In Rheinbrohl wurde wieder die traditionelle Kirmes gefeiert
Raphael Rott und Luisa Becker sind das neue Königspaar
Rheinbrohl. Das vergangene Wochenende stand von Samstag bis Dienstag ganz im Zeichen des ältesten und traditionsreichsten Heimatfestes, der Rheinbrohler Kirmes. Nach Wochen der Vorbereitungen bei den Junggesellen konnte es am Samstagmittag im festlich mit Fahnen und Birken geschmückten Ort so richtig losgehen. Das Böllerkommando und die Bemmschläger verkündeten lautstark, dass es endlich wieder so weit ist und mit vereinter Manneskraft nahm auch der Kirmesmann Aufstellung auf seinem Standort an der Ecke Maria-Hilf-Straße/Hauptstraße.
Da war die Freude im ganzen Ort groß, viele Nachbarschaften kamen zusammen und feierten und für die Junggesellen war nun der Zeitpunkt gekommen, die nun wirklich allerletzten Vorbereitungen zu treffen, denn pünktlich um 18 Uhr hieß es, Abmarsch zum Fackelzug und zum Großen Zapfenstreich an der Pfarrkirche. Auf diesem Weg gab es ein Ständchen beim Vorjahreskönig Felix Ermtraud und ein größeres Abholen beim Ersten Vorsitzenden Steffen Jungbluth, wo auch Landrat Achim Hallerbach, Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel, der Erste Kreisbeigeordnete Michael Mahlert und Ortsbürgermeister Oliver Labonde zugegen waren. Die beiden Letztgenannten marschierten von hier ab in den Reihen der Junggesellen zur Pfarrkirche mit, wo Präses Christian Scheinost, die Ehrendamen und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger bereits warteten. Voran mit dem Tambour-Corps Rheinbrohl und dem Musikiverein Niederwerth nahm man hier Aufstellung und nach dem „Kronprinzenmarsch“ und „Preußens Gloria“ wurde der Große Zapfenstreich aufgeführt, der in Rheinbrohl jedes Jahr zu den insgesamt neuntägigen Feierlichkeiten (an Nachkirmes geht es weiter) dazugehört.
Zur Geschichte des Großen Zapfenstreiches in Rheinbrohl erinnert sich Hermann-Josef Esser im Gespräch mit BLICK aktuell: „Nach der Wiedergründung des Tambour-Corps im Jahre 1966 wurde ab 1967 der Zapfenstreich zur Kirmeseröffnung in Rheinbrohl wieder unter Mitwirkung des Tambour-Corps Rheinbrohl aufgeführt. Zu dieser Zeit wurde der Zapfenstreich noch am Hotel zum Römer dargeboten, je nach Witterung manchmal vor dem Saaleingang (im Erker) oder im Saal. In den 1970er Jahren wurde der Zapfenstreich dann an die Pfarrkirche verlegt, zunächst auf der Haupttreppe zur Kirche und seit dem Abriss des alten Pfarrhaues vor der Kirche, auf die Terrasse des heutigen Pfarrhauses. Seit einigen Jahren stehen die darbietenden Musikvereine im Hof vor dem Pfarrhaus.
„Der Große Zapfenstreich ist für mich ein absolutes Highlight unserer Kirmes. Ein sehr würdiger Rahmen vor dem neuen Gemeindezentrum, die starke Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger und der Große Zapfenstreich an sich, das ist Freude und Gänsehaut zugleich“, ergänzt der Erste Kreisbeigeordnete Michael Mahlert. Auch Achim Hallerbach (Landrat des Kreises Neuwied, Vorsitzender des Kreismusikverbandes Neuwied und Präsident des Landesmusikverbandes Rheinland Pfalz) war zugegen und zeigte sich von der Darbietung des Tambour-Corps Rheinbrohl unter der Leitung von Thorsten Esser und des Musikvereins Niederwerth unter der Leitung von Pascal Arens tief beeindruckt.
Party mit der „Edel Connection“
Nach dem Fackelzug im „Römer“ angekommen, startete hier der Eröffnungsabend mit der Partyband „Edel Connection“, der Formation um Guido Klöckner, die schon seit ihrer Gründung in Rheinbrohl spielt. Festwirtin Ulrike Baum hatte die Bewirtung bestens im Griff und so stand einer langen ersten Nacht nichts im Wege.
Der Sonntagmorgen begann dann bereits um 6 Uhr mit dem Wecken der Vorstandsmitglieder und somit auch der Bevölkerung. Auch im Rathaus ging das Licht früh an. Hier erhielt Ortsbürgermeister Oliver Labonde sein Ständchen, wiederum in Begleitung von Michael Mahlert und auch mit der anwesenden Landtagsabgeordneten Ellen Demuth und dem neuen Ersten Ortsbeigeordneten Jan Ermtraud.
