Volkesfelder Theatergruppe
„Schweinekram und Bio-Wahn“
Die hinreißende Komödie wird am Samstag, 2. November, und am Sonntag, 3. November, noch einmal aufgeführt
Volkesfeld. Dem engagierten Volkesfelder Heribert Müller ist es zu verdanken, dass sich nach fast drei Jahrzehnten im Jahr 2017 in Volkesfeld zum ersten Mal wieder der Vorhang für die Darsteller der Volkesfelder Theatergruppe öffnete. Auch in diesem Jahr brilliert Heribert Müller wieder als Regisseur und überzeugte am vergangenen Wochenende ein restlos begeistertes Publikum in dem zur Dorfkneipe umgestalteten Gemeindehaus mit der Komödie „Schweinekram und Bio-Wahn“ aus der Feder von Carsten Lögering. Bei der Besetzung der ausdrucksstarken Charakterrollen ist dem Hobby-Regisseur Müller ein wahrer Glücksgriff gelungen. Das gesamte Ensemble beeindruckte sowohl mit Leidenschaft als auch mit humorvollen Wortgefechten und verstand es vortrefflich, das restlos faszinierte Publikum etwa zwei Stunden lang bestens zu unterhalten.
So sorgte zum Beispiel der in Kirgistan geborene und seit 23 Jahren in Volkesfeld wohnende Sergej Hofmann in seiner Rolle als polnischer Erntehelfer Pavel Schlucovic (nomen est omen) allein schon aufgrund seines russisch-polnisch eingefärbten Dialekts bei den Zuschauern für ungebremste Heiterkeit. Auch Birgit Maxein erwies sich in der Rolle der Tierärztin Paula Krümpelmann als urkomisches und trinkfestes Schauspieltalent.
Die mit zahlreichen pfiffigen Dialogen gewürzte Handlung ist brandaktuell, denn schließlich geht es um die Frage: Bio oder konventionelle Landwirtschaft? In diesem Zusammenhang stellen sich Bauer Heini Kramer (Heinz Kurek) und die Biobäuerin Lisa Grünspecht (Silke Schlich) die Frage, wer wohl die beste Sau im Dorf hat. Nicht nur deshalb tragen die beiden Hitzköpfe in der heruntergekommenen Dorfkneipe „Zur grunzenden Sau“ immer wieder lautstarke Wortgefechte aus. Auch ein defekter Weidezaun ist für sie Grund genug, immer wieder lautstark miteinander zu streiten. Zu allem Überfluss kommt auch Rita, die Ehefrau von Bauer Heini (Ute Rech), regelmäßig in das Wirtshaus, allerdings nicht, um sich zu betrinken, sondern um ihren Göttergatten zur Sau zu machen.
Die ebenso schwergewichtige wie schlagfertige Gastwirtin Hilde (Jutta Liebelt) ist den Auseinandersetzungen zwar ausgeliefert, versteht es aber hervorragend, aus jeder noch so verfahrenen Situation ein Geschäft herauszuschlagen. Chaotisch wird es jedoch, als der schlitzohrige polnische Hofhelfer Pavel sowohl auf dem Hof von Lisa als auch von Heini anheuert, sich jedoch mit List und Tücke vor der Arbeit drückt. Gastwirtin Hilde freut sich ganz besonders über die Anwesenheit von Pavel, zumal dieser immer großen Durst hat und somit ihren Umsatz steigert.
Die trinkfeste Tierärztin Lisa, deren „Lieblingstier“ der Zapfhahn ist, lässt sich allerdings auch gern von Zoey (Franziska Wingender), der bekifften Tochter der Biobäuerin Lisa, einen Joint drehen. Die Situation in der Gaststätte droht jedoch zu eskalieren, als die Chefredakteurin der Landwirtschaftszeitung „Die Landsau“ und staatlich anerkannte Jurorin Carla Penetranti (Nina Rieser) auftaucht, um Heinis Zuchteber Hans zu prämieren. Da jedoch auch die Biobäuerin ihr Zuchtschwein Rosi prämieren lassen will, kommt es zu ungeahnten Verwicklungen.
Da das Theaterstück sowohl am Samstag, 2. November, um 20 Uhr als auch am Sonntag, 3. November, um 18 Uhr noch einmal aufgeführt wird und diese herrliche Komödie auf keinen Fall verpasst werden sollte, bleibt der Ausgang der äußerst unterhaltsamen Geschichte an dieser Stelle unerwähnt. Der Eintritt beträgt acht Euro, der Erlös kommt einem karitativen Zweck zugute. Es gibt noch einige Karten bei Silke Schlich, Telefon (0 26 55) 96 14 76, und bei Heribert Müller, Telefon (0 26 55) 29 50. FRE
Der arme Bauer Heini wird nicht nur von der Biobäuerin Lisa (rechts) fertig gemacht, sondern auch von seiner Ehefrau Rita.
Dr. Paula Krümpelmann liebt nicht nur Hochprozentiges, sondern ist auch einem Joint von Zoe, der Tochter der Biobäuerin Lisa Grünspecht, nicht abgeneigt.
Tierärztin Paula (Birgit Maxein) verpasste dem leidenden Bauer Heini (Heinz Kurek) einen Einlauf, den er so schnell wohl nicht mehr vergessen wird.
