Zehnthausverein schließt das Jahr mit einem Kammermusikabend
Schöbel-Trio mit Beethoven
Trio musizierte engagiert und spielfreudig
Swisttal-Odendorf. Seine lange Tradition, das Veranstaltungsjahr mit einem Kammermusikabend zu beschließen, setzte der Zehnthausverein in Odendorf fort.
Primarius Heinz Schöbel musizierte in diesem Jahr im Trio zusammen mit Dr. Magdalene Bonstedt an der Viola und Jade Hauser am Violoncello.
Wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung des Beethovenjahres zum 250. Geburtstag des in Bonn geborenen großen Komponisten, der Odendorf aus eigener Anschauung kannte, standen neben Franz Schuberts Fragment Trio-Satz B-Dur zwei von fünf Streichtrios Ludwig van Beethovens auf dem Programm. Beethoven hatte die Gattung Streichtrio zu einer ganz neuen Form und gewissermaßen zu einem Höhepunkt geführt. Er schuf in den Trios einen Klang von höchster, fast orchestraler Dichte, sodass man eine zweite Geige nicht vermisst. Geige, Bratsche und Cello sind harmonisch und melodisch sehr geschickt und einfallsreich miteinander verwoben und ihre Interaktion lässt auch Beethovens berühmt-berüchtigten Humor nicht vermissen. Leider ist die Literatur für diese Formation nicht sehr umfangreich, denn Beethoven ließ sie danach zugunsten der kammermusikalischen Königsgattung Streichquartett völlig im Stich, was auf Komponisten nach ihm bis in die Spätromanik Auswirkung haben sollte.
In der Tat zeigt Beethoven in der Serenade Opus 8, D-Dur beeindruckenden Einfallsreichtum und Witz, besonders in markanten Cellopassagen und im Trio Opus 9, Nr. 1 G-Dur überrascht er mit harmonisch-melodischen Extravaganzen im Adagio. Das Trio endet in einem rasanten Presto-Satz, der keines der drei Instrumente schont. Den Trios Beethovens stellten die Musiker Schuberts Fragment, den Trio-Satz B-Dur (Allegro) voran. Es entstand 1816/17 und war vermutlich für die familiäre Hausmusik bestimmt. Im Entstehungsjahr der Beethoventrios geboren, steht Schubert mit seiner Komposition hörbar in der Tradition Haydns und Mozarts. Trotz der Reminiszenzen an seine Vorbilder strebt Schubert hier bereits nach Eigenständigkeit und hinterlässt mit diesem Trio-Satz eine der reizvollsten Miniaturen seiner Kammermusik.
Das Schöbel-Trio bewältigte viele technische und musikalische Herausforderungen, wobei es engagiert und spielfreudig musizierte. Die Musiker entließen das zahlreich erschienene Odendorfer Publikum nach einem beeindruckenden Musikabend gut gestimmt in die Adventszeit.
