Allgemeine Berichte | 30.11.2016

150 Jahre Rheinbacher Kolpingfamilie

Religion, Gemeinschaft und Bildung

Rheinbach. 1862 war Rheinbach nach Verlust der Stadtrechte, durch die Franzosen, wieder Stadt und dann Kreisstadt geworden, die Keramikindustrie blühte in Rheinbach und es gab im Rheinbacher Wald, in der Sürst und in Kurtenberg einen bescheidenen Bergbau auf Eisen, Blei und Kupfer. Die „Armen Dienstmägde Jesu Christi“ errichteten (1866) in Rheinbach eine Filiale, das sogenannte Rheinbacher Krankenhaus, das heute noch als medizinisches Zentrum an gleicher Stelle steht. Im gleichen Jahr, in dem auch Adolph Kolping in Köln beigesetzt wurde, gründete man in Rheinbach die Kolpingfamilie. Unter dem 26. Dezember 1866 konstituierte sich in Rheinbach ein Handwerkerverein zur Förderung gemeinsamer gewerblicher Interessen durch belehrende Vorträge, Schriften und Besprechungen sowie durch Sorge für Fortbildung der Gesellen und Lehrlinge. Aus dem Protokoll der Generalversammlung vom gleichen Tage geht hervor, dass sich 33 Mitglieder zur Aufnahme meldeten und ihr Eintrittsgeld entrichteten. Nach den Statuten zahlt jedes Mitglied 5 Sgr. (1 Sgr. sind 12 Pfennige) Eintrittsgeld und entrichtet ferner für die Vereinszwecke einen wöchentlichen Beitrag von 1 Sgr. In der Versammlung war durch Akklamation der Hochw. Hr. Vikar Bernickel zum Präsidenten ernannt worden. In gleicher Versammlung wurde per Akklamation Hochw. Herrn Pfarrer Willms, Pfarrer in Rheinbach vom 1. April 1833 bis zum 4. April 1882, zum Ehren-Präsidenten ernannt. Aus dem Protokoll der Generalversammlung vom 6. Januar 1867 geht hervor, dass weitere sieben Mitglieder in geheimer Wahl aufgenommen wurden. Bis 1871 hießen im gesamten Reich die Kolpingsfamilien „kath. Handwerksverein“. Der Kolpingsbegriff erscheint erst im Jahre 1871. Ab 1935 wurde die Bezeichnung „Kolpingsfamilie“ wegen des Drucks dann öffentlich verwendet.

Projekte und Veranstaltungen

Einige Projekte und Veranstaltungen des letzten Drittels des Vereins sollen noch einmal in Erinnerung gerufen werden. Da ist als Erstes zu nennen die Karnevalsveranstaltung „Ko-Ka-Ki“. Es war ein Zusammenschluss von Kolping, KAB, Kirchenchor und den Pfadfindern St. Georg. Die erste Sitzung fand am 7. Februar 1965 im Saal Burrenkopf statt. Nach dem Krieg war dieser Saal auch Notkirche von St. Martin. Eine weitere wohl sehr bekannte und auch immer gut besuchte Veranstaltung war die „Kölsche Weihnacht“.

Diese Veranstaltung wurde getragen durch den ehemaligen Vorsitzenden Matthias Pohl und seine Schwester.

Es kamen dort Geschichten zur Weihnachtszeit aus dem Kölner Raum ins Programm. Für den musikalischen Teil des weihnachtlichen Nachmittags sorgte der Chor und Band „Joode Fründe“ aus Köln. Ein weiterer Schwerpunkt der letzten Jahre ist das immer noch laufende Projekt Uganda/Mityana, das dort durch Geldspenden Aids-Waisenkindern hilft. Dieses Projekt wurde 1999 gestartet. Zu diesem Zweck fanden auch gegenseitige Besuche in Uganda und Deutschland statt. Ein Teil der Mittel stammt aus den Einnahmen der „Kölschen Weihnacht“. Unvergessen bleiben wohl auch die schönen und herrlichen Sommerfeste im Garten des Vereinsmitgliedes Peter Breuer. Die Sommerfeste werden auch heute noch, allerdings in abgeänderter Form, im Hof des Vorsitzenden Christian Esser durchgeführt. Nicht zu vergessen sind an dieser Stelle auch die Aktivitäten und Veranstaltungen, die die Kolpingsfamilie innerhalb der Kirchengemeinde wahrnimmt. Sei es nun die Teilnahme an Wallfahrten, Fronleichnamsprozessionen, Pfarrfesten oder Waldkapellenfesten, Gestaltung von Friedensgebeten oder Reibekuchenverkauf am verkaufsoffenen Sonntag. Feste Bestandteile des Jahresprogramms der KF Rheinbach sind zudem die Besuche der jährlich stattfindenden Maiandacht in Kerpen, von Maiandachten in Maria Rast und der Minoritenkirche in Köln im Rahmen einer Bezirkswallfahrt. Die Gestaltung des Weltgebetstages in Merzbach mit anschließender Einkehr bei der Kolpingschwester Annemie Reuter ist ein weiterer traditioneller Programmpunkt im Jahresverlauf.

Zum Bildungsangebot der KF Rheinbach zählen verschiedene religiöse oder die aktuelle Tagespolitik betreffende Vorträge, zu denen die ganze Gemeinde eingeladen ist. Gut besucht waren auch die in diesem Jahr durchgeführte Fahrt zum Konrad-Adenauer Haus in Rhöndorf sowie die Besichtigung der Kirche St. Lucia in Eschfeld bei Prüm, einer Kirche, die von ihrem Pastor in 15 Jahren mit biblischen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament ausgemalt wurde.

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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