Rhein in Flammen lockte Hunderte von Besucher auf die Unkeler Rheinpromenade
Promenade vom Gefängnisturm bis zum Fronhof leuchtete in mystischen Rot
Lange vor dem vorbeiziehenden Schiffskonvoi genossen die Besucher die gemütliche Atmosphäre
Unkel. Stadtbürger Gerhard Hausen strahlte am Samstag bei sommerlichen 20 Grad mit der Abendsonne um die Wette. Schon als sich die Schiffe von Bonn auf den Weg Richtung Linz machten, hatte sich die autofreie Rheinpromenade der Kulturstadt Unkel mit bestens gelaunten Gästen gefüllt. „Heidewitzka, Herr Kapitän mem Müllemer Böötche fahre mer su jän“, begrüßte das Bläserkorps der Karnevalisten vom
Freiligrathhaus aus die vorbeifahrenden Dampfer, auch wenn man noch lange nicht em Dunkle schunkele konnte und de Stääne auch nicht am funkele waren.
„Wir kommen schon seit Jahren zu Rhein in Flammen hier nach Unkel, nicht zuletzt weil man von der Rheinpromenade so einen tollen Blick auf das Siebengebirge mit dem Drachenfels hat“, schwärmte ein Kölner Ehepaar. Und da es auf Hawaii angeblich kein Bier gibt, blieben auch die Musiker lieber vor Ort, zumal der CDU-Ortsverein wieder für Getränke und Gegrilltes sorgte. Für Freunde von jet Sößem gab es nebenan
zudem Softeis, gebrannte Mandeln und Zuckerwatte sowie Lebkuchenherzen für Schmusekatzen, Windelpiraten und Chaosqueens.
Gerade erst hatten die Bläser unter Leitung von Alexander Meurer zu einer Schlagerreise von Mexiko bis nach Amsterdam eingeladen, als dumpfes Grollen aus Süden den Start des Schiffkonvois in Linz ankündigte. Dieser glitt unter der Laser-Rekonstruktionsarbeit der 1945 eingestürzten Ludendorffbrücke, die wie in den Vorjahren von „Spacecannons“ an den Himmel „gemalt“ wurde, gemächlich an der großen Erpeler Rheinwiese vorbei, auf welcher der Bürgerverein wieder sein Maifest feierte. Währenddessen verteilte der Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge GmbH, Oliver Bremm, Knick-Lichter, auch wenn diese keine Chance hatten, gegen die fluoreszierende Bengalleuchten anzukämpfen. Diese hüllten die Gebäude der Unkeler Promenade vom Ge-fängnisturm bis zum Fronhof in mystisches Rot, als die ersten der geflaggten und festlich illuminierten Schiffe der Armada um die „Loreley“, das „Deutsche Eck“ oder den „Mobby Dick“ den Unkeler Rheinbogen erreicht hatten. Aber auch der Rhein selbst stand in Flammen, mussten die Unkeler, die von der Mariensäule bis um Fronhof in dichten Menschentrauben zusammenstanden, doch auch auf ein bombastisches Höhen-Feuerwerk nicht verzichten.
Langgliedrige Silberspinnen, violette Palmen und rote Chrysanthemen explodierten hinter dem Gefängnisturm am Nachthimmel, in den schmale Goldfontänen emporschossen, während die Schiffe auf die Insel Grafenwerth zuglitten. Violette Palmen sowie riesige Blüten in Pink und Weiß, langgezogene Kamuro-Weiden und Schmetterlinge erstrahlten am Nachthimmel, aus dem sich flirrender Silberregen glitzernd zu Boden ergoss, während andere Raketen in farbenprächtigen Kreisen erstrahlten oder als Sternschnuppenbündel verglühten, nachdem sie das Rheintal in ein glitterndes Lichtermeer getaucht hatten. Mit einem letzten Hallo verabschiedeten die Unkeler nach gut 20 Minuten die letzten Nachzügler des Konvois, während sie längst auch schon das nächste Feuerwerk der 32. Großveranstaltung Rhein in Flammen über der Bad Honnefer Insel genossen. DL
In feuriges Rot hüllten Bengalleuchten die Gebäude der Unkeler Rheinpromenade. Fotos: DL
