SV Hertha Buschhoven trauert um Ehrenvorsitzenden Hans Kempen
Buschhoven. Der SV Hertha Buschhoven trauert um seinen Ehrenvorsitzenden Hans Kempen, der am 6. Februar 2026 im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert der Verein einen prägenden Gestalter der Herthaner Vereinsgeschichte, einen leidenschaftlichen Förderer des Buschhovener Fußballsports und das Dorf einen echten „Buschhovener Jung“.
Hans Kempen trat am 1. Januar 1970 in den Verein ein. In einer Zeit hoher Fluktuation an der Spitze der Hertha übernahm er Verantwortung und wurde am 19. Februar 1972 zum 1. Vorsitzenden gewählt, ohne selber zuvor sportlich in der Hertha aktiv gewesen zu sein. Mit gerade einmal 33 Jahren brachte er lang ersehnte Kontinuität in die Vereinsführung. 15 Jahre lang führte er die Geschicke der Hertha, ehe er das Amt am 20. Februar 1987 an Herbert Buhl übergab, mit dem heutigen 1. Vorsitzenden Werner Neffgen als Stellvertreter. Noch ein weiteres Jahr blieb er dem Vorstand als Beisitzer erhalten. Sein Rückzug aus der ersten Reihe hatte für den Prokuristen berufliche Gründe.
In seine Amtszeit fallen entscheidende Meilensteine der inzwischen 115-jährigen Vereinsgeschichte. Bereits 1972/1973 wurden neben der Fußballabteilung erstmals weitere Abteilungen in die Hertha eingegliedert, ein bedeutender Schritt für die Entwicklung zu dem heute bekannten Mehrspartenverein. Am 16. Oktober 1977 wurde der neue Sportplatz „Am Wiedring“ eingeweiht, am 16. September 1979 folgten die neuen Umkleideräume und am 24. Mai 1985 konnte das Sportlerheim feierlich eröffnet werden. Hans Kempen war dabei stets mit Tatendrang dabei, von der Organisation bis zur Finanzierung, auch in enger Abstimmung mit der Gemeinde. „Wenn er etwas anpackte, schöpfte er alle Möglichkeiten aus, um es bestmöglich zu vollenden“, erinnert sich Herbert Buhl gerne an seinen Amtsvorgänger.
Unter seiner Führung verzeichnete der Verein einen regelrechten Mitgliederboom von 211 Mitgliedern im Jahr 1972 auf 577 Mitglieder im Jahr 1985. Auch sportlich konnte die Hertha unter seiner Führung beeindruckende Akzente setzen. Als Aufsteiger gelang der Herrenmannschaft 1982 der direkte und erstmalige Durchmarsch in die Bezirksliga. Geselligkeit und Gemeinschaft waren für ihn stets zentrale Werte des Vereinslebens. Er war nah- und greifbar und hatte jederzeit ein offenes Ohr für Spieler und Trainer. Seine Wanderungen durch die heimische Umgebung legte er stets so, dass er kein Spiel verpasste.
„Besonders das Hochhalten des geselligen Vereinslebens war ihm immer wichtig“, führt Buhl seine Erinnerungen über Hans Kempen weiter aus. „Er war ein stets geschätzter und sehr umgänglicher Zeitgenosse“.
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand blieb er der Hertha eng verbunden. Über Jahrzehnte fungierte er als Wahlleiter bei den Jahreshauptversammlungen. Bis zuletzt war er ein gern gesehener Zuschauer am Spielfeldrand.
Seine tiefe Verbundenheit zur Hertha hat auch über seinen Tod hinaus Bestand, denn die Kollekte seiner Beerdigung ist für die Jugendabteilung des Vereins bestimmt.
Hans Kempen selbst formulierte einst, wieso die Hertha als Dorfverein funktioniert:
„Die ehrenamtlichen Helfer haben immer gefragt, was sie für den Verein tun können, nicht was der Verein für sie tut.“ Und ehrenamtliche Helfer hat es viele gebraucht, so sind für den Bau des alten Sportlerheims in den Jahren 1984 bis 1985 4.200 freiwillige Arbeitsstunden dokumentiert worden.
An einer erfolgreichen Zukunft der Hertha, ließ Kempen bereits zum 75-jährigen Vereinsjubiläum keine Zweifel: „Wenn sich der Sportverein auch weiterhin getreu seiner Tradition nach außen und innen bewegt, braucht man sich um seine Zukunft nicht zu sorgen.“
Hans Kempen hinterlässt seine Ehefrau, zwei Kinder und drei Enkelkinder.
Der SV Hertha Buschhoven wird seinem Ehrenvorsitzenden Hans Kempen ein würdiges Andenken bewahren.
