Allgemeine Berichte | 05.10.2017

Experten des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein schulen mehr als 250 Passanten

Reanimation: „Jetzt bin ich vorbereitet“

"Jeder kann ein Leben retten!"

Jens Schwietring (links) zeigt Josef Sackenheim, wie Laien reanimieren können.privat

Koblenz. „Ich fühle mich jetzt vorbereitet“, sagt Josef Sackenheim aus Dieblich und meint damit für eine Reanimation als Laienhelfer. Der 73-Jährige ist einer von zahlreichen Passanten aller Altersstufen, der sich anlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ Ende September von Experten des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein im Koblenzer Forum Mittelrhein hat informieren lassen. Er war auf die Aktionstage unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ aufmerksam geworden und berichtet: „Ich war noch nie in der Situation und hatte Bedenken, das ist jetzt anders. Auch der Hinweis, dass man das Telefon direkt mit dem Lautsprecher neben den zu Reanimierenden legen soll, um keine wertvolle Zeit zu verlieren, ist super. Und für daheim gab es noch weitere Infos zum Mitnehmen.“ Hintergrund ist, dass einfache, aber lebensrettende Maßnahmen zwar teilweise schon von Laien ergriffen werden, die Helferquote in Deutschland im internationalen Vergleich aber immer noch zu gering ist. Die Mund-zu-Mund-Beatmung, vor der sich viele ekeln, ist bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt. „Deshalb war und ist es für uns enorm wichtig, dass wir mit Aktionen wie der Woche der Wiederbelebung auf Laien-Reanimation hinweisen und damit die Wiederbelebungsquote in Deutschland erhöhen“, sagt Jens Schwietring, Leiter der Stabsstelle für Notfall- und Rettungsmedizin am GK-Mittelrhein. „Ein Großteil der Herzstillstände findet im persönlichen Umfeld statt – das heißt zu Hause, beim Sport oder auf der Arbeit. Ehrensache, dass wir unseren Besuchern und interessierten Mitbürgern die Möglichkeit geben haben, ihre Reanimationsfertigkeiten aufzufrischen und so zu Lebensrettern zu werden“, so Schwietring. Er zeigt sich begeistert von der positiven Resonanz: „Wir waren immer mit vier bis fünf Personen parallel an unserem Informationsstand im Forum Mittelrhein und konnten insgesamt mehr als 250 Personen für die Thematik sensibilisieren und zum Handeln im Notfall motivieren“.

Laienhelfer retten etwa 5000 Menschenleben pro Jahr

Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich etwa 5000 Menschenleben gerettet werden“, sagt Schwietring. So werden Hemmschwellen in der Bevölkerung vor der Ersten Hilfe abgebaut und die Wiederbelebungsrate in Deutschland gesteigert. „Denn Reanimation ist einfach – Jeder kann ein Leben retten!“

Pressemitteilung

Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein

Immer was los am Aktionsstand des GK-Mittelrhein.

Immer was los am Aktionsstand des GK-Mittelrhein.

Jens Schwietring (links) zeigt Josef Sackenheim, wie Laien reanimieren können.Fotos: privat

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