Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr verzeichnet Rekordumsatz
Qualitätskontrollen soll es bereits in den Weinbergen geben
Mayschoß. Positive Zahlen konnte die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr ihren Mitgliedern und anschließend bei einer Bilanz-Pressekonferenz vermelden: Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2016/2017 stieg um 60.000 Euro auf jetzt 7,97 Millionen Euro. Diese Zahl resultiert aus dem Verkauf von 1,1 Millionen Litern Wein. Mit dieser Umsatzhöhe habe die Genossenschaft das bislang Ergebnis ihres Bestehens erwirtschaftet, führten der Vorstandsvorsitzende Matthias Baltes sowie Rudolf Stodden bei einem Pressegespräch in der Vinothek in Mayschoß aus. Dabei seien die übrigen Kosten in etwa auf gleichem Niveau geblieben. „Dies ist ein ganz tolles Ergebnis“, so Baltes und Stodden übereinstimmend. Dies wirkt sich auch auf die „Warenrückvergütung“ zugunsten der Mitglieder aus.
Dabei wurde der überwiegende Umsatz in den drei Vinotheken in Mayschoß, Altenahr und Walporzheim erwirtschaftet. Dieser „Verkauf direkt im Tal“ soll auch weiter vorangebracht und gesteigert werden. Veranstaltungen wie beispielsweise „Weinsteiger“ sollen hierbei besonders das jüngere Klientel ansprechen. Ziel sei es, so Baltes und Stodden, auch junge Leute an den Wein heranzuführen.
Treue „Bestandskunden“
Hierbei soll auch die Kombination Landschaft, Saffenburg und Keller genutzt werden. Dies kann von Gruppen täglich gebucht werden. Der Online-Verkauf spielt mit rund zwei Prozent eine relativ geringe Rolle, wird aber besonders von treuen „Bestandskunden“ genutzt. Die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr hat aktuell 432 Mitglieder. 227 davon betreiben Weinbau, rund zehn Prozent hiervon im Haupterwerb. Den größten Anteil stellen Nebenerwerbs-Winzer dar. Die Genossenschaft hat derzeit insgesamt 31 fest angestellte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Hauptamtliche Vorstände sind Matthias Baltes und Rudolf Stodden. Wie es mit den derzeit leer stehenden gastronomischen Räumlichkeiten weitergeht, bleibt ungewiss. Es solle kein Geld investiert werden, ohne ein Ziel zu kennen. Dies soll allerdings kein Dauerzustand bleiben. In die neuen Tankanlagen sind von Januar bis Oktober 2016 insgesamt 3,3 Millionen Euro investiert worden.
Hartwig Baltes war mehr als 30 Jahre ehrenamtlich im Genossenschafts-Vorstand tätig. Für ihn rückte sein Sohn Thomas Baltes nach. Auch Rainer Hess schied nach 25 Jahren, davon 14 Jahre lang als Vorsitzender des Aufsichtsrats, aus diesem Gremium aus. Dafür rückte Daniel Görres als neues Mitglied in den Aufsichtsrat. Hartwig Baltes und Rainer Hess erhielten zum Abschied Präsentkörbe, ebenso August Cossmann, der seit 50 Jahren Mitglied der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr und immer noch selbst aktiver Winzer ist.
Bereits seit 60 Jahren ist Elisabeth Gies aus Walporzheim Mitglied, sie konnte jedoch nicht an der Generalversammlung teilnehmen. 2018 besteht die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr 150 Jahre. Dieses Jubiläum soll natürlich entsprechend gefeiert werden.
Schwierige Prognose
Die Prognose für den neuen Weinjahrgang ist schwierig: Durch Frost und andere Witterungseinflüsse (besonders Fäulnis durch die schwüle Witterung) wird mit einem Rückgang um 20 bis 30 Prozent gegenüber den Erntemengen des Vorjahres gerechnet. Zur Qualität könne daher auch noch keine klare Prognose gemacht werden. „Dafür hatten wir im Ahrtal mit Naturereignissen jedoch bis jetzt Glück“, so Matthias Baltes. Auch hier wird beim Lesegut großer Wert auf Qualität gelegt.
Keine Abstriche
„Gute Trauben werden besser entlohnt“, führten Baltes und Stodden aus. Kriterien hierbei sind verschiedene Parameter wie der Gesundheitszustand der Trauben, Öchsle, Gewicht sowie der Ertrag der jeweiligen Flächen. Bei der Qualität sollen auch fortan keine Abstriche gemacht werden. Aus diesem Grund werden auch bereits frühzeitig, gemeinsam mit Kellermeister Rolf Münster, regelmäßige Weinbergsbegehungen mit entsprechenden Qualitätsprüfungen auf dem Programm stehen.
Auch der SWR würdigte dieses Ergebnis: Steffi Lingscheidt im Gespräch mit Matthias Baltes.
