Mit dem Sommerfestival hat Linz ein Highlight geschaffen, das Linzer und Gäste begeistert
Rocky Horror-Show und Uhles Underground rockten den Buttermarkt
Linz. Das in diesem Jahr wieder belebte Sommerfestival lockte von Anfang an ein großes Publikum an und brachte auch beim zweiten Event am 5. August mehrere hundert Linzer, Feriengäste und interessierte Nachbarn aus den umliegenden Städten und Dörfer (auch von der anderen Rheinseite) auf den Buttermarkt in der Innenstadt.
Mit dem in diesem Jahr wieder belebten Sommerfestival hat man in Linz offenbar einen „goldenen Griff“ getan.
Nach den ersten von den geplanten drei Events im Juni (wir berichteten) hatte sich das Festival offenbar herumgesprochen, denn schon zum Beginn des zweiten Festivalabends war der Buttermarkt bereits voll.
Besucher und Linzer genossen das musikalische Geschehen und füllten nicht nur den Buttermarkt, sondern auch die Straßen rundum.
Uhles Underground zeigt eine große weite Bandweite
Pünktlich um 19 Uhr begann der Abend mit der beliebten Linzer Band „Uhles Underground“, die neben der üblichen Besetzung auch einige Gast-Musiker mitgebracht hatten, um die Band bei diesem „Gig“ musikalisch zu unterstützen.
Zwei starke Sängerinnen, verstärkt bei einigen Liedern von der Organisatorin Miriam Brackelsberg von „B.and M“, sowie sieben männliche Musiker rockten den Buttermarkt, auch Mundharmonika und Trompete kamen neben den klassischen Rock/Pop-Instrumenten zum Einsatz. Sänger und Keyboarder Jan-Erik Burkard war begeistert: „Hier ist eine tolle Stimmung!“
Nach einem noch eher „ruhigen“ musikalischen Start gab die Band richtig „Gas“.
Dazu trugen auch die Instrumente-Spieler mit ihrer Virtuosität und der gute, volle Sound bei. „Uhles Underground“ ist seit Langem beliebt, die ständigen Mitglieder sind Jan Erik Burkard (Gesang und Keyboard), Michael Degen (Gesang und Bass), Jürgen Ziegler (Schlagzeug), Thomas Reuter (Gesang und Gitarre) Sabine Emmerich und Steffi Reuter (Gesang), Mick Paul (Gesang, Gitarre), Markus Unkel (Trompete) und H.P. Thamm (Saxophon).
Programm von deutschem Song bis zum Hard Rock
Wer nun harte Underground-Musik erwartet hat, lag daneben. Die beliebte und bekannte Band im Raum Linz hatte eine vielseitiges Playlist aus deutschen und internationalen Songs wie unter anderen „Son of a Preacherman“ (Dusty Springfeld 1969), „Waterloo“ (ABBA 1974), „Cocaine“ (EricClapton 1977), „Honky Tonk Woman“ (Rolling Stones 1969), „my Sharona“ (The Knack 1970), „Let me rock you“ (Peter Criss 1982),“ Leev Linda Lou“ (Bläck Fööss), „Proud Mary“ (Creedence Clearwater Revival 1969 sowie Ike und Tina Turner 1970). Natürlich gab es auch das eigene Heimatlied „Wir sind Linzer Junge“. Aus der „Neue Deutsche Welle“-Ära (NDW) stammten Songs wie „Sternenhimmel“ (Hubert Kah 1982), bei dem die Besucher sogar laut mit klatschten, oder „Skandal im Sperrgebiet“ (1981 Spider Murphy Gang). An das erste der drei Festivals in 2016 erinnerte „Sexy“ (Marius Müller-Westerhagen 1989).
