Auge trocken. Dass der Abend damit noch nicht ganz zu Ende war, dafür sorgte das „Männerballett“ der Gülser Seemöwen. Verstärkt mit dem AKK-Präsidenten und einigen Ex-Prinzen tanzten die Männer zu Melodien von AC/DC wie etwa „Highway to Hell“ und vielen mehr.
Bevor die Veranstaltung mit dem traditionellen Schängellied, gesungen von Thorsten Schupp, zu Ende ging, spielte sich der „musikalische Clown“ Bruce Kapusta noch in die Herzen der Koblenzer Närrinnen und Narren.
Bei Dörthe Dutt, die zum ersten Mal bei der Inthronisation auf der Bühne stand, blieb kein Auge trocken.
Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig ließ es sich nicht nehmen, sein Grußwort an die Koblenzer Tollitäten zu richten.
Stephan Otto trat als „Altstadtführer Manfred Gniffke“ auf und erzählte in gekonnter Gniffke-Manier einige Anekdoten, bis er vom „Original“ Manfred Gniffke unterstützt wurde.
