Nicole Schneider löst Karina Dreser als Schützenönigin ab
Raubacher Königswürde bleibt in weiblicher Hand
Vier Stunden schießen auf den Adler endete im Jubel für die Frau aus Harschbach
Raubach. Als hätten die weiblichen Schützinnen nur darauf gewartet: Seitdem sie in Raubach auf die Königswürde mitschießen dürfen, geben sie den Triumph nicht mehr aus der Hand. Voriges Jahr erlegte Karina Dreser den Adler, diesmal war es Nicole Schneider. Somit hat die Schützengilde 1951 Raubach zum zweiten Jahr in Folge eine Königin als Majestät.
Und Vereinsmitglied Nicole Schneider hat sich den Titel mehr als verdient. Seit Jahren engagiert sich die Frau aus Harschbach sehr im Verein, betreut dort die Jugend und engagiert sich auch beim Bogenschießen. Der Weg zur Schützenkönigin am Sonntagnachmittag war kein leichter. Um 13 Uhr traten die Bewerber den Wettbewerb an. Der zog sich auf dem Schützenplatz einige Stunden hin. Die Spannung bei den Teilnehmern und den vielen Gästen des Festes stieg von Schuss zu Schuss. Erst gegen 17 Uhr – nach vier Stunden Wettkampf – gab sich der Holzvogel geschlagen und fiel von der Stange. Der Jubel unter den Beobachtern war groß. Teilnehmer berichten, dass bei dem einen oder anderen auch Freudentränen flossen.
Nicole Schneider, 42 Jahre alt, ist von Beruf Bürokauffrau bei der Firma Mank. Mit ihr freuten sich der Vater, ebenfalls Mitglied in der Raubacher Schützengilde, und die ganze Familie. Das dreitägige Raubacher Schützenfest begann am Freitag mit dem Antreten der Schützen vor der Vereinsgaststätte Frantzmann und anschließendem Fassanstich und Eröffnung des Schützenfestes am Festplatz. Bis in die Nacht hinein war Party-Spaß angesagt mit der Cover-Band „Rock Trip“.
Ein Höhepunkt war am Samstag der große Festzug durch Raubach mit anschließender Königsparade am Schmiedeplatz. Daran nahmen die befreundeten Schützenvereine der Kreise Altenkirchen und Neuwied teil: Döttesfeld, Giershofen, Dierdorf, Bonefeld, Niederbieber, Heimbach-Weis, Orfgen, Michelbach, Maulsbach und Altenkirchen. Zum ersten Mal marschierte mit einer Abordnung der Schützenverein Ransbach-Baumbach mit. Für die passende musikalische Begleitung sorgten der Musikverein Siershahn und die Spielmannszüge aus Kleinmaischeid und Heimbach-Weis.
Weniger Marschmusik, dafür die passenden Rhythmen für die Tanzfläche, erklangen dan bei der großen Sommernachts-Party aus den Lautsprechern der Band „Vinnie Cooper“. Und damit es auch eine richtig heiße Party wurde, für den Zweck hatten die Raubacher Schützen „Susal“, die original Partyhexe engagiert.
Das umfangreiche Programm am Sonntag begann mit einem Festgottesdienst in der evangelischen Kirche Raubach mit dem MV Siershahn und anschließender Kranzniederlegung. Danach traf man sich erst mal zum gemeinsamen Frühschoppenkonzert im Festzelt, ebenfalls wieder mit musikalischer Ermunterung durch den Musikverein Siershahn und Ehrungen verdienter Vereinsmitglieder. Um 13 Uhr begann dann das Königsschießen auf den Holz-Adler am Festplatz mit bekanntem Ausgang.
Am Familiennachmittag unterhielt Clown PepePan die Besucher mit Jonglage, Zauberei, Animation und Magie. Zur Abholung der neuen Königin trafen sich die Schützen gegen Abend wieder vor der Gaststätte Frantzmann, von wo aus die Truppe zur Königsproklamation mit anschließendem Großen Zapfenstreich ins Festzelt zog. Hier wurde später noch lange gefeiert und das ereignisreiche Wochenende in vielen Gesprächen rückblickend analysiert.
Bei der Königsparade am Samstag erwiesen auch Landrat Achim Hallerbach, Landtagsabgeordneter Sven Lefkowitz und VG-Bürgermeister Volker Mendel den angetretenen Schützen die Ehre.
Voriges Jahr schaffte Karina Dreser (vorne) die kleine Sensation und wurde erste Schützenkönigin in Raubach. In diesem Jahr setzte Nicole Schneider (dahinter) noch einen drauf und sorgte dafür, dass die Königinnenwürde in weiblicher Hand bleibt. Fotos: KER
