Richtfest für ein Gemeinschaftsprojekt
Schutzhütte an der Viehtrift soll neuer Treffpunkt für die Jugend werden
Zahlreicher Unterstützer engagieren sich bei dem Projekt – Bundespolizei nutzt es als Bestandteil der Ausbildung – Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft erforderlich
Heimerzheim. Ein echtes Gemeinschaftsprojekt, das mithilfe zahlreicher Unterstützer erfolgreich auf die Beine gestellt wurde, dient künftig als Treffpunkt für die Jugendlichen aus Heimerzheim und der ganzen Gemeinde Swisttal. Zwischen dem Schützenplatz und dem Evangelischen Kindergarten errichten derzeit Jugendliche überwiegend in Eigenleistung eine Schutzhütte, für die jetzt das Richtfest mit vielen Beteiligten gefeiert wurde.
Die fünf Mal fünf Meter große, massive Holzhütte ist vorne offen und bietet in ihrem Inneren Platz für bis zu 30 Personen. Im Innenraum wurden ein großer Tisch und Bänke fest installiert, in einiger Entfernung von der Hütte ist bereits ein Grillplatz errichtet mit einem Kanalrohrring als großer Feuerstelle. Dieser ist allerdings schon nicht mehr vorhanden, wie Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner beim Richtfest bedauernd feststellte. „Trotz dieser Erfahrung zeigten sich die Jugendlichen motiviert und sind mit den Schwierigkeiten konstruktiv umgegangen“, lobte sie den Swisttaler Nachwuchs und fand: „Die Jugendlichen können auf ihre Leistung und ihren Einsatz stolz sein.“ Eine Graffiti-Wand wurde auch schon „angefangen“ und mit einigen „Kunstwerken“ verschönert. Für den Fall der Fälle steht eine biologische Toilette bereit, und drumherum ist jede Menge Platz zum Spielen.
Finanzielle Unterstützung von vielen Seiten
Kalkbrenner gratuliere den Jugendlichen zur gelungenen Umsetzung und Gestaltung ihrer Schutzhütte: „Damit haben sie einen neuen Treffpunkt geschaffen.“ Sie bedankte sich bei allen Helfern, die dieses Gemeinschaftsprojekt durch ihren ehrenamtlichen Einsatz oder eine finanzielle Förderung möglich gemacht hatten.
Beim Swisttaler Jugendforum in Ollheim hatten die Jugendlichen im Oktober 2015 den Wunsch geäußert, auf dem Bolzplatz an der Viehtrift eine Hütte als neuen Unterstand zu errichten. Der Gemeinderat griff die Idee auf und unterstütze das Projekt mit einem Zuschuss von 5000 Euro. Finanzielle Unterstützung gab es außerdem von der Kreissparkasse Köln, der VR-Bank Rhein-Erft, dem Energieunternehmen innogy und dem AWO-Ortsverein Swisttal.
Jugendliche waren in Eigenleistung aktiv
Mit im Boot war auch das für Swisttal zuständigen Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises mit seinem Jugendhilfezentrum für Alfter, Swisttal und Wachtberg, aber auch die Katholische Jugendagentur Bonn, der Gemeindesportverband, dem Kinder- und Jugendring sowie die Bundespolizei. In den Osterferien bereits hatten die Jugendlichen in der ersten Bauphase die Arbeiten an Fundamenten, Bodenplatte und Pflaster erledigt, in der zweiten Bauphase wurde der Sockel gemauert und dann mit dem Aufbau der Holzkonstruktion begonnen. Das Abbinden und Herrichten des Holzes hatte zuvor die Heimerzheimer Zimmerei Luppus übernommen.
In der dritten Bauphase schließlich soll in den kommenden Wochen das Dach gedeckt und die Wände verschalt werden, zum Schluss wollen die Jugendlichen ihren neuen Treffpunkt noch streichen und möblieren. Bei Gestalten der Außenanlage und dem Bau des Grillplatzes hilft auch die Bundespolizei tatkräftig mit, denn dort sieht man diese Jugendarbeit als angewandte Prävention und somit als grundlegende Aufgabe der Polizei, hatte Polizeidirektor Carsten Westerkamp bereits beim Spatenstich festgestellt. Die Bundespolizei stelle sich damit auch ihrer sozialen Verantwortung in der Gemeinde Swisttal und habe die Aktion in das Förderkonzept mit den Polizeianwärtern eingearbeitet. Schon im ersten Dienstjahr sollen die künftigen Polizeibeamten zu möglichst viel Bürgernähe und Kommunikationsfähigkeit, aber auch zu größtmöglicher Selbstständigkeit geführt werden. Auch vom Alter her passten die Anwärter noch gut zu dem Projekt mit der Heimerzheimer Jugend.
Sonderlob für den ehrenamtlichen Planer
Der ehrenamtliche Planer der Hütte, Bernd Hiesinger, wurde mit einem Sonderlob der Bürgermeisterin bedacht, „denn ohne ihn wäre das alles hier nicht möglich gewesen.“ Zumal er während der Bauphase auch noch als Bauleiter aktiv war. Er durfte auch den Richterspruch ausbringen, was er in Reimform tat: „Stolz und froh ist jeder heute, der tüchtig mit am Werk gebaut. Es waren wackere Handwerksleute, die fest auf ihre Kunst vertraut. Drum wünsche ich, so gut ich‘s kann, so kräftig wie ein Zimmermann, mit Stolz emporgehobenen Blick dem neuen Hause recht viel Glück. Auch jedem, welcher immerdar bei diesem Baue tätig war und allen, die hier um mich stehen, nun an dem Bau sich sattgesehen, ruf ich aus vollem Herzen jetzt, ein Lebehoch zu guter Letzt. Ein Prosit auf das neue Haus – es sieht prächtig aus!“
Kalkbrenner wünschte den Jugendlichen, dass die Schutzhütte ein Ort der Begegnung werde, mit dem sie später viele glückliche Erinnerungen verbinden könnten. Dazu gehöre aber auch, verantwortungsvoll mit diesem gemeinschaftlich geschaffenen Raum umzugehen. Und zur Gemeinschaft gehörten auch die Nachbarn, zu denen ein offenes und rücksichtsvolles Verhältnis gepflegt werden müsse. „Wenn Ihnen das gelingt, werden Sie eine neue Seite in der Lokalgeschichte aufschlagen“, war sie aber vom Erfolg überzeugt. JOST
