Allgemeine Berichte | 07.05.2016

Vortragsabend in Bad Neuenahr

Roter Wein, klares Heilwasser und blaues Blut

Sehschule der Bürgerinitiative „Lebenswerte Stadt“ beschäftigt sich a 24. Mai mit der Gründerzeit

Die prachtvolle neobarocke Fassade des Kurhauses sollte eine die Gäste aus höheren Kreisen ansprechen. Axel Hausberg

Bad Neuenahr. In die Tage, als sich im Bad Neuenahr die „hohen Herrschaften“ verlustierten, entführt die Bürgerinitiative „Lebenswerte Stadt“. Das Bad schuf die passende Kulisse.

Das Lebensgefühl und die Weltsicht der Gründerjahre rücken in den Fokus des Vortragsabends am Dienstag, 24. Mai, 19.30 Uhr, Hotel Krupp, Bad Neuenahr. Das Gros der imposanten Bausubstanz von Bad Neuenahr und Ahrweiler stammt aus der sogenannten Gründerzeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts, einer Epoche voller gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Spannungen. Das spiegelt sich auch in den Fassaden wider. In ihnen lassen sich Geschichten und Geschichte ablesen. Sie verraten viel über diese Jahre des Aufbruchs, der technischen Errungenschaften und ihrer Sehnsucht nach Vergangenem. Der Fokus des ersten Vortrags liegt auf dem glanzvollen Neubarock – dem Baustil des Kurhauses beispielsweise: Wenn sich die blaublütigen und großbürgerlichen Gäste stilvoll ein Stelldichein geben sollten, musste das junge Bad Neuenahr dafür erst den passenden Rahmen schaffen. Was sollten die Bauherren zum Maßstab nehmen? Welche Botschaft mussten die Häuser leisten? Die Referentin des Abends, Daniela Bennewitz, Kunsthistorikerin aus Bonn, zieht den Bogen sogar weiter bis Berlin und deckt auf, wie die Preußen und der Kaiser das Denken dieser Jahre und damit die Architektur beeinflussten. Mit dem Vortrag startet die Initiative „Lebenswerte Stadt“ eine Reihe von drei Terminen, bei denen sie genau diese Jahre unter die Lupe nimmt. Sie wird in enger Zusammenarbeit mit dem Bund „Heimat und Umwelt“, der „Bonner Werkstatt Baukultur“ und dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege durchgeführt. Ziel ist es, die Gründerzeithäuser und den sogenannten Historismus zu begreifen, ihn zu würdigen und zu verstehen.

Der Vortragsabend wird diesmal nicht an einen Rundgang gekoppelt. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden sind erwünscht.

Die Sehschulen sind Angebote der Bürgerinitiative „Lebenswerte Stadt“. Sie möchte interessierte Bürger für die Baukultur der Stadt sensibilisieren und für eine fruchtbare Auseinandersetzung mit dem Thema Stadtgestaltung gewinnen.

Weitere Informationen unter www.lebenswertestadt.jimdo.com.

Die prachtvolle neobarocke Fassade des Kurhauses sollte eine die Gäste aus höheren Kreisen ansprechen. Foto: Axel Hausberg

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