Allgemeine Berichte | 06.02.2026

„Rhembacher Määdche“ schreibt für Deutschland

Die vielseitige Rheinbacher Autrin Anne-M. Keßel. Foto: privat

Rheinbach. Da hat Rheinbach liest e.V. aber ein außergewöhnliches „schillerndes“ Vereinsmitglied! Die vielseitige Autorin Anne-Marie Keßel war schon für den Deutschen Fernsehpreis und den Grimme-Preis nominiert. Nun schrieb sie mit „Es war einmal … anders!“ eine rasante Märchenkomödie mit Tiefgang, die am 27. Februar im Theater am Lohmarkt uraufgeführt wird.

Die Mitglieder von Rheinbach liest e.V. staunten nicht schlecht, als sie beim Jahresempfang im Januar aus dem Mund von Raoul Migliosi (Theater am Lohmarkt) erfuhren, wen ihr Verein zur Leseförderung da in den eigenen Reihen hat. Anne Keßel, gebürtige Bonnerin mit Schulzeit am Erzbischöflichen Sankt-Joseph-Gymnasium, hat sich nach Jahren in München nämlich wieder in ihrer alten Heimat, der Voreifelstadt Rheinbach, niedergelassen und gehört nun mit ihrer Familie dem umtriebigen Kulturverein an. „Und aus Rheinbach will ich auch nicht mehr weg!“, lacht die gut gelaunte Power-Frau und True-Crime-Fan mit dem besonderen Talent zum Geschichtenerzählen. „Schreiben kann ich im Prinzip von überall, aber in der Heimat meiner Kinder- und Jugendjahre fühle ich mich am wohlsten. In meinem Herzen bin ich ein ‚Rheembacher Määdche‘!“

Schreiben ist ihr Beruf – „ein Vollzeitjob!“ - und Vielseitigkeit die Stärke von Anne Keßel. Sie schreibt Drehbücher für Fernsehsehserien, wie „Friesland“ sowie für Fernsehfilme. Für das Drehbuch des SAT1-Films „Nackt – Das Netzt vergisst nie“, mit Felicitas Woll in der Hauptrolle, war sie 2018 sogar für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bestes Buch“ nominiert, für das Finale der 2. Staffel von „Liebe jetzt“ (ZDF-Neo) 2021 für den Grimme-Preis. Auch Anne Keßels zahlreiche Hörspiele und Podcasts wurden bereits ausgezeichnet. Aktuell ist sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Lisa van Brakel Podcast-Host bei dem 14-tägigen Film-und-Serien-Analyse-Format „Schon gesehen?“. Und „ganz normale Bücher“ schreiben kann sie auch, wie die bei Piper verlegten Kriminalromane um die Ermittlerinnen Connie Steenberg und Nora Boysen „Gefährliche Gischt“ und „Tödliche Strömung“, die beide an der deutsch-dänischen Nordseeküste spielen.

Was den Verein zur Leseförderung mit Stolz erfüllt, ist für das Theater am Lohmarkt ein wahrer Glücksfall. So kommt es mit der Märchenkomödie „Es war einmal … anders!“ zu einer ersten Zusammenarbeit zwischen Anne Keßel und den jungen Theatermachern. Und weil diese schöne Rheinbacher Zusammenführung so besonders ist, übernehmen Theaterleiterin Christina Stephan und Raoul Migliosi gleich zwei der drei Rollen und Migliosi dazu noch die Regie. Auch eine erfolgreiche Autorin kennt noch die Vorfreude und die Aufregung vor einer Premiere. Keßel schwärmt: „Die Tatsache, dass mein neuestes Theaterstück gerade in meiner Heimatstadt uraufgeführt wird, macht die Premiere so einzigartig.“

Besagte Premiere am 27. Februar ist natürlich längst ausverkauft. Aber wer das Stück über die Auseinandersetzung zwischen der „Märchen-Ausbrecherin“ Schneewittchen und der traditionsbewusste Rapunzel - mit einem bedauernswerten suchenden Prinzen in der Mitte - sehen will, der findet im Programmheft zum Glück noch zwölf weitere Aufführungstermine bis Ende März. Und im Herbst, am 16. Oktober, stellt Rheinbach liest e.V. gemeinsam mit der Buchhandlung Thalia im schönen „CoachHaus“ an der Koblenzer Straße Anne Keßels neuen bei Ullstein verlegten Roman vor. Es bleibt also spannend in Deutschlands heimlicher Vorlesehauptstadt.

Die vielseitige Rheinbacher Autrin Anne-M. Keßel. Foto: privat

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