Allgemeine Berichte | 21.11.2023

50. Treffen der Kempenicher Ortsgeschichte: Ein Rückblick

Prinzen und Originale: Beunstraße im Rampenlicht

Das Josefshaus. Foto: privat

Kempenich. In einem besonderen Rahmen fand das 50. Treffen im Kontext der Kempenicher Ortsgeschichte statt, bei dem 37 Zuhörer aus verschiedenen Regionen zusammenkamen. Auch der Ortsbürgermeister, Dominik Schmitz, nahm sich die Zeit, um die Geschichte der Beunstraße und ihrer Bewohner zu verfolgen. Ein Anwohner informierte darüber, dass es in Deutschland nur zwei Straßen mit dem Namen „Beunstraße“ gibt, wobei die andere in Karlsruhe liegt. Die Herkunft des Namens „Beun“ könnte auf einen früheren Flurnamen wie „Beunde“ oder „Biunta“ zurückzuführen sein, was auf ein eingezäuntes Grundstück mit Spezialkulturen hinweisen könnte. Eine alternative Theorie besagt, dass er möglicherweise von einem früheren Beinhaus stammt.

Die Beunstraße hat auch eine bemerkenswerte Verbindung zur Geschichte der GKKG (Gesellschaft für Karneval und Kirmes in Kempenich), da drei Prinzenpaare aus dieser Straße stammten. Darüber hinaus gab es in der Beunstraße viele Originale, die für zahlreiche Anekdoten sorgten. Einer von ihnen, Richard Schmitz, bekannt als „Scholli Deck“, war ein fleißiger Kirchgänger und sang bei dem Lied „Hosianna“ seine eigene Version mit dem Namen „Os Anna“ in der Höhe.

Eine kuriose Anekdote aus vergangenen Zeiten erzählt von einem Ehepaar um 1900, das 13 Kinder hatte. Da es damals keine Wecker gab, hatte die letzte Person, die morgens aufstand, keine Kleider zum Anziehen. Die Gaststätte „Zur Alten Schmiede“ hatte von 1967 bis 1995 neben dem ersten Wirt „Bachs Pitter“ zahlreiche Nachbetreiber. Hubert Schmitz, auch als „Hub“ bekannt, lebte in der Beunstraße, bevor er 1950 an der Bundesstraße eine Bierniederlassung eröffnete und ab 1959 die Gaststätte „Zum Heidnerhof“ führte. Er war bekannt dafür, meistens mit Pantoffeln unterwegs zu sein und erhielt daher den Spitznamen „Schluffmattes“.

Josef Hackenbruch, ein gelernter Steinmetz, erreichte sogar das Amt des Bürgermeisters in Hückeswagen von 1954 bis 1969 im bergischen Land. Kurt Gros, ein weiterer Bewohner der Beunstraße, diente als Bürgermeister von 1970 bis 1994. Leider erinnert ein tragisches Ereignis daran, dass die Beunstraße nicht von Kriegsfolgen verschont blieb. Am 23. Dezember 1944 forderte ein Bombenangriff vier Menschenleben in der oberen Beunstraße. Um das Jahr 1920 gab es in einem der ältesten Häuser (ca. 1820) eine bemerkenswerte Bewohnerin namens Magdalena Geulig, die wegen ihres Vornamens „Mäddelünne“ genannt wurde. Sie war eine präzise Wettervorhersageexpertin und kannte sich gut mit den damaligen Bauernregeln aus.BA

Das Josefshaus. Foto: privat

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