Spatenstich für den Neubau der Rettungswache in Heimerzheim
Rhein-Sieg-Kreis investiert 3,4 Millionen Euro für modernen Rettungstandort
Im zweiten Halbjahr 2018 soll die neue Rettungswache an der Kölner Straße 120 in Dienst gestellt werden – Platz für vier Fahrzeuge und acht Rettungssanitäter
Heimerzheim. „Quadratisch, praktisch – sehr gut“, so findet die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) den geplanten Neubau der Rettungswache in Heimerzheim, für den gestern der Spatenstich erfolgte. Der Rhein-Sieg-Kreis als Träger des Rettungsdienstes nimmt dafür rund 3,4 Millionen Euro in die Hand, um an der Kölner Straße 120 einen modernen und zukunftsfähigen Rettungsstandort zu errichten. Schon Mitte kommenden Jahres soll der Bau abgeschlossen sein, sodass im zweiten Halbjahr 2018 die neue Rettungswache in Dienst gestellt werden könnte, rechnete Landrat Sebastian Schuster (CDU) vor.
Mit dem Spatenstich gaben Kalkbrenner, Schuster und Kreisdirektorin Annerose Heinze zusammen mit zahlreichen weiteren Vertretern aus Verwaltung und Politik den Startschuss für die Bauarbeiten an der neuen Rettungswache. Wer die allerdings künftig besetzen wird, sei derzeit noch nicht klar, so Schuster, denn das dafür notwendige Ausschreibungsverfahren sei bekanntlich vom Oberlandesgericht gekippt worden, und man müsse nun einen neuen Anlauf unternehmen.
Großteil der Gemeinde Swisttal wird abgedeckt
Von der neuen Wache aus sollen neben einem Großteil der Gemeinde Swisttal auch Teilbereiche der Stadt Bornheim versorgt werden. Zum Einzugsbereich gehört außerdem ein Abschnitt der Autobahn A61 bis zur Anschlussstelle Weilerswist und in Gegenrichtung bis zur Raststätte Peppenhoven. Sie löst damit den bisherigen, auf zwei Gebäude verteilten Standort an der Schützenstraße in Heimerzheim ab. Dieser war zwar mit provisorischen Raumcontainern erweitert worden, um kurzfristig den dringlichsten Raumbedarf aus den Rettungsdienstbedarfsplan decken zu können. Ein dauerhafter Ausbau schied an der alten Stelle jedoch aufgrund des fehlenden Flächenangebots, der ungünstigen baulichen Situation und der fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten aus, erklärte Schuster.
Das alte Gebäude sei mittlerweile komplett im Besitz der Gemeinde Swisttal, die sich in den nächsten Monaten mit der künftigen Nutzung der Immobilie beschäftigen werde, ergänzte Kalkbrenner. Ein Teil sei schon als Erweiterung der benachbarten Feuerwehrwache im Gespräch.
630 Quadratmetern Nutzfläche am neuen Standort
Auf rund 630 Quadratmetern Nutzfläche entstehen am neuen Standort ein Aufenthaltsbereich mit Kochmöglichkeit, Sanitär- und Umkleideräume, ein Schulungsraum, einige Lagerflächen sowie die Fahrzeughalle für vier Rettungswagen, die allein 240 Quadratmeter groß ist. Acht Ruheräume bieten bis zu acht Mitarbeitern in den einsatzfreien Zeiten Rückzugsmöglichkeiten, drei Büroräume stehen für Verwaltungsarbeiten bereit. Eine separate Waschhalle ermöglicht die Reinigung und Desinfizierung der Fahrzeuge vor Ort. Das neue Gebäude berücksichtige bereits eine potentielle weitere Erhöhung des Raumbedarfs, die sich mit der aktuell anstehenden Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplanes abzeichne, so Schuster. Darüber hinaus böten sich am neuen Standort perspektivisch weitere Erweiterungsoptionen.
Die neue Rettungswache soll auch als Lehrrettungswache dienen, im für bis zu zwölf Personen konzipierten Schulungsraum werden künftig etwa die im Rahmen der Notfallsanitäter-Ausbildung notwendigen Lehrveranstaltungen sowie Lehrgänge stattfinden, sagte Schuster. Auch die Infrastruktur werde zukunftsweisend geplant. So garantiere eine Notstromversorgung bei einem denkbaren längeren Stromausfall die Energiezufuhr.
Die Planung des Bonner Architektenbüros Koenigs Rütter setzt auf einen klaren und einfachen Baukörper, der alle Funktionen auf einer Ebene und unter einem durchgehenden Flachdach unterbringt. Mauerklinker als prägendes Fassadenmaterial geben dem Gebäude eine dauerhafte und wartungsarme Hülle, so Architekt Christoph Rütter. Die energetischen Kennwerte erfüllten nahezu Passivhaus-Anforderungen, hierzu sollen die Außenbauteile eine über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Wärmedämmung erhalten. Eine Lüftungsanlage soll zudem einen großen Teil der Wärmeenergie aus der Abluft zurückgewinnen, und eine Photovoltaikanlage liefert künftig rund ein Drittel des Energiebedarfs.
Bedeutendes Ereignis für die Menschen in der Gemeinde
Der Neubau der Rettungswache in Heimerzheim sei auch für die Menschen in der Gemeinde Swisttal ein bedeutendes Ereignis, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. „Denn wenn Menschen in einem Notfall dringend Hilfe brauchen, ist es wichtig, dass die Rettungskräfte so schnell wie möglich vor Ort sind“, sagte sie. Schließlich sei die Rettungswache in Heimerzheim eine feste Institution in der Gemeinde und verstärke das Sicherheitsgefühl, dass insbesondere in ländlich strukturierten Gemeinden für die Bevölkerung von Bedeutung sei
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Landrat Sebastian Schuster, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und Kreisdirektorin Annerose Heinze tätigten gemeinsam mit zahlreichen weiteren Vertretern aus Politik und Verwaltung den Spatenstich für die neue Rettungswache in Heimerzheim.Foto: JOST Foto: Volker Jost
