Das 24. Volksfest für Tiere war ein Riesenerfolg
Schönheitswettbewerb, Flohmarkt und Informationsstände
Mayen. Rechtzeitig zum großen Volksfest für Tiere im Mayener Tierheim hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne verzauberte das Festgelände mit ihren hellen, warmen Strahlen. Als sich die Tore pünktlich um elf für die Besucher öffneten, stürmten bereits zahlreiche Trödel-Fans, auf der Jagd nach den besten Schnäppchen, die hauseigene Flohmarkthalle. Den ganzen Tag über war der kleine Markt ein Besuchermagnet und wurde fleißig nachbestückt; auch in den Regalen des Bücherstübchens entstanden immer wieder große Lücken, die aufgefüllt werden wollten. Der Flohmarkt ist ein wichtiger und etablierter Teil der Festivitäten des Tierheims, denn die privat gespendeten Artikel spülen jedes Mal ein bisschen Geld in die Kassen und das wird immer dringend benötigt: Die Versorgung der zahlreichen Schützlinge, die jedes Jahr durch die Hände der Tierschützer gehen, will gesichert sein, Tierarztkosten reißen schnell große Löcher in den Haushalt und manch ein Tier benötigt dauerhaft Physiotherapie oder Medikamente. Kosten für Tiere, die aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr vermittelbar sind, aber dennoch das Glück haben, in Pflegefamilien unterzukommen, übernimmt das Tierheim unter Umständen bis zum Lebensende. Dass ein altes oder krankes Tier seinen Lebensabend nicht im Tierheim verbringen muss, ist den Tierschützern ein ganz wichtiges Anliegen.
Die Highlights des Programms
Die Mitarbeiter und Ehrenamtler des Mayener Tierschutzvereins hatten am Sonntag wieder einmal alle Hände voll zu tun. Viele Familien begingen gemeinsam mit ihren Vierbeinern den Muttertag auf dem 24. Volksfest für Tiere und genossen das kunterbunte Programm: Die Rettungshundestaffel Rhein-Mosel e.V. war auch dieses Jahr mit ihren Hunden und einem großen Infozelt dabei, ein Hundetrainer von „Rütters DOGS“ stellte den Zughundesport vor. Highlight war aber, wie immer, die Wahl zu Mister und Misses Mischling: Zauberhafte Hunde jeder Größe und jedes Alters zeigten sich an der Seite von Herrchen oder Frauchen im abgezäunten und von Zuschauern umringten Showzirkel von ihrer allerbesten Seite. Bewunderer hatten sie dabei alle, auch wenn sich am Ende nur drei Hunde je Geschlecht über die üppigen Siegerprämien - große Fresskörbe mit allem drum und dran - hermachen durften. Für den Rest hieß es einfach: Dabei sein ist alles. Rund um das Festgelände standen tolle Verkaufsbuden und natürlich waren auch andere Tierschutzorganisationen eingeladen. Mit Nicole Merzbach und einer weiteren Ehrenamtlerin war die Stadttaubenhilfe Koblenz-Neuwied dabei. Der Verein versucht seit Jahren für das Elend von Stadttauben zu sensibilisieren, die im Laufe der Geschichte von Menschen zunächst extrem vermehrt und im Anschluss sich selbst überlassen wurden. „Dass wir Menschen uns jetzt um diese Tiere kümmern, ist das Mindeste“, sind sich die engagierten Tierschützer einig. In Volieren und mobilen Taubenschlägen versorgen sie die Tiere mit artgerechtem Futter - was den oft beklagten dünnen Kot verhindert -, gewähren medizinische Hilfe und betreiben durch das Austauschen des Geleges aktive Geburtenkontrolle. Während der Hochzeitssaison werden die Vogelschützer bald auch wieder schwer verletzte oder halb verhungerte Hochzeitstauben einsammeln, die ihren kurzen Auftritt zum Amüsement Frischvermählter nicht selten sogar mit dem Leben bezahlen. „Diese Tiere sind nicht in der Lage, in der Freiheit zu überleben“, sagt Nicole Merzbach, „schon durch das weiße Federkleid sind sie ein gefundenes Fressen für Raubvögel.“ Dass die Sache mit den Hochzeitstauben einer Ehe unter diesen Umständen wirklich Glück bescheren soll, ist schwer vorstellbar.
Tierschutz zieht sich durch alle Lebensbereiche
Vor dem Hauptgebäude des Tierheims genossen zahlreiche Besucher den ganzen Tag über Leckeres vom Grill, Kaffee und Kuchen bei schöner Live-Musik. Doch obwohl die Tierschützer vermehrt köstliche vegetarische Alternativen im Angebot hatten, waren die Steaks als erstes aus. Kaum zu glauben, aber wahr: Auch am Sonntag waren noch wenige, offenbar Ahnungslose unter den Gästen, die mit mitleidigem Blick vor den Hundegehegen standen und deren Insassen beäugten, während echtes Hundefell den Saum ihrer Jackenkapuzen zierte. Es ist ganz offensichtlich: Die Kampagnen der großen Tierschutzorganisationen, die über den Handel mit billigem Echtfell aufklären, haben noch lange nicht jeden erreicht. Die Chance, auf einer Veranstaltung wie dem Volksfest für Tiere in Mayen aufgeklärt zu werden, steigt allerdings mit jedem Jahr - das verrieten die Blicke rund um die Felljackenträger klar.
Auch wenn der Aufwand immer riesig ist: Das 24. Volksfest für Tiere war wieder ein voller Erfolg für die gute Sache und ein wunderschöner Tag für die Besucher. Wie immer ist das auch den engagierten Ehrenamtlern zu verdanken, die von den Vorbereitungen über den Aufbau bis hin zum letzten Besenstrich am Abend dabei waren.
Die Ehrenamtler der Koblenzer Stadttaubenhilfe waren vor Ort, um auf die schwierige Situation ihrer Schützlinge aufmerksam zu machen.
Die Sieger der Wahl zu Miss Mischling: Erste wurde Cindy aus Kottenheim, den zweiten Platz belegte Hündin Lou und der dritte Platz ging an Paula.
Der hauseigene Flohmarkt war wieder sehr gut bestückt und wurde am Vormittag bereits ordentlich geplündert.
Zum schönsten Mischlingsrüden wurde Toni gekürt, der bequem in seinem Fresskorb Platz fand. Zweiter wurde der schöne Rudi, den dritten Platz belegte sichtlich stolz Buddy.
