Allgemeine Berichte | 14.09.2021, 15:28 Uhr

Parents for Future Wachtberg

Regionaler Wochenmarkt in vier Wachtberger Ortsteilen?

Vermutlich bald Tagesordnungspunkt in einem der Wachtberger Ausschüsse

Wachtberg. Wird es in Wachtberg bald die ersten regionalen Wochenmärkte geben? Diese Voraussage machen jetzt die Wachtberger Parents for Future, nachdem sie das System der Koalition im Wachtberger Gemeinderat analysiert haben. Nach Recherchen der bisherigen Ausschussvorlagen kommen die Parents zu dem Schluss, dass Bürgeranträge, die von der Zivilgesellschaft eingereicht werden, zunächst ohne tiefgreifende Diskussion abgelehnt werden.

Sei es in der Klimafrage oder in Fragen des Natur- und Artenschutzes oder im Bereich defizitären Engagements im sozialen, finanzierbaren Wohnraums für beispielsweise Alleinerziehende; zunächst läuft ein Antrag mit hoher Wahrscheinlichkeit Gefahr, abgelehnt zu werden.

Ablehnung von Bürgeranträgen als System?

Doch diese Ablehnungen in den Ausschüssen sind offensichtlich Teil eines Systems. Nach der Ablehnung werden – so die Vermutung - die Anträge und Ideen der Bürgerschaft alsbald als fraktionseigene Anträge erneut eingestellt. Dadurch wird nach außen hin der Eindruck einer bürgernahen Ratsarbeit suggeriert. Ein System, das von den Bürgerinnen allerdings zunehmend entlarvt wird.

So geschieht es sicher bald mit dem Antrag der Parents for Future, die einen regionalen bzw. „Ökomarkt“ in vier Wachtberger Ortschaft angedacht hatten. Der ausführlich begründete Antrag wurde einstimmig abgelehnt.

Gleichwohl arbeiteten die Wachtberger Parents weiter an einem „Wachtberger Marktkonzept“. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Marktgilde, dem Zentralverband für örtliche Wochenmärkte, und mit der Unterstützung der FDP wurde ein Angebot konzipiert, bei dem die Marktmöglichkeiten in vier verschiedenen Ortschaften Wachtbergs untersuch werden würde. Ein Gespräch mit der Verwaltung ergab jedoch, dass dieses Angebot „für die Gemeinde nicht finanzierbar“ sei.

Ein „Vielfach-Markt“ auf dem Vorplatz Henseler Hof in Niederbachem

Anderer „Tatort“: Für den Platz vor dem Henseler Hof, der gerade für über 1 Millionen Euro zu einer durchgehend versiegelten Fläche gemacht wurde, sucht man seit Jahren nach einer sinnvollen Nutzung, bisher vergebens. Die eigens angesetzte „Aktivierungsstrategie“ ist seit über einem Jahr versandet und keiner „beißt an“. Das von den Wachtberger Parents angeregte Marktgeschehen auf dem Vorplatz wurde – wie erwähnt - ebenfalls unterdrückt.

Jetzt wird der Henseler Hof für weitere 1,53 Mio Euro umgebaut, sodass diese gemeindliche Liegenschaft innerhalb kurzer Zeit mit über 2,53 Mio Euro „bedacht“ worden sein wird. Ist es dann nicht möglich, einen verschwindend kleinen Bruchteil dieser Millioneninvestitionen dafür zu verwenden, um eine „Wochenmarkt-Organisation“ für ganz Wachtberg zu erreichen? Ist denn ein regionaler Wochenmarkt, gerne auch mit kleinen Vergnügungsständen dazwischen, gerne auch mit kulinarischen Food-Vans, gerne auch mit besonderen Spezialangeboten, gerne auch als Themenmarkt mit internationalem Flair - keine Idee für den Vorplatz des Henseler Hofs? Warum ist der Ortsausschuss in Niederbachem so phlegmatisch und entwickelt keine Initiative? Warum wird die Marktinitiative so lange auf Eis gelegt? Warum verschließt man sich im Rat den Bürgerschaftsvorschlägen? Warum ist seit Jahren politischer Stillstand in der Ideenumsetzung der Platzaktivitäten? Warum wurde die Initiative, wie die Marktbelebung Wachtberger Ortschaften, nicht dankbar aufgegriffen? Warum braucht es Jahre, um für einen mit Millionen Euro gebauten Platz in zentraler Dorfmitte eine Nutzungsidee zu suchen? Wo sind die Nutzer, weswegen der Platz für einen siebenstelligen Betrag hergerichtet wurde?

Kommt bald ein Fraktionsantrag zum Marktgeschehen in Wachtberg?

Aber es keimt Hoffnung: Weil seit der ersten Ablehnung im Rat inzwischen genügend Zeit vergangen ist, rechnen die Parents in einem der nächsten Ausschüsse fest mit einen Fraktionsantrag zur Überlegung eines Marktgeschehens in Wachtberg. Dann wird es „plötzlich“ auch ein Leichtes sein, den recht kleinen Betrag für die Entwicklung des Marktkonzepts im Haushalt unterzubringen. Alle werden dann die Idee eines Marktes – in welcher Form auch immer - als hervorragenden Beitrag zur Belebung der einzelnen Ortschaften Wachtbergs beklatschen.

In gleichem Sinne gehen die Parents davon aus, dass sich demnächst die ebenfalls abgelehnten Bürgeranträge, wie zur Klimaneutralität Wachtbergs bis 2035, dem Beitritt zur gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft, ein runder Tisch „Klimaschutz“ und die Einrichtung einer Bürgerenergiegenossenschaft Wachtberg auf den Tagesordnungen des Rates wiederfinden.

„Wenn es den Bürger*innen in Wachtberg zugutekommt, können sich die Fraktionen gerne mit fremden Federn schmücken“ geben sich die Parents gelassen, mahnen aber gleichzeitig, dass es kein souveränes und bürgerfreundliches Verhalten von Ratsmitgliedern ist, auf diese Art und Weise und möglicherweise aus reiner „Eigenprofilierung“ viel wertvolle Zeit zu vergeuden und innovative Ideen Wachtberger Bürger*innen zu ignorieren. Und was den Klimawandel betrifft, hoffen die Parents auf ein baldiges Aufwachen im Wachtberger Gemeinderat. Klimaschutz könne man nicht im Schlafwagen erreichen, wen ringsum schon „die Hütte brennt“ und alles drohe, den Bach runterzugehen, mahnen die Parents in einer Pressemitteilung.

Pressemitteilung

Parents for Future Wachtberg

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