Allgemeine Berichte | 24.08.2018

Das versteckte Denkmal

Römischer Burgus in Engers

Oberbürgermeister Jan Einig (2.v.r.) lässt sich vom Vorsitzenden des Arbeitskreises, Josef Kretzer (4.v.r.) die Geschichte des spätrömischen Burgus darstellen.Privat

Engers. Wenn es um Geschichtsbewusstsein geht, dann dokumentiert sich dieses oft in extremer Ausprägung. Während die einen sich bemühen, die Vergangenheit zu bewahren und sie der Nachwelt vor Augen zu führen, gehen andere sorglos damit um und schütten zu, was an früher erinnert.

Dieses Schicksal erlebte auch das in Engers befindliche Baudenkmal eines spätrömischen Burgus. Als die Römer zwischen 83/84 bis etwa 260 n. Chr. ihren Grenzwall Limes errichteten, der heute zu den berühmten Welterbedenkmälern in Rheinland-Pfalz zählt, hatten sie auch die ‚nasse Grenze‘, den Rhein, in ihrem strategischen Blickwinkel. So wurden, nachdem der Limes aufgegeben wurde, unter Kaiser Valentinian I. (364.375) rechtsrheinische Brückenköpfe errichtet, denen auch der Engerser Burgus zuzuordnen ist. Beim Vorstoß der Franken etwa um 400 n. Chr. fiel er dann dem Feuer zum Opfer. Schon die früheren Grabungen 1819/20 (W. Dorow) und 1951 und 1954 (J. Röder) geben Zeugnis von den beachtlichen Ausmaßen der noch vorhandenen stattlichen Mauerresten dieser Schiffslände.

Als 1978 der Plan gefasst wurde, auf dem Gelände, auf dem der Burgus sich befindet, Wohnhäuser zu errichten, schrieb Landeskonservator Dr. Fehr: „Leider hat unser Amt viel zu spät von den Bebauungsplänen für das Gelände erfahren. Zu spät für denkmalpflegerische Unterschutzstellung! Das ist umso bedauerlicher, weil es sich hier um eine Anlage handelt, die nicht allzu zahlreich angetroffen wird.“ Gegenüber den Burgi in Lahnstein, Rheinbrohl und Remagen, um nur einige zu nennen, ist der Burgus in Engers in dem am besten erhaltenen Zustand. So kam es dann zu dieser unseligen Überbauung durch eines dieser, in der Klosterstraße errichteten Terrassenhäuser. Den jetzigen Eigentümern dieser Wohnungen kann man die Versäumnisse der Vergangenheit nicht anlasten, dennoch tragen sie für diesen historischen Fund über dem sie die herrliche Rheinansicht in Engers genießen eine gewisse Verantwortung. Auch der neue Oberbürgermeister, Jan Einig, wollte sich vor Ort in Kenntnis setzen über dieses Bauwerk aus der Römerzeit und folgte einer Einladung des Vorsitzenden des Arbeitskreises Heimat und Tourismus, Josef Kretzer. An der Begehung nahmen weiterhin teil Ortsvorsteher Dieter Neckenig, sein Stellvertreter Adi Geil und weitere Mitglieder des Arbeitskreises. Der Oberbürgermeister war erstaunt über die gewaltige Dimension und die Größe der noch erhaltenen Mauern. Er steht der Errichtung einer geplanten Plattform, von der auch Besucher einen Blick auf die Reste des Burgus werfen können positiv gegenüber. Voraussetzung muss jedoch sein, dass Einvernehmen hergestellt wird mit den Eigentümern. Der Arbeitskreis Heimat und Tourismus will jetzt für die Besprechung mit den Eigentümern einen Entwurf für dieses Vorhaben erstellen lassen, der die Privatsphäre der Bewohner voll gewährleisten soll.

Die Überbauung lässt dennoch einen Überblick über die gewaltigen Mauerreste dieses Bauwerkes aus der Römerzeit zu.

Die Überbauung lässt dennoch einen Überblick über die gewaltigen Mauerreste dieses Bauwerkes aus der Römerzeit zu.

Oberbürgermeister Jan Einig (2.v.r.) lässt sich vom Vorsitzenden des Arbeitskreises, Josef Kretzer (4.v.r.) die Geschichte des spätrömischen Burgus darstellen.Fotos: Privat

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