Allgemeine Berichte | 19.08.2016

Naturschutzbund-Aktion für die Mehlschwalben

„Schwalben willkommen“

Das 100. Schwalbendoppelnest wurde überreicht

Überreichung von Doppelnest, Urkunde und Plakette an Familie Merkel. Rea Brinkhoff

Kreis Ahrweiler. Wenn die Schwalben aus ihren Winterquartieren zurückkehren, erfreuen sie immer noch die Herzen vieler Menschen, auch wenn man sich dieses Jahr etwas gedulden musste, da sich die Frühlingsboten etwas verspätet hatten. Der Naturschutzbund (NABU) möchte mit seiner Aktion „Schwalben willkommen“, die seit 2008 läuft, den eleganten Frühlingsboten etwas unter die Flügel greifen. Ihr Bestand verringert sich von Jahr zu Jahr. Dieser beobachtete Bestandsrückgang hat sicherlich mehrere Ursachen. Zum einen wäre hier das fortschreitende Insektensterben aufzuführen, die Nahrungsgrundlage der Schwalben. Jeder Autofahrer merkt dies an den Windschutzscheiben, die selbst nach längeren Fahrten sauberer bleiben als früher. Ein weiterer Punkt ist sicherlich die zunehmende Versiegelung freier Flächen in und rund um die Ortschaften, die dazu führt, dass die Schwalben immer weniger Nistmaterial, sprich lehmmatschige Stellen finden und zudem viele neue Fassaden einfach zu glatt sind, sich somit nicht zum Nestbau eignen.

Vielfältige Gründe

Außerdem nimmt die Zahl der Menschen zu, die die Schwalben nur als Fassadenbeschmutzer sehen und, obwohl es gesetzlich verboten ist, ihre Nester, manchmal sogar noch besetzt, von den Hauswänden schlagen. Dabei kann ein Vogelkotbrett, unter den Nestern angebracht, den größten Teil des Vogelkots auffangen und sowohl Fassade als auch Terrasse schützen. Hier setzt die Aktion an. Mit Urkunde, Plakette und falls gewünscht mit Doppelkunstnest werden schwalbenfreundliche Hauseigentümer belohnt und ausgezeichnet, in der Hoffnung, dass die Zahl der Schwalbenfreunde wieder wächst.

Kunstnester vorteilhaft

Die Kunstnester haben gegenüber den Naturnestern einige Vorteile, die auch die Schwalben nach kurzer Zeit zu schätzen wissen. Zum einen sind sie stabiler und haltbarer, wärmekonstanter bei Kälteeinbruch oder Hitzewelle, sowie witterungsbeständiger bei Sturm oder Starkregen. Zudem sind sie abnehmbar und daher einfacher zu kontrollieren und von toten Jungvögeln sowie Schädlingen zu befreien. Außerdem lassen sie sich gezielt an Plätzen montieren, wo der herabfallende Kot nicht weiter stört. Mit einem zusätzlich angebrachten Kotfangbrett unterhalb des Nestes kann zudem der größte Schmutz abgefangen werden.

Seit 2008 wurden im Kreis Ahrweiler 165 Urkunden und Plaketten sowie 100 Doppelnester an schwalbenfreundliche Hauseigentümer überreicht. In diesem Jahr wurden zehn Schwalbenfreunde geehrt. Das 99. Doppelnest sowie Urkunde und Plakette wurde dem schwalbenfreundlichen Ehepaar Westerfeld aus Oeverich überreicht. Das 100. Doppelnest wurde von Alfred Pohl, dem Ersten Vorsitzenden des NABU-Ahrweiler, an die schwalbenfreundliche Familie Merkel in Oedingen übergeben. Insbesondere die Kinder der Familie haben einen Heidenspaß daran, das emsige Treiben der Schwalben aus ihren Zimmerfenstern zu beobachten. Auch im nächsten Jahr wird die Aktion „Schwalben willkommen“ vom NABU Kreis Ahrweiler fortgeführt.

Pressemitteilung

NABU

Kreisverband Ahrweiler e.V.

Aushändigung der Urkunde und Plakette an Frau Westerfeld.

Aushändigung der Urkunde und Plakette an Frau Westerfeld. Foto: ANFREA BRINKHOFF

Überreichung von Doppelnest, Urkunde und Plakette an Familie Merkel. Fotos: Rea Brinkhoff

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