Musik handgemacht und ohne übertriebene Show
Die Band spielt seit 2006 zusammen und verzichtet auf Playbacks und technische Effekte. Zu den Hits aus den 70ern bis heute passen hervorragend die klaren Stimmen der Sänger/innen, wofür sie auch viel Applaus ernten. Erfrischend war zudem, dass die Lieder ohne Veränderungen gesungen wurden. Die Reaktionen der Zuschauer zeigten, dass die Band den Geschmack getroffen hatten, denn es wurde diesmal von Anfang an auch getanzt – sogar mit klassischen Tanzschritten! Gitarrist Thomas Reuter gab daher den Tip: „Zum Buttermarkt muss man einfach hin und hier ein Haus kaufen, um nichts zu verpassen.“ Dass bei den hohen Sommertemperaturen die Musiker nicht die Show, sondern die Musik und die gute Stimmung in den Mittelpunkt stellten, passte genau.
Zufriedenheit bei allen Beteiligten
Uhles Underground-Sänger Erik Burkard war nach dem Konzert rundum zufrieden: „Das war toll und wie für uns gemacht, wieder vor heimischem Publikum zu spielen. Wir haben nicht erwartet, dass so viele kommen. Es war eine tolle Atmosphäre, den man kennt viele Linzer und spielen oft hier. In letzter Zeit war das nicht so oft. Es hat heute Spaß gemacht, hier aufzutreten. Wir hatten schon einmal auf dem Marktplatz gespielt, der ist aber zu groß. Der Buttermarkt ist optimal, denn die Besucher stehen hier eng zusammen.“ Auch Miriam Brackelsberg, Sängerin von B.and M, und Ralph Müllenschläder, der für den guten Ton zuständig ist, lobten die Musiker und alle, die ehrenamtlich das Festival organisierten.
Eine Neuerung des Sommerfestivals war das „open-Viewing“
Zum zweiten Programm-Punkt des zweiten Sommerfestival 2016 erläuterte Stadt-Bürgermeister Dr. Hans Georg Faust: „Das ist eine Neuigkeit auf dem Buttermarkt und wir machen heute ein Experiment mit dem Film Rocky Horror Show, den wir auf einem großen Bildschirm, in der Ursprache Englisch, aber mit Untertiteln zeigen. Einen großen Dank dafür an die Organisation“. Leider waren unter den Zuschauern in Linz nur wenige kostümiert. Die Rocky Horror Show aus den 70ern war bei dem Start wenig bekannt, daher schlug man früher und auch jetzt in Linz vor, den Film nicht nur einfach anschauen, sondern ihn mitmachen. Damals wurde er denn zum Kultfilm. Die „Bedienungsanleitung“ forderte, sich zu beteiligen - egal mit welcher Aktion. Unter anderem wurden daher auch Wunderkerzen und Wasserpistolen ausgegeben, die zu Beginn jedoch nur spärlich benutzt wurden. Dr. Faust äußerte gegenüber den Teilnehmern, „Bitte beim Abbau zu helfen. Wenn dieser Versuch hier in Linz ankommt, wollen wir nächstes Jahr wieder vorbereiten. Ich hoffe, dass Sie heute viel Freude und Vergnügen haben.“
Mariam Brackelsberg sieht zuversichtlich in die Zukunft des Linzer Sommerfestival: „Das open-Viewing des Rocky Horror Show-Films war eine neue Idee und es ist toll, dass so viele hier sind, denn es zeigt, das das Festival angenommen wird. Das vorangegangene Festival vor einem Monat ist gut gelaufen. Es macht Linz wieder interessant und attraktiver. Das belegen auch die Zahlen: Wir haben heute viel mehr Besucher als beim ersten Sommerfestival. Der Versuch ist gut gelungen!“
Letztes Sommerfestival 2016 am 2. September
Die dritte und für dieses Jahr letzte Veranstaltung wird am Freitag, 2. September ebenfalls ab 19 Uhr starten. Ab 19 Uhr läutet Countrysängerin „Jill Fisher“ auf dem Buttermarkt das Fest ein. Um halb acht übernimmt dann die Soul- und Funkcoverband „Plenty40“ mit einer zehn Mann starken Besetzung die Bühne. Ein eigener Bläsersatz und zwei herausragende Sänger sind das absolute Sahnehäubchen dieser Band, die mit Klassikern wie „Walking on sunshine“ oder „You can leave your hat on“ begeistert.
