Montabaurer Turnierkonzept ist ein Erfolgsmodell
Reitsport und Entertainment locken Tausende
Rheinland-Pfälzer Reitertage ziehen mit Sport, Spannung und Unterhaltung die Massen an – Vereinsreiter Manfred Scheid auf den vordersten Plätzen im Großen Preis
Montabaur-Horressen. Reiter sind nicht nur Sportler und Pferdeliebhaber, sondern in der Regel auch gesellige Menschen. Besonders merkt man das immer auf dem Reitturnier des RV Montabaur-Horressen. Die „Rheinland-Pfälzer Reitertage“ am vergangenen Wochenende boten wieder mal nicht nur hochkarätigen Springsport an vier Tagen, sondern auch spannende und vergnügliche Unterhaltung an den Tagen und in den Abendstunden.
„Atemlos durch die Nacht“ war angesagt bei der großen Reiterparty am Samstagabend mit dem Helene Fischer-Double Jennifer Sturm. Das war ein feinsinniger Genuss für Auge und Ohr. Vereinspräsident und Turnierleiter Jochen Keil, am nächsten Morgen nach dem Auftritt der Künstlerin gefragt, antwortete spontan mit einem Wort: „Sensationell!“ Vereinsvorsitzender Matthias Hörle berichtete am Tag nach der Partynacht: „Wir haben um drei Uhr morgens das Turniergelände verlassen und waren drei Stunden später wieder hier!“
Ritterlicher Kampf mit Lanze und Schild
Etwas derber als mit Helene Fischer-Titeln ging es bei den Ritterspielen zu. An beiden Wochenendtagen stürmte eine wilde Horde von Rittern und Gefolge die Springarena, begeisterte die Zuschauer mit Geschicklichkeitsspielen und Lanzenkämpfen. Die edlen Herren und Ritter von Montabaur, Westerburg, Isenburg und andere Geschlechter traten im fairen Kampf gegeneinander an.
Große Namen kommen regelmäßig nach Horressen
Das Montabaurer Reitturnier ist seit Jahrzehnten bekannt für seinen hochklassigen Sport und die international bekannten Reiter, die hier schon ihre Pferde vorgestellt haben. Hugo Simon, Gerd Wildfang, Marcus Ehning – der aktuelle Sieger des Großen Preises von Aachen am selben Wochenende wie das Turnier in Horressen –, das sind nur einige wenige der Prominenten, die hier schon gestartet sind. Das war auch in diesem Jahr wieder der Fall. Oliver Lemmer, Ralf Runge und der frischgebackene Landesmeister Manfred Scheid hatten in Horressen ihre Pferde gesattelt. Der fast 400 Mitglieder große, 1965 gegründete Reitverein Montabaur-Horressen brachte selbst mehr als 30 Reiter an den Start.
Das Erfolgskonzept: Sport, Spiel und Spektakel
Im Gespräch mit „BLICK aktuell“ sagte Jochen Keil: „Wir veranstalten schon seit 35 Jahren Turniere, die einen ganz besonderen Anspruch haben. Das Entertainment ist für die Besucher hochinteressant. Ein reines Springturnier entwickelt nicht so eine große Anziehungskraft. Wir brauchen die Unterhaltung, das haben wir schon lange erkannt, wie wichtig das ist. Wir haben jedes Jahr großen Erfolg damit und lassen uns auch immer wieder etwas ganz Besonderes einfallen.“
So war es auch mit den Löwenrittern, die aus verschiedenen Nationen kommen, unter anderem aus Polen und aus Tschechien, und der Diezer Hunnenhorde, die an die Zeit des großen Hunnenkönigs Attila erinnerte. Jochen Keil: „Die leben diese Kultur und haben hier auf dem Turnier eine große Jurte aufgebaut, wo den Kindern diese Zeit anschaulich erklärt wurde. Sie dürfen sich auf die Ritterpferde setzen und können kostenlos auf Ponys reiten. Das ist in unseren Augen das Rezept, wie man erfolgreich große Reitsportveranstaltungen durchführt.“
Die Zahlen belegen die Worte des Vereinspräsidenten und Ehrenvorsitzenden Jochen Keil. Auch in diesem Jahr spricht er wieder von annähernd 10.000 Zuschauern und Gästen an den vier Turniertagen und -nächten.
Tolle Prüfungen von Marcel Offermann und Manfred Scheid
Sportlich gesehen waren die Rheinland-Pfälzer Reitertage natürlich auch wieder äußerst erfolgreich – besonders für einen Reiter, den jungen Marcel Offermann von der Reitsportgemeinschaft Soonwald, der sowohl das Mächtigkeitsspringen wie auch den Großen Preis der Sparkasse Westerwald-Sieg für sich verbuchen konnte. Beim spektakulären Mächtigkeitsspringen am Samstag mussten die Hindernisteile am Ende mit einer Leiter auf die zu überwindende Höhe von zwei Meter gelegt werden. Einzig Marcel Offermann schaffte mit seinem braunen Wallach „Tyson“ dieses mächtige Hindernis.
22 Reiterinnen und Reiter traten am letzten Turniertag in der schwersten Prüfung an, einem Zweisterne-S-Springen mit Siegerrunde. Der frisch gekürte und für den Gastgeber Montabaur-Horressen startende Landesmeister Manfred Scheid hatte drei Pferde am Start, bereits mit dem ersten legte er eine saubere Nullrunde vor und brachte sogar ein weiteres Pferd fehlerfrei in die entscheidende Siegerrunde. Mit beiden Vierbeinern peste Scheid mit den schnellsten Zeiten durch den Stechparcours. Das Glück war allerdings nicht mehr so ganz auf seiner Seite, sodass er dem im Stechen zwar langsameren, dafür aber als einzigen Reiter fehlerfrei bleibenden Marcel Offermann auf dem Siegertreppchen den Vortritt lassen musste. Aber immerhin: Platz zwei und drei im schwersten Springen des Turniers, das knüpft nahtlos an die aktuelle Erfolgsserie des Montabaurer Reiters an.
Alle Ergebnisse des Turniers findet man auf der Internetseite www.nennung-online.de der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.
Ohne Abkühlung für Pferd und Reiter ging es nicht: Bei den extremen Temperaturen am Wochenende genossen Zwei- und Vierbeiner das Duschbad nach dem Turnierstart.
Teil des Erfolgsrezepts der Rheinland-Pfälzer Reitertage: Hier geht es um hochkarätigen Sport, aber auch um spannende Unterhaltung und Geselligkeit, diesmal garantiert durch die „Löwenritter“ (Foto) und das Helene Fischer-Double Jennifer Sturm.
Vor einer Woche sicherte er sich in Kurtscheid den Landesmeistertitel, jetzt pilotierte der für Montabaur-Horressen startende Manfred Scheid aus Rüber in der Eifel zwei seiner Pferde auf die vordersten Plätze im schwersten Springen des Turniers.
