Bad Emser St. Martins-Chor musiziert mit Gästen
„Requiem“ beendet Konzertjahr
Am Sonntag, 25. November
Bad Ems. Das Konzertjahr des Bad Emser St. Martins-Chors wird am Sonntag, 25. November, 16.30 Uhr in St. Martin mit der Aufführung des „Requiem“ von Gabriel Fauré beendet. Unter der Leitung von Lutz Brenner musizieren der St. Martins-Chor, Bad Ems, Mitglieder des Hessischen Staatsorchesters, Wiesbaden und die Solisten Anke Briegel (Köngl. Oper Kopenhagen), Sopran und Benjamin Russell (Staatstheater Wiesbaden), Bariton. Außerdem erklingen an diesem Nachmittag „Cantique de Jean Racine“ von Fauré und „Salvum fac populum tuum“ für drei Trompeten, drei Posaunen und Orgel von Charles-Marie Widor. Karten können ab sofort im Vorverkauf im Katholischen Pfarramt St. Martin (Gartenstraße 4, Bad Ems) erworben werden. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.
Werk von Fauré
1885 verlor Fauré seinen Vater und zwei Jahre später seine Mutter. Unter dem Eindruck des Verlustes beider Eltern begann er mit der Komposition seines Requiems, für die er sich mehr als 10 Jahre Zeit nahm. Das Werk wurde erstmals 1888 in der Pariser Kirche St. Madeleine mit kammermusikalisch kleiner Chor- und Instrumentalbesetzung und zunächst nur fünf Sätzen aufgeführt. Im Anschluss ließ ihn der Vikar wissen, das Repertoire der Madeleine sei bereits umfassend genug und man brauche kein neues Requiem. Ungeachtet dieser Kritik erarbeite Fauré eine zweite, größer besetzte Fassung, ergänzt durch das Offertoire und Libera Me, die 1893 uraufgeführt wurde. Zur Pariser Weltausstellung 1900 schließlich wurde die letzte Fassung für großes Orchester vor 5000 Zuhörern aufgeführt. Fauré selbst sagte von seinem Werk, es sei „so sanftmütig wie ich selbst“ und solle den Tod als „eine glückhafte Befreiung“ darstellen. Er wollte sein Requiem bewusst als etwas Neuartiges verstanden wissen: „Nach all den Jahren, in denen ich Begräbnisgottesdienste auf der Orgel begleitet habe, kenne ich alles auswendig! Ich wollte etwas anderes schreiben. Alles, was ich an religiöser Vorstellungskraft besitze, habe ich meinem Requiem mitgegeben, das von Anfang bis Ende von einem sehr menschlichen Gefühl des Glaubens an die ewige Ruhe beherrscht ist.“ Auch in der Form weicht das Requiem von der traditionellen Totenmesse ab. So gibt es keinen eigenständigen Dies Irae-Satz, was dem Werk die Dramatik nimmt und es hoffnungsvoller klingen lässt. Mit dem Pie Jesu und In Paradisum zeichnet er ein Bild der für die Toten kommenden Erlösung in einem Paradies als Ort der ewigen Ruhe, des Friedens und des Lichts. Dies verleiht dem Werk seinen besonderen Trost spendenden Charakter, dem Tod wird der Schrecken genommen. Bis heute wird das Werk von vielen Ensembles rund um den Globus aufgeführt. Es ist Gabriel Faurés bekannteste Komposition. Sie wird immer wieder auch als Filmmusik verwendet.
Pressemitteilung Lutz Brenner
Bezirkskantor Rhein-Lahn
Kath. Pfarramt St. Martin,
Bad Ems
