Anerkennung durch die Deutsche UNESCO Kommission
Schützenwesen nun immaterielles Kulturerbe
Nievern. Mit Wirkung zum 11. März hat die Deutsche UNESCO Kommission das Deutsche Schützenwesen als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Hierzu schreibt der Präsident des Deutschen Schützenbundes Heinz-Helmut Fischer:
Das „Schützenwesen in Deutschland“ ist als immaterielles Kulturerbe offiziell anerkannt. Damit werden all die Aktivitäten der Schützen und Schützinnen gewürdigt, die das Schützenwesen mit seinen unterschiedlichen Bräuchen tragen, ausüben und lebendig erhalten. Die Deutsche UNESCO-Kommission, die das bundesweite Verzeichnis führt, lobt ausdrücklich die vielfältigen Maßnahmen der Schützinnen und Schützen zur lebendigen Traditionspflege und zur Weitergabe unseres Brauchtums sowie die unterschiedlichen Formen der Jugendarbeit, die mit diesem Ziel von Ihnen geleistet wird. Darüber hinaus hebt sie unsere „Verpflichtung gegenüber sozialem Engagement und ziviler Kultur im Umgang mit Waffentechnik und Waffengebrauch“ hervor.
Urkundenverleihung in Heidelberg
Die Deutsche UNESCO-Kommission, die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien haben sieben Formen des Immateriellen Kulturerbes ausgezeichnet: das Sternsingen, das Kneippen, das Schützenwesen, das Ehrsame Narrengericht zu Grosselfingen, die Volkstanzbewegung, das Choralsingen und die Manuelle Glasfertigung. Die Manufakturelle Schmuckgestaltung und ein Projekt zur Bewahrung von Kultur, Vielfalt und Qualität regionaler Spezialitäten in Oberfranken wurden für ihre Aufnahme in das deutsche Register Guter Praxisbeispiele geehrt. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung des interkulturellen Zentrums der Stadt Heidelberg zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus erhielten die Träger dieser Kulturformen ihre Urkunden für die am 4. Dezember 2015 erfolgte Eintragung in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.
Schützenwesen in Deutschland
Begründung der Auszeichnung: „Das Schützenwesen ist vielerorts ein wichtiger historisch gewachsener und lebendiger Teil der regionalen oder lokalen Identität. Es umfasst eine große Anzahl von Bräuchen und Traditionen, die in Deutschland in zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungsformen verbreitet sind. Das alte Brauchtum wird heute in der Regel im Rahmen einer Vereinszugehörigkeit von Menschen jeden Alters und Geschlechts unabhängig von religiösem Bekenntnis, sexueller Orientierung, Herkunft oder auch Behinderung ausgeübt. Es gibt vielfältige Maßnahmen zur Weitergabe der Tradition und eine aktive Pflege regionaler und europäischer Verbindungen.
Bekanntester und wesentlicher Ausdruck des Schützenwesens ist das Schützenfest, das mit vielfältigen örtlich unterschiedlichen Bräuchen einmal im Jahr gefeiert wird. Jedes Schützenfest hat lokal hergebrachte Rituale und Bräuche und unterschiedliche Abläufe. Über dieses singuläre Ereignis hinaus prägen gerade in kleineren Orten die unterschiedlichen ortsbezogenen Bräuche der Schützenvereinigungen das soziale und kulturelle Gemeinschaftsleben, sodass die Schützentradition das ganze Jahr wahrnehmbar ist und gelebt wird.“
Der Präsident des Deutschen Schützenbunds, Heinz-Helmut Fischer, und der Generalsekretär der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen, Peter-Olaf Hoffmann, nahmen die Urkunde entgegen.
