21. Festival „Rock am Turm“ in Hartenfels verlief sehr erfolgreich
„Rock am Turm“ fegte über Hartenfels
Hartenfels. Hänschen Rosenthal wäre bei seiner legendären Quiz-Show „Dalli, Dalli“ einen halben Meter hoch gesprungen, und hätte dabei begeistert gerufen: „Das war spitze!“ So, oder so ähnlich, kann man das 21. Rock-Spektakel „Rock am Turm“ (RaT) beschreiben. Der Vereinsring Hartenfels, bestehend aus der Freiwilligen Feuerwehr, dem Möhnenverein, dem Kirchenchor und der Burg-Kapelle, hatte sich bei der Planung des Events entschlossen, neue Wege zu beschreiten. So wurde den Besuchern erstmalig angeboten, gratis Mineralwasser zu trinken, für ein Rock-Festival sicherlich ein Novum. Zudem stand zur Premiere ein Food-Truck bereit, um die Besucher mit wahren Spezialitäten zu verwöhnen, angefangen von Burgern in allen denkbaren Variationen, dazu Pommes und Kartoffeln, verschieden zubereitet und gewürzt, das war Genuss pur. Zum Festivalgelände ist zu sagen, dass es wohl in ganz Deutschland nur wenige Locations gibt, die dem Burg-Berg, mit dem Burg-Fried „Schmanddippen“ als Mittelpunkt, Paroli bieten können. Wenn abends die Sonne untergeht, und langsam die Dunkelheit einkehrt, rund 600 Lampions die beiden Ebenen am „Schmanddippen“ illuminieren, dazu unzählige Strahler das Gelände und den Turm beleuchten, dann kann sich niemand der besonderen „Schmanddippen-Atmosphäre“ entziehen. Reizvoll ist auch die Verschiedenartigkeit der Musik an beiden Tagen, man kann auch sagen „Dicke Backenmusik meets Rock“.
Rock und Volksmusik, das passt in Hartenfels
Bereits am Samstag wurde „RaT“ im Sinne des Wortes „angeblasen“, denn auf der unteren Ebene am Burg-Berg spielten die „Wiesensee Musikanten“ auf. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Plätze belegt, die Stimmung hervorragend, das Wetter spielte halbwegs mit, die Musik kam gut an, kurzum, ein gelungener Start des Events. „Die Wiesensee Musikanten“ ließen die Herzen der etwas älteren Generation höherschlagen, abwechselnd ertönten Märsche, Walzer oder Polkas. Titel wie die „Vogelwiese“, „Tief im Böhmerwald“, oder Böhmischer Traum“ und „Kinder von der Eger“ vermittelten den Eindruck, Ernst Mosch sei mit seinen Egerländer Musikanten leibhaftig auferstanden. Die Verantwortlichen konnten mit dem Programm „Der Berg ruft – Nacht der Blasmusik“, mehr als zufrieden sein. Der Vereinsring hat mit diesem Spagat zwischen zwei total unterschiedlichen Musikrichtungen alle Hartenfelser mit ins Boot genommen, da die älteren Herrschaften bereit sind, der Jugend beim Rock-Festival den Lärm zu gönnen. Der Renner bei der „Nacht der Blasmusik“ war übrigens, die „Harbelser Bunnesupp“, für Auswärtige auf Hochdeutsch: „Original Hartenfelser Bohnensuppe.“ Die Einwohner von Hartenfels werden deshalb auch die „Bunnepänz“ genannt. Oben auf dem Gelände soll es öfter gekracht haben, obwohl kein Gewitter aufgezogen war. Ja, dann war es endlich so weit, mit der beschaulichen Ruhe, die ansonsten breit über Hartenfels liegt, war es vorbei. Am Pfingstsonntag hatten die Lautsprecher das Sagen übernommen und dominierten den Abend und die Nacht. Zum Auftakt des Rock-Festivals hatte das Akustik-Duo „Zwo Ampere“ die schwierige Aufgabe übernommen, die nun in immer größeren Gruppen eintreffenden Besucher zu unterhalten und in Stimmung zu bringen. „Zwo Ampere“ zelebrierte Live-Unplugged-Musik vom Feinsten, Tobi und Karsten coverten mit Gitarre und zweistimmigen Gesang Hits und Klassiker aus den 80er, 90er und 2000er-Jahren. Sie bereiteten so hervorragend das Bett für den Top-Act des Abends, die Show-und Rockband „SNOW“, vor.
„Snow“ brachte die Stimmung zum Kochen.
Der Bandname „SNOW“ ist bei den Musikern nicht ganz zutreffend, denn das heißt ja bekanntlich Schnee. Aber bei deren Musik geht es alles andere als kalt zu, wenn „SNOW“ loslegt, bringen sie die Feiergemeinde zum Kochen. „SNOW“ zeigte eine heiße Bühnenshow hin, die nichts zu wünschen übrig ließ. Jeder Geschmack, jede Richtung des Pop & Rock wurde authentisch interpretiert. Aktuelle Dance-Charts, Schlager, oder Party-Hits, alles hatten sie im Gepäck. Augen- und Ohrenschmaus war unbestritten Lena Hähnlein, die Frontfrau von „SNOW“, die mit ihrem attraktiven Äußeren, aber auch mit ihrer angenehmen Stimme, die Fans begeisterte. Auffällig oft wechselte Lena ihr Outfit, mal im knallroten Abendkleid, dann im Super-Mini, oder in Schottenrock und einer schwarzen Korsage. Helene Fischer wäre da kaum mitgekommen. Lena war der Hingucker, doch die übrigen Boys der Band standen ihr musikalisch in Nichts nach, alle Instrumente, Drums, Gitarren und Keyboard waren hervorragend besetz. Die Harmonie stimmte in der Truppe, Lena stand zwar im Vordergrund, doch auch die übrigen Bandmitglieder hatten ihre gewichtigen Parts während des Konzertes zu absolvieren, was sie mit Bravour erledigten. Man merkte „SNOW“ an, dass sie große Freude am Spielen hatte, zumal sie den „Schmanddippen“ tatsächlich in Party-Laune versetzten. Sie betonten auch immer wieder, dass sie von der unglaublichen Atmosphäre in Hartenfels begeistert sind. So verwunderte es auch nicht, dass „SNOW“ bis gegen 2 Uhr Hartenfels und den Burg-Berg beschallte.
Ein tolles Publikum hatte sich eingefunden, alle Altersklassen waren vertreten, das ungeschriebene Gesetz lautete: „Feiern bis der Arzt kommt.“ Erwähnenswert ist die Motorradgruppe der „Steppenwölfe“ aus Leverkusen, die seit 30 Jahren über Pfingsten in der Grillhütte von Hartenfels ihr Quartier aufgeschlagen haben und nunmehr zum 21. Mal ohne Unterbrechung seit Bestehen vom „RaT“, Stammgäste auf dem Burg-Berg sind.
Der fantastisch beleuchtete „Schmanddippen“ war der Mittelpunkt des Festivals.