Nach dem stärkenden Frühstück des Vorstandes bei Hauptmann Nico Mertesacker zog man mit den Musikvereinen zum Festhochamt in der Pfarrkirche, welches von Präses Christian Scheinost zelebriert wurde. Die Kirmes ist dabei auch immer ein besonderer Höhepunkt des Kirchenchores und der Kirchenchor Sankt Suitbert Rheinbrohl wurde hierzu um einen Projektchor und Solisten ergänzt. Zur Aufführung gelang unter der Leitung von Musikdirektor Andreas Wies die „Missa brevis in F-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die „Capella Suitbertensis“ übernahm die musikalische Begleitung.
Nach dem feierlichen Gottesdienst erfolgte die Kranzniederlegung (musikalisch gespielt vom Musikverein Niederwerth) für die verstorbenen und gefallenen Mitglieder des 1797 gegründeten Vereins. Außerdem gab es hier wieder die süßen „Suitbertus-Sterne“ als Leckerei zum Fest.
Königsschießen in der „Burg“
Der Nachmittag führte dann in die Schützenhalle „Burg“, wo bereits das 25-jährige Jubiläumskönigspaar Peter Klein und Isabell Meurer (geborene Rosbach) mit dem damaligen Vorstand, Ehrendamen, zahlreichen Freunden und Familien nach ihrem Jubiläumsfrühschoppen auf die Junggesellen warteten. Nun sollte sich herausstellen, wer in diesem Jahr den Vogel abschießt und somit als neues Vereinsoberhaupt den Verein ein Jahr lang repräsentiert. Nach einem fairen Kampf, an welchem am Ende noch sechs Junggesellen beteiligt waren, setzte sich schließlich Raphael Rott durch. „Ich habe den nicht abgeschossen, ich habe den weggesprengt“, so der glückliche Sieger. Seine Ämterliste bei den Junggesellen stellt nahezu einen kompletten Lebenslauf dar: 2008 Fahnenkadett, 2009 Jugendvertreter, 2010 Erster Fähnrich, 2011 Kassierer, 2012 Hauptmann, 2014 Erster Vorsitzender, 2015 Zweiter Offizier, 2016 Major, 2017 Zweiter Beisitzer und nun eben der Höhepunkt Vereinskönig seiner Junggesellen.
Großer Empfang bei der neuen Königin
Zur Königin erwählte er sich seine Freundin Luisa Becker, bei welcher sich zum anschließenden Königszug zahlreiche Freunde sowie Bürgerinnen und Bürger versammelten, um ganz gespannt auf das neue Königspaar dieses gebührend zu feiern.
Luisa Becker ist seit vergangenem Jahr auch zusammen mit Andrea Bahles eine der beiden Weinprinzessinnen von Weinkönigin Eva Emrath. Das Weinfest wird in Rheinbrohl vom 4. bis 7. Oktober gefeiert.
Nach dem Empfang bei der neuen Königin zog sich der Königszug durch den Ort und das neue Königspaar wurde somit der Bevölkerung präsentiert. Vorbei ging es auch am Marktplatz, wo über die Kirmestage wieder ein kleines, aber feines Schaustellerangebot präsent war. Neben einer Creperie und Wahls Imbiss-Stand gab es weitere Süßigkeiten, ein Kinderkarussell, eine Schießbude, Enten angeln und weiteres.
Nachdem man schließlich das Vereinslokal „Zum Römer“ erreicht hatte, stieg im Saal der große Königsball wiederum mit der „Edel Connection“.
Am Montag- und am Dienstagmorgen standen jeweils Kirchgänge und die Kommersveranstaltungen auf dem Programm sowie am Montagabend die irische Party mit „The Limpets“, hierüber wird in der nächsten Woche berichtet. Das bunte Programm der beiden Kommersveranstaltungen hatte auch in diesem Jahr wieder das „K.O.T.“, das Kommersorganisationsteam zusammengestellt. Zu diesem gehören Andreas Rosbach, Markus Bündgen, Christian Scheidgen, Michael Rott, Michael Zwick, Sven Scharrenbach, Martin Heßler, Marcio Wierschem und Mario Kossmann. Mit dieser Unterstützung älterer und auch ehemaliger Junggesellen erscheinen diese Veranstaltungen seit einigen Jahren in einem neuen Gewand und bereichern die Kirmesfeierlichkeiten mit vielen tollen Ideen.
Der Erste Vorsitzende Steffen Jungbluth begrüßte Präses Christian Scheinost und die anwesende Bevölkerung zur offiziellen Eröffnung der Kirmes.
Vor der Pfarrkirche und dem neuen Gemeindezentrum wurde der Große Zapfenstreich aufgeführt.
Überwachte das Kirmestreiben in Rheinbrohl: der Kirmesmann.
Präses Christian Scheinost feierte mit der Gemeinde den Kirmesfestgottesdienst.
Auch kleine Kirmesgäste kamen zu ihrem Vergnügen.
