„Bausteine der Erinnerung – Bausteine der Zukunft“
Schüler gestalten Auschwitz-Gedenken mit
Präsentation von Schülerinnen und Schülern bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus
Rheinbach. In diesem Jahr jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 75. Mal. Das war Anlass vieler würdevoller Rückblicke und Veranstaltungen. In Rheinbach wird dieser Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus schon seit vielen Jahren mit einer Gedenkstunde im Rathaus begangen. Auch für die Gesamtschule ist ein Beitrag von Schülerinnen und Schülern schon Tradition.
Daher war es uns in diesem Jahr ein besonderes Anliegen, zu einer würdevollen Gestaltung beizutragen. Dass die Bemühungen der Gesamtschule, die Jugendlichen zu Toleranz und gegen Rassismus und Antisemitismus zu erziehen, Früchte trägt, zeigte sich schon in der Vorbereitung. Mehr als 25 Schülerinnen und Schüler aus mehreren 10. Klassen hatten sich gemeldet, um bei der Präsentation mitzuwirken. Das ist besonders erwähnenswert, weil die Gedenkveranstaltung an einem unterrichtsfreien Tag stattfand.
In ihrer Präsentation (Text und Gesamtleitung: Eva Knips) gaben die Jugendlichen mit einer szenischen Lesung einen Rückblick auf die Schritte, die die Gesamtschule mit ihrer gesamten Schulgemeinschaft im letzten Jahr gegangen ist, um sich „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ nennen zu dürfen. Im Mittelpunkt standen dabei die Eindrücke, die Schülerinnen und Schüler auf ihrer Klassenfahrt nach Prag und Theresienstadt gewonnen hatten. Fotoprojektionen, Darstellungen auf der Bühne und ein Gedichtvortrag illustrierten diese. Zum Abschluss wurden bebilderte Bausteine, die die Jugendlichen mit auf die Bühne gebracht hatten, zu einer Erinnerungswand zusammengestellt. Besonders anrührend geriet die musikalische Einlage des kleinen Chores, der „Wiegala“ vortrug. Schülerinnen und Lehrerinnen sangen dieses Lied, das Ilse Weber im Konzentrationslager geschrieben hat. Sie hat es ihrem kleinen Sohn vorgesungen, als sie gemeinsam mit ihm in die Gaskammer ging. Dass dieses Lied zwei Tage später auch bei der Feier im Deutschen Bundestag von einer Sängerin vorgetragen wurde, war ein erwähnenswerter Zufall. Der Musiklehrer Tommy Preuth hatte das Lied mit dem Chor eingeübt. Er und der Schüler Malte Treder begleiteten den Liedvortrag auf dem Klavier und dem Akkordeon. Anschließend brachte Malte mit seinem Akkordeonlehrer Antonella Simone noch einmal die wunderbare „Schindler-Melodie“ zu Gehör, bevor Bürgermeister Stefan Raetz und der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß ein Blumengesteck zu Ehren der aus Rheinbach stammenden ermordeten Juden niederlegten. Sie hatten zuvor in ihren Reden betont, wie wichtig es ist, dass gerade Jugendliche die Erinnerung weiter pflegen. Alle Anwesenden zeigten sich beeindruckt und bedankten sich für das gezeigte Engagement. Niemand ging nach der Veranstaltung unberührt nach Hause. Denn man glaubte den Jugendlichen, als sie am Schluss der Präsentation sagten: „Bausteine der Erinnerung sind auch Bausteine der Zukunft. Für unsere Zukunft.“
