Grandiose Premiere auf der großen Bühne der Burgfestspiele in Mayen
Schallendes Gelächter und tosender Applaus für die Sonny Boys
Mayen. Die dritte Stufe der diesjährigen Festspielzeit in Mayen ist gezündet – und wie. Mit den Sonny Boys gab es die erste Premiere der Hauptstücke auf der großen Bühne der Genovevaburg, an deren Ende ein begeistertes Publikum die Theatermannschaft frenetisch feierte. Zuvor hatte man sich auf den Zuschauerrängen den Bauch vor Lachen gehalten und zahlreiche Lachtränen wegwischen müssen.
Die Sonny Boys haben möglicherweise die längste Anlaufzeit, die je ein Stück bei den Burgfestspielen hatte. Bereits bei der letztjährigen Abschlussgala schlüpften Thorsten Hamer und Michael Ophelders in die Rollen der beiden ehemaligen Komödianten Willie Clark und Al Lewis. An diesem Abend überzeugten Beide bereits dermaßen, dass die Besucher der Abschlussgala ihr Ticket für diese Spielzeit im Geiste wohl bereits alle gebucht hatten. Entsprechend hoch die Erwartungen vor der Premiere am Samstag.
Die Geschichte beschreibt das Komikerduo Willie Clark und Al Lewis, welches jahrzehntelang gemeinsam auf der Bühne stand. Seit der überraschenden Trennung vor elf Jahren haben sie kein Wort mehr miteinander gewechselt. Nun versucht Willies Nichte Cleo verzweifelt die beiden zu einem Comeback zu überreden. Dabei brechen alle Wunden der Vergangenheit und Befindlichkeiten schnell wieder auf.
Von der ersten Minute an gibt Thorsten Hamer in seiner unnachahmlichen Art den Grantler, der von seiner glorreichen Vergangenheit träumt und die lausige Gegenwart verleugnet. Dabei lässt Hamer wirklich keinen Gag liegen, sondern massiert in den ersten Minuten genüsslich die Lachmuskulatur des Publikums. Aus anfänglichem Kichern, wird Lachen und immer öfter schallendes Gelächter auf der Tribüne, vor allem, als Nicht Cleo (Alexandra Marinescu) und Al Lewis (Michael Ophelders) hinzukommen.
Sehr gekonnt spielen alle drei die Pointen aus, lassen das Gesagte wirken und so kommt die gesamte Komik der Situation zum Tragen. Und obwohl die Sonny Boys grundsätzlich vom Wortwitz und nicht von Actionszenen leben, schafft es Intendant Alexander May mit seiner Inszenierung ständig Leben auf der Bühne zu haben. Dies liegt ganz besonders an Alexandra Marinescu, die in der Rolle der Nichte Cleo so großartig aufdreht, dass ihre Spielfreude auf das Publikum überspringt. Mehrfach werden ihre verzweifelten und hilflos anmutenden Versuche den Streit zu schlichten von Szeneapplaus unterbrochen. Sie ist die kongeniale Partnerin der Erzkomödianten Ophelders und Hamer, die diese Schlichtungsversuche mit ihrem schrulligen Verhalten ad absurdum führen. Und so steigert sich das organisierte Chaos von Minute zu Minute und das Publikum folgt dem Treiben gebannt und amüsiert.
Intendant Alexander May hatte vor der Festspielzeit gesagt, dass man großartige Künsterlerinnen und Künstler engagieren konnte und dabei darauf geachtet hätte, dass diese zu den Stücken passen.
Wer die Sonny Boys gesehen hat, der wird diese Aussage sicherlich sofort unterschreiben.
Mehr als zwei Stunden dauert der Dauerangriff auf die Lachmuskulatur und keine Sekunde davon dürfte am Ende fehlen.
BLA
Willie Clark (Thorsten Hamer), Cleo Silverman (Alexandra Marinescu) und Al Lewis (Michael Ophelders). Fotos: WAMFO.DE