Allgemeine Berichte | 09.10.2025

Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn nehmen erneut am bundesweiten Aktionstag teil – Zahlreiche Partner tauschten die Arbeitswelt

Schichtwechsel 2025: Perspektiven tauschen, Verständnis stärken, Inklusion leben

Tauschpartnerinnen und -partner, Beschäftigte, Mitarbeitende und Verantwortliche der Caritas-Werkstätten beim Aktionstag Schichtwechsel in den Werkstätten in Montabaur.  Fotos: Caritasverband WWRL/Holger Pöritzsch

Montabaur. Neue Perspektiven, persönliche Begegnungen und viel gegenseitige Wertschätzung: Zum wiederholten Mal beteiligten sich die Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn am bundesweiten Aktionstag Schichtwechsel, der jetzt wieder deutschlandweit stattfand.

In diesem Jahr sogar mit einem neuen Teilnehmerrekord: Rund 4.800 Menschen tauschten bundesweit ihre Arbeitsplätze, darunter 2.700 Beschäftigte aus Werkstätten für behinderte Menschen und 2.100 Mitarbeitende aus Unternehmen, Behörden und Institutionen.

Auch die Caritas-Werkstätten luden wieder zu spannenden Perspektivwechseln ein – dieses Mal an den Standorten Montabaur und Rotenhain. Insgesamt nahmen rund 30 Personen an den lokalen Tauschaktionen teil.

Montabaur: Zoll, Brauereiund Agentur für Arbeittauschen mit Werkstatt

Am Hauptstandort in Montabaur waren unter anderem Jamy Giesen und Vivian Ronshausen vom Hauptzollamt Koblenz, Noah Wörsdörfer und Torsten Laufer von der Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG aus Hachenburg sowie Daniela Gerlach, Ricarda Pethke und Stefanie Hens vom Team Reha der Agentur für Arbeit Montabaur zu Gast. Sie arbeiteten einen Tag lang in den Werkstätten mit und gewannen tiefe Einblicke in die anspruchsvollen und abwechslungsreichen Tätigkeiten der Beschäftigten.

Vivian Ronshausen zog ein durchweg positives Fazit: „Ich war im letzten Jahr schon dabei. Es macht riesigen Spaß und ist eine tolle Erfahrung.“ Stefanie Hens zeigte sich begeistert vom Vorrichtungsbau: „Dort entstehen individuell angepasste Arbeitsplätze – das hat mich sehr beeindruckt.“ Und Noah Wörsdörfer lobte das hohe Niveau der Arbeit: „Ich war überrascht, welche komplexen Aufgaben die Beschäftigten übernehmen. Der Schichtwechseltag ist eine großartige Aktion!“

Rotenhain: Arbeit erleben, Perspektiven tauschen –Vielfalt in Aktion

Auch in der Caritas-Werkstatt Rotenhain stand der Schichtwechsel ganz im Zeichen echter Zusammenarbeit. Werkstattbeschäftigte und Mitarbeitende des Bischöflichen Ordinariats Limburg, der Firma Deynique (Westerburg), des Sägewerks Martschauske (Rennerod) sowie Auszubildende der Dörner & Helmer GmbH (Urmitz) begegneten sich nicht nur – sie arbeiteten miteinander.

Beim Besuch in Limburg erhielten die Werkstattbeschäftigten einen unmittelbaren Einblick in die vielfältigen Arbeitsfelder des Bistums – von Verwaltung und Organisation über Inklusionsthemen bis hin zu sozialpastoralen Aufgaben. Gespräche mit Hildegard Wustmans, der ersten Bischöflich Bevollmächtigten, und den Mitarbeitenden der Fachstelle gegen Gewalt zeigten: Arbeit verbindet, wenn Menschen offen füreinander sind.

Der Gegenbesuch in Rotenhain machte diesen Perspektivwechsel komplett. Das Team der Fachstelle gegen Gewalt erlebte hautnah, was Werkstattarbeit heute bedeutet: strukturierte Abläufe, technische Präzision, hohe Qualitätsstandards – und Menschen, die mit Stolz und Professionalität ihre Arbeit gestalten. „Die Komplexität der Tätigkeiten und das Verantwortungsbewusstsein der Beschäftigten haben mich tief beeindruckt“, betonte Silke Arnold, Leiterin der Fachstelle.

