Der MGV Concordia Oberraden und Oberhonnefeld-Gierend sowie der Singkreis traten auf
Projektchor feierte seine Premiere
Nachweihnachtliches Konzert für Chöre des Kirchspiels in der Epiphaniazeit
Oberhonnefeld. Während für die einen die Karnevalszeit längst begonnen hat, ist für die anderen die Weihnachtszeit noch nicht vorbei. So auch für die Chöre des Kirchspiels Oberhonnefeld und die Besucher des Konzerts in der evangelischen Kirche am vergangenen Samstag. Der Männergesangverein Concordia Oberraden war gekommen, der Männergesangverein Oberhonnefeld-Gierend und der Singkreis der Kirchengemeinde. Eine Besonderheit war der Auftritt des Projektchors der evangelischen Kirche.
Edith Vonau war für den erkrankten Pfarrer Beck eingesprungen, der normalerweise die Konzertbesucher begrüßt und durch die Veranstaltung geführt hätte.
Ein paar Jahre lang hat das sonst traditionelle Konzert nicht mehr stattgefunden, jetzt wurde es sozusagen wiederbelebt. Edith Vonau erklärt: „Wir richten das Konzert mit weihnachtlichem Charakter in der nachweihnachtlichen Zeit aus. Wir befinden uns ja noch im kirchlichen Weihnachtsfestkreis. Der endet in unserem evangelischen Verständnis mit der Epiphaniazeit. Das hängt immer davon ab, wann Ostern ist. In diesem Jahr endet somit diese Weihnachtszeit am Sonntag, 5. Februar.“
Zum Konzert eingeladen werden immer verschiedene Chöre aus dem Kirchspiel. Diese wechseln sich mit der Beteiligung ab. Von den Besuchern wird kein Eintritt verlangt, die Chöre erheben keinen Anspruch auf Gage. Allerdings wird am Ende des Konzerts um eine Spende am Ausgang gebeten. Das eingesammelte Geld wird dann zu gleichen Teilen an die beteiligten Chöre verteilt.
Eine Premiere bei diesem Konzert hatte der aus dem Singkreis hervorgegangene Projektchor. Edith Vonau beschreibt, wie es dazu kam: „Leider haben wir es im Singkreis, wie viele andere Chöre auch, mit einer gewissen Überalterung zu tun. Da hatten wir die Idee, dass wir aus Anlass dieses nachweihnachtlichen Konzerts einfach mal fragen, wer Lust hat zu singen. Für diese neu entstandene Gruppe haben wir dann ein komplett neues Lied eingeübt.“ Dabei handelte es sich um „Für die Schönheit dieser Welt“, komponiert von John Rutter. „Das war auch für die Mitglieder des Singkreises neu. Wir wollten nicht, dass die Singkreis-Mitglieder etwas Bekanntes singen, was die neu dazugekommenen Sänger komplett neu erlernen müssen. So mussten alle gemeinsam dieses Lied neu erlernen. Das musste auch sehr schnell gehen, denn vor Weihnachten waren alle Beteiligten in irgendeiner Weise verplant. So konnten wir mit den Proben für den Projektchor erst Anfang Januar beginnen und haben uns vor dem Konzert nur viermal treffen können.“
Mit dem Ergebnis ist Edith Vonau sehr zufrieden: „Es war für meine Begriffe toll. Die Sänger waren fast alle immer bei den Proben anwesend, es hat ihnen Spaß gemacht.“ Zehn zusätzliche Sängerinnen und Sänger haben im Projektchor mitgemacht. Am Samstag standen somit 24 Akteure vor den Zuhörern in der evangelischen Kirche. Sie werden nicht alle dabei bleiben und ab jetzt im Singkreis mitmachen, glaubt Edith Vonau. Aber vielleicht überlegt es sich der eine oder die andere noch. Immerhin hat der Singkreis alle am Ende des Konzerts noch zu einem kleinen Imbiss und Umtrunk ins evangelische Gemeindehaus eingeladen, als kleines Dankeschön fürs Mitmachen. Die Organisatorin hofft auch: „Vielleicht gibt es noch mal eine Gelegenheit, wo wir dieses Experiment mit dem Projektchor wiederholen können.“ Der Singkreis, der sich bewusst so und nicht Kirchenchor nennt, besteht schon seit 35 Jahren und trifft sich regelmäßig am Donnerstagabend zu den Proben. Auftritte finden statt zu den hohen Festtagen wie Christmette, Karfreitag, Ostersonntag und zwischendurch zu verschiedenen Anlässen. Edith Vonau: „Wir pflegen seit einiger Zeit auch ein bisschen mehr Geselligkeit, machen jedes Jahr eine Chorfahrt und gehen auch mal zusammen wandern.“
Der MGV Concordia Oberraden unter der Leitung von Wolfgang Fink hatte Stücke von Hubert von Goisern („Weit, weit weg“), Leonhard Cohen („Halleluja“) und von den Bläck Fööss („Stammbaum“) mitgebracht. „Halleluja“ ist eines der am meisten gecoverten Lieder der Welt, wird zu den unterschiedlichsten Anlässen zu Gehör gebracht und passt auch perfekt in ein nachweihnachtliches Konzert. In „Weit, weit weg“ steht die Natur als Metapher für die Gefühle der Menschen: Der Winter ist da und die Nacht bricht herein - wie lässt sich das Gefühl des Verlassenwerdens besser beschreiben? Genau wie der Sommer in den Bergen ist die Liebe weit, weit weg.
„Stammbaum“ hat aktuell politischen Charakter bekommen: Das Lied handelt davon, dass es schön ist, wenn Menschen aus aller Welt ihr Glück in Köln suchen - auch trotz oder gerade wegen der aktuellen Vorfälle in der Silvesternacht 2015/2016.
Unter der neuen Leitung von Jürgen Hoffstötter sang der MGV Oberhonnefeld-Gierend die Stücke „All nicht, all day, angels watching over me my Lord“, „Tebje Pojem“, „Weihnacht, frohe Weihnacht“ und „Herbei, oh ihr Gläubigen. Der aus 14 Männern und Frauen gemischte Singkreis unter der Leitung von Valentina Leinweber trat mit „Die wunderbarste Zeit ist nah“ auf sowie mit „Schön ist die Erde“, einer schlesischen Volksweise. Das vom Projektchor gesungene „Für die Schönheit dieser Welt“ wurde von John Rutter komponiert, den die Mitglieder des Singkreises vor einigen Jahren bei einem Workshop in Köln anlässlich ökumenischer Chortage persönlich erlebt haben.
Anschließend sangen alle Aktiven gemeinsam mit den Besuchern des Konzerts das Lied „Wo die Liebe wohnt“. Valentina Leinweber hatte dafür die entsprechenden Liedblätter an alle Gäste verteilt. Mit einem von Edith Vonau vorgetragenen Gebet zum neuen Jahr endete die Konzertveranstaltung, alle begaben sich zum Empfang ins Gemeindehaus.
