CDU-Gemeindeverband vergab Ehrenamtspreis
Rudolf Barth erhielt den Ehrenamtspreis
In das Lob für dieWilly-Brandt-Bürgerstiftung wurden alle Forums-Mitarbeiter eingeschlossen
Rheinbreitbach. In das Burghotel Ad Sion nach Rheinbreitbach hatte der CDU-Gemeindeverband um seine Vorsitzenden, Heinz Schmitz und Alfons Mußhoff Anfang dieser Woche zur Verleihung ihres inzwischen neunten des Ehrenamtspreises eingeladen. Bekannt gegeben hatten sie traditionell nicht, wen die Jury aus den vielen Hinweisen aus der Bevölkerung auserwählt hatte. Ein geschulter Blick über die Teilnehmer an der Veranstaltung, die den Steinsaal bis auf den letzte Platz füllten, verschaffte Insidern jedoch relative Sicherheit. Unübersehbar stark vertreten waren die Ehrenamtler vom Willy-Brandt Forum um ihre beiden Vorsitzenden, Christoph Charlier und Rudolf Barth sowie Geschäftsführer Rudolf Rupperath.
Mit dem „Fuchsgraben“ von Ernst Mosch eröffneten dann die „Burgbläser“ die Festveranstaltung, bevor Heinz Schmitz neben dem Schirmherrn die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth, den Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Michael Christ, den stellvertretenden Kreisvorsitzenden, Viktor Schicker, und Ortsbürgermeister Wolfgang Gisevius, unter den Gästen begrüßte, ebenso wie die örtlichen CDU-Vorsitzenden, Gisela Stahl aus Erpel, Heinz-Josef Profitlich aus Rheinbreitbach, Stefan Heinrichs aus Bruchhausen und seinen Stellvertreter, den Unkeler Alfons Mußhoff . „Es ist inzwischen schon eine schöne Tradition, dass wir uns einmal im Jahr in der VG Unkel zur Verleihung dieses Preises treffen, nachdem mein Vorgänger diesen vor neun Jahren ins Leben gerufen hat, um jeweils einen oder eine Gruppe der vielen ehrenamtlich Tätigen auszeichnen, durch die unsere Gesellschaft reicher wird“, erklärte Heinz Schmitz.
Dass auch er zu diesen Ehrenamtlern zählt, daran ließ der Schirmherr keinen Zweifel, wies Herbert Breuer doch darauf hin, dass er als Pensionär nicht nur in zahlreichen Vereinen und Verbänden das Ehrenamt fördere, sondern dass er selber im Vorjahr 2500 Stunden ehrenamtlich im Einsatz gewesen sei. Für diese ehrenamtlich Arbeit müsse man sich berufen fühlen, leitet er tief gehend, aber nicht minder kurzweilig zum Thema seiner Rede „Zur Spiritualität des Ehrenamtes“ über, in deren Zentrum er die Geschichte von Moses und dem brennenden Dornbusch stellte als das Modell für Berufung.
Nach dem Rennsteiglied der Burgbläser ging Alfons Mußhoff in seiner Laudatio zunächst generell auf die Bedeutung des Ehrenamts ein. „Heute wollen wir Dank sagen, nicht nur dem Träger des Ehrenamtspreises, sondern allen, die an den unterschiedlichsten Stellen dazu beitragen, dass wir in unserem Land, in der VG solidarisch zusammenleben“, erklärte er. Gleichzeitig hoffte er, dass dieses beispielhafte Verhalten Nachahmer finden werde. Im neunten Jahr des Bestehens werde ein aktives CDU Mitglied geehrt. „Die Auszeichnung der CDU soll zwar ausdrücklich kein Preis nur für CDU-Mitglieder sein, aber es soll natürlich auch niemand ausgeschlossen werden, nur weil er sich in unserer Partei engagiert“, so Alfons Mußhoff, bevor das Geheimnis preis und Rudolf Barth als neuen Ehrenamts-Preisträger bekannt gab.
Dieser kann im kommenden Jahr bereits seine 50-jährige Parteizugehörigkeit feiern. „Er war zudem von 1984 bis 2009 Mitglied des Unkeler Stadtrats. Von 1989 bis 2009 Jahre hat er als Fraktionsvorsitzender zusammen mit Bürgermeister Werner Zimmermann und dem 1. Stadtbeigeordneten Günter Küpper die Geschicke der Stadt wesentlich mitgestaltet“, erinnerte der Laudator. Außerdem sei Rudolf Barth seit 32 Jahren Wahlvorsteher in einem der Unkeler Stimmlokale. Bis 2009 war er zwölf Jahre lang ehrenamtlicher Richter beim Oberverwaltungsgericht Koblenz und ist seitdem Mitglied des Kreisrechtsausschusses Neuwied.
Damit nicht genug: „Seit der Gründung ist Rudolf Barth stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung Willy-Brandt-Forum. Initialzündung für ihn als ‚Schwarzer‘ sich mit dem ersten SPD-Bundeskanzler näher zu befassen, war der Kniefall Willy Brandts in Warschau am 7. Dezember 1970“, verriet Alfons Mußhoff, um dann auf die Entstehung des Forums ausgehend vom Arbeitszimmer des Friedensnobelpreisträgers einzugehen.
„Wenn wir Rudolf Barth heute insbesondere für seine Arbeit in der Bürgerstiftung auszeichnen, dann ist uns bewusst, dass die gesamte Arbeit im Willy-Brandt-Forum ehrenamtlich geleistet wird. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland ein vergleichbares Museum gibt, dass ohne hauptamtliche Mitarbeiter auskommt“, gab der Laudator zu bedenken, bevor Herbert Breuer den Ehrenamtspreis übergab.
„Wir feiern Ende dieses Monats das fünfjährige Bestehen und vor kurzem konnte das Forum bereits seinen 25.000 Besucher begrüßen“, berichtete Rudolf Barth, der auch zu den acht versierten Referenten zählt, die Führungen durchführen. Auch er hob hervor, dass der Museumsbetrieb nur durch das ehrenamtliche Engagement der 25 Helfer sowie den unermüdlichen Einsatz von Geschäftsführer Rudolf Rupperath und den Vorsitzenden Christoph Charlier möglich sei. Seine Zeit als Kommunalpolitiker sei nicht immer einfach, aber doch wunderschön gewesen, resümierte er. Begonnen habe er diese in Bad Honnef an der Seite von Peter Hintze, dem ehemaligen CDU-Generalsekretär und stellvertretenden Bundestagspräsidenten. In Gesprächen mit Museumsbesuchern würden immer Konrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Kohl als die drei hervorragenden Bundeskanzler genannt. „Ich bin sicher, dass auch Angela Merkel demnächst dazugezählt wird, die trotz der Anfeindungen auch aus den eigenen Reihe eine ganz hervorragende Politik macht auch und gerade hinsichtlich der Asyl-Situation syrischer Flüchtlinge“, erklärte Rudolf Barth, bevor er die Anweisenden mit einem in Basalt geschlagen Spruch am Eingang der Kölner Ford-Werke motivierte: „Und trotzdem vorwärts!“ dem er voller Überzeugung hinzufügte: „Wir können das schaffen!“