Auch die weiteren Partnerbetriebe nutzten den Aktionstag, um Inklusion praktisch zu leben: So arbeitete Kevin Martschauske aktiv in der Schreinerei der Caritas-Werkstatt mit, während Werkstattbeschäftigte zum Gegenbesuch ins Sägewerk eingeladen wurden. Im Austausch mit Mitarbeitenden der Firma Deynique und den Auszubildenden von Dörner & Helmer entstanden intensive Gespräche über Berufsbilder, Qualifikationen und das gemeinsame Verständnis von Arbeit.

Der Rotenhainer Schichtwechsel zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und professionell Werkstattarbeit ist – und wie selbstverständlich Teilhabe gelingt, wenn Menschen sich mit Respekt und Neugier begegnen.

Ein starkes Zeichenfür Teilhabe

„Der Aktionstag Schichtwechsel lebt von Begegnungen auf Augenhöhe – und davon, dass wir voneinander lernen“, betont Armin Gutwald, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn. „Ich freue mich sehr über die rege Beteiligung auch in diesem Jahr. Der Tag zeigt eindrucksvoll, wie leistungsfähig, vielfältig und wertvoll unsere Arbeit und die unserer Beschäftigten ist.“

Der Schichtwechsel, koordiniert von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM), fand in diesem Jahr bereits zum siebten Mal statt. Die bundesweite Resonanz war überwältigend – 370 Werkstätten beteiligten sich, darunter zahlreiche große Namen aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Verwaltung. Der nächste bundesweite Aktionstag Schichtwechsel findet am 24. September 2026 statt.

Jamy Giesen (rechts) und Vivian Ronshausen (links) vom Hauptzollamt Koblenz lassen sich beim Schichtwechsel die Arbeit einer Beschäftigten erklären – ein Perspektivwechsel mit Mehrwert.

Jamy Giesen (rechts) und Vivian Ronshausen (links) vom Hauptzollamt Koblenz lassen sich beim Schichtwechsel die Arbeit einer Beschäftigten erklären – ein Perspektivwechsel mit Mehrwert.

Tauschpartnerinnen und -partner, Beschäftigte, Mitarbeitende und Verantwortliche der Caritas-Werkstätten beim Aktionstag Schichtwechsel in den Werkstätten in Montabaur. Fotos: Caritasverband WWRL/Holger Pöritzsch

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, kann man in aktueller Sache in Neuwied sehen. Hier wurden im Rahmen einer Schulhofumgestaltung 3 nachweislich verkehrssichere gesunde 100 Jahre alte...
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Rund ums Haus
Rund ums Haus
Imageanzeige
Daueranzeige 2026
MAYA Azubi Messe
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Anzeige HEMS
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, März 2026
Innovatives rund um Andernach
Kreishandwerkerschaft
Empfohlene Artikel

Remagen. Am 27.02.2026 fand der Abschluss der Ada-Lovelace-AG am Campus Remagen der Hochschule Koblenz statt. Das Ada-Lovelace-Projekt fördert Mädchen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und bietet ihnen die Möglichkeit, technisches Wissen praktisch zu erlernen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Betrugsversuch im Bereich der Polizei Westerburg, der wohl auch überregional so stattfindet

06.03.: Betrugsmasche nach Todesfall: Polizei mahnt Hinterbliebene zur Vorsicht

Westerburg. Die Polizei Westerburg möchte auf eine besondere Form des Betruges hinweisen, der in dieser oder ähnlicher Form vermutlich auch überregional stattfindet: Ein Geschädigter teilte mit, dass er einige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau durch eine vermeintliche Firma kontaktiert wurde. Diese gab an, dass seine Ehefrau kurz vor ihrem Tode Verbindlichkeiten eingegangen wäre, welche nun noch offen stünden.

Weiterlesen

Speyer. Am Freitagabend eskalierte ein Streitgespräch zwischen zwei Personen am Postplatz in Speyer. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung stach ein 18-Jähriger aus Dudenhofen mit einem Messer in Richtung seines 18-jährigen Kontrahenten aus Waldsee. Dieser wurde dadurch im Bereich des Bauches verletzt.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Essen auf Rädern
Holz Loth-Entsorgung
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Bad
MAYA
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0149#
Imageanzeige Dauerauftrag 03/2026
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
First Friday Anzeige Februar
Zukunft trifft Tradition KW 10
MAYA 2026
Unterstützeranzeige -Nink-
Thomas Scharbach
Familien-Sonntag 2026