Petras Lädchen schließt am Samstag, 14. März
SPD-Frauen spenden 5000 Euro
Fünf Einrichtungen bei einer letzten Spendenfeier bedacht
Bad Neuenahr. Die Schließung von Petras Lädchen in der Jesuitenstraße in Bad Neuenahr rückt näher. Vorher haben die SPD-Frauen der Kreisstadt und der Grafschaft noch einmal 5000 Euro aus dem Erlös ihres ehrenamtlich geführten Gebrauchtkleiderladens für soziale Zwecke gespendet. Hierzu luden die Frauen von Petras Lädchen eine Woche vor der Schließung noch einmal zu einer Spendenfeier. Einen Tag vor dem Internationalen Frauentag begrüßte die AsF-Vorsitzende und langjährige ehemalige Landtagsabgeordnete Petra Elsner die Gäste mit einem Rückblick auf die Veränderungen in der Gesellschaft in Sachen Gleichstellung von Männern und Frauen. Die SPD-Frauen stellten fest, dass noch einiges zu tun ist, damit die Gleichstellung erreicht ist und werden sich in Zukunft weiterhin für dieses Ziel einsetzen. Mit ihren Gästen erinnerten sie sich an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Jahres 1978. Als die SPD-Frauen Petras Lädchen vor 42 Jahren gründeten, mussten sie ihre Ehemänner noch um Erlaubnis bitten, wenn sie eine Arbeit aufnehmen wollten. Eine Waschmaschine kaufen ging nur mit dem Einverständnis des Mannes. Und Hortplätze für die Kinder gab es nicht. Vor allem letztere Tatsache bewog die SPD-Frauen zur Gründung von Petras Lädchen, sie wollten sich aktiv für Verbesserungen einsetzen. Den sozialen Herausforderungen versuchten die Frauen durch die Unterstützung von Institutionen zu begegnen, die Menschen in Notlagen halfen. In mehr als vier Jahrzehnten erwirtschafteten sie in ihrem Lädchen mehr als 400.000 Euro und förderten damit Projekte für Frauen, Kinder und Familien, Vater-Mutter-Kind-Kuren, die BBS, Grundschulen und weiterführende Schulen, Kindergärten, Einrichtungen der Jugendhilfe von der Grafschaft über die Kreisstadt bis nach Sinzig, Kinderheime in der Umgebung, die Ökumenische Flüchtlingshilfe, die Telefonseelsorge, Umweltschutzprojekte im Kreis Ahrweiler, kulturelle Einrichtungen wie Theatergruppen, Büchereien und vieles mehr. Petra Elsner betonte das große Engagement der Lädchenfrauen, die sich all die Jahre an sechs Tagen der Woche für ihre Mitmenschen eingesetzt haben. Viele von ihnen waren von Anfang an bei dem Lädchenprojekt dabei. Und alle haben sich gerne um Menschen gekümmert, die mit ihren großen und kleinen Sorgen ins Lädchen kamen, hier immer ein offenes Ohr fanden und Rat und Hilfe bekamen. Auch die Rolle der Bürgerinnen und Bürger, die Petras Lädchen mit gebrauchter Kleidung versorgten, hob Elsner hervor,, denn viele sorgten mit ihren Kleiderspenden für die Grundlage der sozialen Arbeit im Lädchen.
Illegale Müllentsorgung wurde zu großem Problem
Leider haben einige uneinsichtige Menschen in den vergangenen Jahren quasi täglich ihren Müll und Unrat vor der Tür von Petras Lädchen „entsorgt“, so dass die SPD-Frauen die Kündigung des Ladens erhielten und sich zuletzt auch nicht mehr in der Lage sahen, die ständig zunehmende illegale Müllentsorgung dauerhaft zu bewältigen. Bei ihrer letzten großen Spendenaktion bedachten sie fünf Institutionen mit jeweils 1000 Euro.
Diese Summe hatte der Kreuzbund bereits bei seiner jüngsten Karnevalssitzung in Empfang genommen - eine der zahlreichen Selbsthilfegruppen, die seit dem Bestehen von Petras Lädchen unterstützt wurden. Für das Frauenhaus im Kreis Ahrweiler nahm die Vorsitzende Gabriele Höhler 1000 Euro entgegen und betonte dankbar: „Ohne die SPD-Frauen würde es kein Frauenhaus geben“. Denn die Frauen um Petra Elsner hatten hier für die Anschubfinanzierung gesorgt, obwohl die damals politisch Verantwortlichen jegliche Notwendigkeit eines Frauenhauses im Kreis Ahrweiler abgestritten hatten. Höhler dazu: „Unser Frauenhaus war und ist immer voll!“
Auch „Ariadne“, die Einrichtung, die sich um die Kinder im Frauenhaus kümmert, haben die Lädchenfrauen gerne unterstützt.
Marion Eisler von der Diakonie erhielt ihre Spende für die Unterstützung von Menschen in sozialen Notlagen und auch sie bedauerte sehr, dass Petras Lädchen schließen muss: „Dank der stetigen Förderung durch die SPD-Frauen konnte ich viele Hilfsprojekte für Menschen jeden Alters durchführen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“.
Die Erich-Kästner-Realschule plus erhielt ebenfalls eine Zuwendung: Die Lehrerinnen Claudia Zauels und Brigitte Prantl berichteten, das Geld helfe, dass alle Schüler der 9. Klasse an einer Fahrt nach Auschwitz teilnehmen können, die den Jugendlichen wichtige persönliche Erkenntnisse bringen soll.
Schulleiter Klaus Mührel von der Grundschule Ahrweiler freute sich über eine Spende für die Theaterprojekte „Die Nein-Tonne“ für die 1. und 2. Klasse und „Mein Körper gehört mir“ für die 3. und 4. Klasse; die beiden Projekte dienen der Stärkung des Selbstwertgefühls und sollen die Kinder befähigen, selbstbestimmt zu handeln. Mit einem gemeinsamen Frühstück ging diese letzte Veranstaltung in Petras Lädchen zu Ende, das am Samstag, 14. März zum letzten Mal öffnet.
