Feierliche Vertragsunterzeichnung im Ratssaal
Projekt MeGA geht in die achte Auflage
Es handelt sich um eine Initiative der Stadt Meckenheim und der Geschwister-Scholl-Hauptschule
Meckenheim. Es ist eine Erfolgsstory der ganz besonderen Art, das Projekt MeGA, das es nun in der achten Auflage in Meckenheim geben wird. Bei „Meckenheimer Garantie für Ausbildung“ handelt es sich um eine Initiative der Stadt Meckenheim und der Geschwister-Scholl-Hauptschule.
Das Ziel besteht darin, jedem Schüler eine gute Perspektive zu bieten und Betrieben aus Meckenheim geeignete Auszubildende zu vermitteln. Dazu erklären sich Meckenheimer Unternehmer gegenüber der Stadt verbindlich bereit, das Projekt zu unterstützen und Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.
Jeder Schüler der neunten Klasse erhält die Möglichkeit, mit Stadt, Schule und den Kooperationsunternehmen einen Vertrag zu schließen, in dem die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes garantiert wird. Der Schüler verpflichtet sich im Gegenzug, bestimmte Leistungen zu erbringen, unter anderem einen Hauptschulabschluss nach Klasse zehn, keine mangelhaften Leistungen und als Note im Schnitt mindestens befriedigend. Deutsch, Mathematik und Arbeitslehre müssen befriedigend sein. Unentschuldigte Fehltage darf es nicht geben, eine aktive Teilnahme am Berufsförderunterricht und ein positives Verhalten und soziales Engagement ist erwünscht. Nun hat nicht jeder Schüler die gleichen Voraussetzungen, mancher hat es nicht so mit der Mathematik oder der deutschen Rechtschreibung. Hier werden die Schüler über den Regelunterricht hinaus an der Geschwister-Scholl-Hauptschule individuell gefördert. Es wird gezielt Nachhilfe an der Schule angeboten. Wobei dieses Angebot dann letztlich doch verpflichtend ist.
Bei MeGA handelt es sich um eine einzigartige Initiative im Rheinland, wodurch nicht nur die Schüler gefördert werden, sondern auch die Betriebe geeignete Auszubildende aus der Region bekommen, womit auch gezielt dem Fachkräftemangel vorgebeugt werden soll. Bundesweit hat das Projekt längst Furore gemacht.
So gab es unter anderem den zweiten Platz im Deichmann-Förderpreis, das Preisgeld konnte wieder in das Projekt gesteckt werden.
Bürgermeister Bert Spilles übernahm es gemeinsam mit Rektor Peter Hauck und Kreishandwerksmeister Thomas Radermacher, die Schüler und ihre Eltern im Ratssaal zu begrüßen. Der Kreishandwerkermeister betonte, dass es allein im Bezirk der Handwerkskammer Köln derzeit rund 1000 offene Lehrstellen gebe, denen auch rund 1000 Bewerber gegenüberstehen, die aber oftmals nicht zueinander passten. Er forderte alle auf, sich Gedanken über Praktika zu machen, und zwar auch, um Illusionen über den Wunschberuf zu verlieren.
Er betonte, dass es kein Beinbruch sei, eine Fehlentscheidung zu treffen, einzig falsch wäre es, überhaupt keine Entscheidung zu treffen. Im Praktikum können die eigenen Stärken und Schwächen erkannt werden. Schulleiter Hauck zeigte sich erneut erfreut über die große Bereitschaft der Meckenheimer Unternehmer, Plätze für Praktika zur Verfügung zu stellen. Er eröffnete seinen Beitrag damit, dass sich sogar ein Unternehmer aus Mallorca gemeldet habe und einen Platz zur Verfügung stellen wollte, den hätten dann aber alle Lehrer haben wollen. Was natürlich nicht ganz ernst gemeint war. Er dankte der Schulband für die musikalische Unterstützung und betonte, dass bisher von 270 Schülern im MeGA-Projekt 160 eine Ausbildung im dualen System begonnen hätten.
Bürgermeister Spilles betonte, dass das Projekt nur gelingen könne, wenn sich alle Akteure kennen würden und sich dies in einer Stadt von überschaubarer Größe umsetzen ließe. In einer kleinen Diskussionsrunde auf dem Podium gaben KSK-Direktorin Sonja Schallenberg, Sängerhof-Chef Wilhelm Ley und Martin Weißweiler wichtige Tips für die künftigen Berufsstarter. Klare Ansage von allen: Praktika sind eine wichtige Sache, um sich gegenseitig kennenzulernen. Schallenberg betonte, dass sich mit dem Hauptschulabschluss der 10B durchaus auch bei der Sparkasse beworben werden könne, ein Praktikum im Vorfeld sei auch hier hilfreich. Sängerhof-Chef Ley betonte, dass 2018 auch wieder fünf Auszubildende eingestellt werden sollen. Einig waren sich alle, dass es gar nicht so sehr auf die Noten ankomme. Soziale Kompetenz oder Teamfähigkeit sind mitunter genauso wichtig. Und Ley erklärte, warum er und sein Team sehr viel Wert auf eine handgeschriebene Bewerbung legen. Weniger der Noten wegen, sondern vielmehr um zu sehen, wie viel Mühe sich damit jemand gemacht hat. Zur anschließenden Vertragsunterzeichnung wurden alle Schüler mit den Eltern nach vorn gerufen, bevor es anschließend gemeinsam zur Baumesse in die Jungholzhalle ging. Eine gute Möglichkeit für die Schüler, sich über das Meckenheimer Handwerk zu informieren und schon mal für die ersten Praktikumsplätzenachzufragen
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Bei Schulleiter Peter Hauck leistete Miryam Herbrich im Beisein von Mutter Petra Turczi ihre Unterschrift unter den Vertrag. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
