Neues Angebot in Rheinbach für „Slope-Styler“
Radsportler erfüllen sich einen Traum
Im naturbelassenen Bikepark gibt es jetzt spektakuläre Sprünge der jungen Dirtbiker zu sehen
Rheinbach. Wenn viele Leute gemeinsam anpacken und nie die Hoffnung aufgeben, dann kann auch ein „verrücktes“ Projekt Wirklichkeit werden. Diese positive Erfahrung machten jetzt 15 junge Rheinbacher, die der spektakulären Radsportart „Slope-Style“ mit ihren „Dirtbikes“ frönen. Bürgermeister Stefan Raetz eröffnete nämlich im Beisein zahlreicher Kommunalpolitiker, darunter auch SPD-Bürgermeisterkandidat Dietmar Danz, FDP-Fraktionschef Karsten Logemann und CDU-Ratsmitglied Markus Pütz, den Rheinbacher „Bikepark“ hinter dem Sportzentrum Schornbusch.
„Die Jungs haben fast alles mit eigenen Händen gebaut, tatkräftig unterstützt von ihren Vätern, die auch den von der Firma Bohnen kostenlos zur Verfügung gestellten Bagger bedient haben“, lobte der Bürgermeister den Rheinbacher Nachwuchs. Da auch noch Architekt Dr. Markus Fischer die Planung kostenlos übernommen hatte, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFEG das 2500 Quadratmeter große Grundstück kostenlos zur Verfügung stellte und die 25 Sattelzüge voll Erdaushub kostenlos von den Erschließungsmaßnahmen im Industriegebiet Nord II herangekarrt werden konnten, sei das beeindruckende Projekt praktisch kostenlos errichtet worden. Und da es auch noch weitab von jeder Wohnbebauung seinen Platz gefunden hat, sind auch Störungen der Anwohner praktisch ausgeschlossen. „Damit gibt es jetzt ein attraktives Angebot für diesen tollen Sport, darauf können die Jugendlichen mit Recht stolz sein, weil sie es selber geschaffen haben“, so der Bürgermeister.
Verein Abenteuer pur übernimmt die Trägerschaft
Erstaunlich auch, dass die Jugendlichen so lange durchgehalten hätten, „denn das Ganze hat letztlich mehr als zwei Sommerferien lang gedauert, und es waren zahlreiche Hürden zu überwinden.“ So habe man unter anderem einen geeigneten Veranstalter finden müssen, denn die Stadt Rheinbach sei dafür vor allem aus Haftungsgründen nicht infrage gekommen. Der Verein „Abenteuer pur“ mit Geschäftsführer Georg Schroeter sprang in die Bresche und ist nun formal verantwortlich für das Geschehen auf dem naturbelassenen Gelände mit etwa zwei Dutzend Sprunghügeln verschiedener Höhe, Länge und Breite, die sich auf zwei „Lines“ verteilen, das sind zwei verschieden schwere Fahrstrecken. Ganz fertig ist die Strecke aber nie, denn fast jeden Tag werden die Schaufeln ausgepackt und die Hügel neu geformt und optimiert. „Erst wenn man die Strecke ein paarmal gefahren ist, erkennt man, wo es noch hapert und wie man die Piste noch interessanter gestalten kann“, erklärte Felix Rogozinski, der zusammen mit Robert und Edward Strudwick, Markus Unruh, Samuel Cronenberg, Fabian Sermann, Christian Bräunig und einer Reihe von weiteren Jugendlichen das Vorhaben initiiert und letztlich auch durchgezogen hat.
Beeindruckendes Können präsentiert
Natürlich präsentierten die Jugendlichen den anwesenden Kommunalpolitikern gleich ihr beeindruckendes Können auf zwei Rädern mit meterhohen Sprüngen und sanften Landungen auf ihren Fahrrädern ohne Gangschaltung und mit Minisattel, dafür mit dicken Federgabeln, um die bei der Landung wirkende Kräfte stabil auffangen zu können.
Ohnehin darf man aus Sicherheitsgründen nur mit dem passenden Sportgerät und ausnahmslos mit Helm auf den Parcours. Anfänger können zunächst auf kleinen Hügelchen und sanften Wellen erste Erfahrungen sammeln, bis es dann für die „Profis“ auf die sechs Meter hohe Startrampe für den Big-Air-Sprung geht. Was jetzt noch fehlt, ist ein kleiner Container, in dem man die Schaufeln und Hacken für die Erdbearbeitung diebstahlsicher unterbringen kann, sowie ein vandalismusfestes Schild mit den gültigen Regeln für die Nutzung der Anlage. Einige nicht ganz so stabile Schilder wurden nämlich bereits Opfer diverser Zerstörungsaktionen. Letzte Bitte von „Abenteuer pur“-Chef Georg Schroeter an die anwesenden Kommunalpolitiker: „Stellen Sie bitte auch in Zukunft jährlich 500 Euro Zuschuss für die Versicherung der Anlage zur Verfügung, denn aus eigener Tasche können das die Jugendlichen schlichtweg nicht leisten“.
