Närrisches Spektakel bei der Kolpingsfamilie Nievern
Reise zu den Sternen und in die Südsee
Gäste in der restlos ausverkauften Turnhalle erlebten ein Nonstop-Programm vom Feinsten
Nievern. „Auf jeden Fall zum Kolpingball“, hieß es wieder am vergangenen Wochenende in Nievern. Der Vorstand der Kolpingsfamilie hatte sich bereits Monate vorher Gedanken gemacht und ein kurzweiliges Bühnenprogramm zusammengestellt. Die bunt geschmückte Turnhalle war rappelvoll.
Es wurde dunkel im Saal, Fluggeräusche durchdrangen den Raum. Außerirdische zogen ein. „Star Wars“ lautete das Motto in diesem Jahr. Aber kein Krieg der Sterne, sondern ein Sternenfeuerwerk der Narretei, mit Gardetänzen, Showtänzen, Sketchen und viel Musik luden zum Feiern ein. Anakin Skywalker kämpfte gegen den Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi mit Lichtschwertern. Doch dann besannen sie sich, machten eine Tüte Gummibärchen auf und waren sich einig, dass die roten am besten schmecken. „Stell dir mal vor, wir könnten einen roten Goldbären einbuddeln, und dann wächst ein riesengroßer Goldbärchen-Baum nur mit roten dran!“ Daraufhin flogen Tütchen mit bunten Bärchen in die Narrenschar und ein tolles Spektakel begann. Sitzungspräsident Marco Hermann begrüßte die Jecken im Saal, stellte den Elferrat, der die einzelnen Figuren des beliebten Films verkörperte, vor.
Dann ging es Schlag auf Schlag. Zur Hüttengaudi auf dem Katschberg luden die Tanzmäuse, eine Kooperation der Kolpingsfamilie Nievern-Fachbach-Miellen und des Fachbacher Carnevals Vereins, ein. Sie wirbelten in ihren Dirndln wie die großen über die Bühne. Dann wurde es zum ersten Mal eng auf der Bühne. Rund fünfzig Kadettinnen und Kadetten marschierten unter „kölsche Tön“ ein. Die Traditionsgarde Rot-Weiß Lahnstein, ist eine „Mehrgenerationen-Garde“. Sie zeigte spritzige Gardetänze in allen Altersklassen. Synchrone Bewegungsabläufe, Rhythmus und Temperament legten auch die Tanzmariechen des SV „Lahngarde“ Fachbach, die jungen „Arzbacher Mädels“ der Garde Blau-Weiß und die Gardetanzgruppe der K.K. Funken Rot-Weiß Koblenz, die mit ihren Hebefiguren begeisterten, aufs Parkett.
Gleich zwei Männerballette sorgten für Gekreische bei der Damenwelt. Die „Heißen Mönche“ hatten Heimvorteil. Die Lahn-Ochsen zeigten einmal mehr, was sie so drauf haben. Die braven Mönche entpuppten sich als tanzende Cheerleader. Die jungen Männer der „Crazy Dudes“ vom KKC Kamp-Bornhofen passten mit ihrem Showtanz bestens zum Motto „Star Wars“. Die „Stormtrooper“ trugen Darth Vader in den Saal und flogen mit dem „Space Taxi“ von Planet zu Planet mit einer tollen Show.
Tolle Showtänze
Frühlingshafte Temperaturen an Karneval – warum da nicht von einer Insel in der Südsee träumen. Vaiana, die Tochter des Häuptlings Tui, flog mit der NCV-Airlines ein. Unter dem Motto „Wir tauchen ab und laden euch ein in die Fluten von Lahn und Rhein“ entführte das NCV-Showballett die Narren in glitzernde Unterwasserwelten. Ausdrucksstark und voller Energie fegten die Mädels über die Bühne. Very british ging es bei den Damen und Herren der Showtanzgruppe aus Horchheim zu. Was passiert, wenn Mexiko auf den Zuckerhut trifft? Dann ist Liebe mit im Spiel. Speedy Gonzales, die schnellste Maus von Mexiko, mit den Tänzerinnen des CCO-Showballetts zeigte diese Lovestory auf beeindruckende Weise. Tänzerische Flucht aus dem Frauenknast wagten die Mädels aus Frücht von „Urban 5“. Der eigene Nachwuchs der Kolpingsfamilie durfte natürlich auch nicht fehlen und glänzte mit dem Tanz „Deine Welt“.
Allen Tanzdarbietungen der Hunderten von Akteuren wurde mit tosendem Applaus gedankt, und keiner durfte die Bühne ohne Zugabe verlassen. Ein farbenprächtiger Bühnenzauber mit atemberaubender Akrobatik.
Hoher Besuch
Zwischen den einzelnen Programmpunkten gaben sich auch die Tollitäten aus Bad Ems und Lahnstein ein Stelldichein. Unter den Klängen des Fanfarenzugs der TGO betraten die Prinzengarde Blau-Weiß und das Carnevals Comitee Oberlahnstein mit Prinz Michael V. vom Elferratsschloss und Lahno-Rhenania Linda I. die Bühne. Nach den Grußworten an das närrische Volk und Ordensaustausch wurde durch Markus Krapf das Prinzenlied „Jetzt geht’s los“ eingestimmt.
Mit einer etwas kleineren Abordnung, dafür aber mit dem Solotanzmariechen Lucia Streicher im Gepäck, grüßte auch das Kinderprinzenpaar der EKG, Jerome der I. mit Pfeil und Bogen und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Lena I. mit Tanz im Blut.
Die Lokalpolitik im Blick hatte wie immer Lars Hilgert von den „Heckebock-News“: „Das neue Logo das nun 26 Gemeinden mit zwei Städten verbindet, sieht wohl eher aus wie: Ich weiß nicht was soll es bedeuten.“
„Ich bin ein Dorfkind und das aus gutem Grund“, erzählte die Ulknudel Alice Höller. „Sind die Äpfel schon gespritzt? Nee, das müssen sie schon noch selber machen.“
Kowelenzer Hejel-Comedy mit „Rainer Zufall“ (Rainer Kroth) traf zum dritten Mal auf Nievern und brachte die Lachmuskeln in Bewegung. Zuerst gab es aber eine Abfrage des allgemeinen Sprachgebrauchs und der hejelischen Schimpfwörter. „Mir müsse kurzfrisdisch langfrisdisch denke, obwohl ma öfter mal enttäuscht wird.“ „Liebe angehende Frauen, die Fingernägel gibt es bei der Geburt für umsonst.“
Musikalische Höchstleistung gab es von „Andy sing a song“, Andreas Brauch, der einen Überraschungsgast, Lisbeth I. von Narrenheim (Ute Schreiner), mitbrachte. Sie ließen die Hütte beben und sorgten für mächtig Stimmung.
Julia Schmidt, das Eigengewächs aus Nievern, riss ebenfalls die Fans mit Songs aus den 80ern von den Stühlen und lud zum großen Finale ein.
Die Sitzungskapelle „SAM“ (Sound and Music) sorgte für Tanz und Stimmung bist in den frühen Morgen.
Das Männerballett „Crazy Dudes“ vom KKC Kamp-Bornhofen hatte sich dem Motto des Abends angepasst.
Der Elferrat der Kolpingsfamilie hatte das diesjährige Motto „Star Wars“ ausgegeben.
