Besinnungswanderung der Kolpingfamilie St. Martin Lahnstein
Schöne, langjährige Tradition wurde fortgesetzt
Lahnstein. Nach zweijähriger pandemiebedingter Pause fand am Karfreitag wieder eine Besinnungswanderung statt. Damit wurde eine schöne, langjährige Tradition der Kolpingfamilie St. Martin fortgesetzt. Gewandert wurde rund um die ca. 2.600 Seelen-Gemeinde Sankt Sebastian in der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Gestartet wurde in der weißen Kirche, die direkt am Rhein liegt und dem heiligen Sebastian gewidmet ist.
Monika und Mario Kriechel gaben den Weg vor. Die Teilnehmer folgten dem Holzkreuz, welches einst aus dem Treibgut des Rheines zusammengebaut wurde. Fünf Stationen wurden inhaltlich von Mitgliedern gestaltet, ganz unterschiedlich, unter dem Leitwort „Durchkreuztes Leben“. Monika Kriechel beispielsweise meditierte über Umwege und Umleitungen. Grundlage hierfür war ein Foto einer Kunstinstallation, welches sie an der Bundesstraße unterhalt der Loreley geschossen hatte. Matthäus und Heike Kohl meinten frei nach Laotse: „Es ist das Ende der Welt sagte die Raupe. Es ist erst der Anfang sagte der Schmetterling“. Hierzu verteilten sie als Erinnerung ein Foto-Gebetskärtchen. Mit nachdenklichen und überraschenden Geschichten regten sie zum Nachdenken an und formulierten treffende Gebete.
Ulrike Schneider schenkte den Teilnehmern ein Kreuz in Postkartengröße, welches nachts leuchtet. Ihr Text befasste sich mit dem seit über 50 Tagen wütenden Angriffskrieg auf die Ukraine. An einer Station konnten die Teilnehmer selbst Statements abgeben zum Ukraine-Krieg und unkommentiert Vorschläge machen, wie der Wahnsinn des Krieges im christlichen Sinne wohl beendet werden wird. Jeder war irgendwie aufgewühlt von den Nachrichten der letzten Tage. Was ist richtig? Mehr und stärkere Waffen liefern? Härtere Sanktionen verhängen? Waffenstillstand und Verhandeln? oder Kapitulation? Es gibt wohl keine „richtigen“ Antworten in einem falschen Krieg und auch Christen haben wohl keine Wahrheiten und Weisheiten gepachtet.
Als an einer Station das Lied „Das weiche Wasser bricht den Stein“ gespielt wurde, war klar, dass es eine besondere Besinnungswanderung war, im Bann des Krieges. Man erfuhr einiges vom Leid der Ukraine-Flüchtlinge und auch von der Hilfsbereitschaft vieler Menschen in Deutschland, die Wohnraum zur Verfügung stellen.
Die Passion wurde einmal mehr in die „Jetztzeit“ transferiert. Ganz persönlich, mit Gründen zum „Danke“ sagen aus dem Rundbrief der „Ü60 Gruppe“ und dem gemeinsamen Vater-unser-Gebet wurde die Besinnungswanderung beschlossen, die diesmal eine Art Friedens-Ostermarsch war. Auch einige Nichtmitglieder und Menschen aus Sankt Sebastian selbst waren mit dabei.
Wie so häufig setzte auch diese Besinnungswanderung einen besonderen Kontrapunkt: Zum Leid des „dunklen“ Karfreitages gab es den Anblick einer sprießenden, aufblühenden Natur unter azurblauen Frühlingshimmel.
